Knapp 220 Tage bis zum Freischießen

Mengeringhäuser Schützen stimmen sich auf Heimatfest mit „Suchtpotenzial“ ein

Graf Heinrich der Eiserne (Markus Köhler) bekommt das Schwert als Zeichen seiner Ernennung für das kommende Freischießen von dem Vorsitzenden der Historischen Gesellschaft Mengeringhausen, Wilhelm Müller, überreicht.
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Graf Heinrich der Eiserne (Markus Köhler) bekommt das Schwert als Zeichen seiner Ernennung für das kommende Freischießen von dem Vorsitzenden der Historischen Gesellschaft Mengeringhausen, Wilhelm Müller, überreicht.

Das Heimatfest strahlt weithin aus: Auf das Freischießen 2022 stimmten sich die Mengeringhäuser Schützenbrüder bei ihrer Mitgliederversammlung ein.

Bad Arolsen-Mengeringhausen – Das Schwert des Grafen Heinrich ist wieder in die Hände von Markus Köhler gelegt worden. Der Freischießensmarsch erklang zum ersten Mal nach sieben Jahren - gut 460 der derzeit 965 Mitglieder der Historischen Schützengesellschaft Mengeringhausen stimmten sich in der Stadthalle auf das Freischießen vom 15. bis 20. Juni 2022 ein.

„Alle brennen darauf“

Es sei ein Heimatfest mit einem „Suchtpotenzial“, bekannte Vorsitzender Wilhelm Müller: „Alle brennen darauf, dass es endlich wieder losgeht.“ Wer einmal das Freischießen miterlebt habe, feiere bis zu seinem Lebensende immer wieder gerne mit.

Die Corona-Pandemie hatte dazu geführt, dass das Freischießen um ein Jahr verschoben werden musste. Das kleine Virus habe das Leben stark verändert, die Gesellschaft geschädigt. Die Versammlung war unter der 2 G-Regelung (geimpft, genesen) ausgerichtet worden, mit einem Zelt vor der voll besetzten Stadthalle, in dem auch andere Schützenbrüder ihre Mitgliedschaftsrechte wahrnehmen konnten.

Große Vorfreude

„Positiv betrachtet, gibt es ein Jahr mehr Vorfreude“ räumte Müller ein. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass an den sechs Festzügen eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen teilnehmen wird - sie sind die Zukunft der Schützengesellschaft.

Der Musikverein Mengeringhausen umrahmte die Mitgliederversammlung der Schützengesellschaft Mengeringhausen.

Diese bilde den „sozialen Kitt“ in der Kommune,. Zusammenhalt, Traditionspflege und Heimatliebe in einem historischen Kontext zeichneten die Gesellschaft aus, wie bei der Mitgliederversammlung mehrfach von den verschiedenen Rednern betont wurde.

Buntes Programm

Vorsitzender Müller zog eine eindrucksvolle Bilanz seit dem vorigen Freischießen 2014 und skizzierte das Programm für das kommende Heimatfest. Schnadezüge werden die Schützen wieder zusammenbringen. Festzüge, das Festspiel „Treue um Treue“, das Grafengericht, die Polonaise, das Rahmenprogramm in der Hinteren Straße, die Reiterquadrille, das festliche Konzert, die Tanzabende und der Gottesdienst bilden Höhepunkte in dem Geschehen.

Der Gesamtvorstand der Historischen Schützengesellschaft Mengeringhausen. In der Mitte (mit Schwert) Markus Köhler als Graf Heinrich, links daneben König Dr. Norbert Wirtz, recht Vorsitzender Wilhelm Müller.

Und Graf Heinrich Markus Köhler bekräftigte, dass er sich bei seinem zweiten Freischießen in dieser Funktion mit ganzer Kraft für das Gelingen des über das Waldecker Land hinausstrahlende Heimatfest einsetzen werde.

Gemeinschaftssinn bestärken

Bürgermeister Jürgen van der Horst bekräftigte die enge Partnerschaft mit der Stadt Bad Arolsen. Wegen der Anforderungen an die sicherheit werde es einen veränderten Rahmen geben. Vorsitzender Wilhelm Müller sei jedoch ein Experte für das Ausrichten von Festen.

Die Schützengesellschaft sei eine große Gemeinschaft, die durch ein Ziel, das Freischießen als Ausdruck von Zusammenhalt, Heimatliebe und Traditionspflege verbunden sei, so der scheidende König Dr. Norbert Wirtz. Dabei sei die Schützengesellschaft auch offen für moderne Elemente der Kommunikation.

Umzug der Mengeringhäuser Schützen nach der Mitgliederversammlung in der Stadthalle.

Er unterstrich, dass intensive Diskussionen auch ein Zeichen von Demokratie seien. In der Pandemie habe aber die Gesprächs- und Diskussionskultur gelitten. Sorge bereite ihm , dass die Solidarität ins Wanken gerate. „Freiheit des Einzelnen endet da, wo die Freiheit des Anderen betroffen ist“, erklärte Dr. Wirtz. Dies sage er auch als Arzt.

Im Fackelschein durch Stadt

Nach der Versammlung geleiteten die Schützenbrüder den Grafen Heinrich im Festzug zu den Klängen des Fanfarenzuges und des Musikvereins nach Hause.

Der Konstablerhauptmann Oliver Weiß hoch zu Ross beim Umzug nach der Mitgliederversammlung der Schützengesellshaft Mengeringhausen.

Unter dem Kommando des Konstablerhauptmanns Oliver Weiß ging es im Fackelschein durch die Altstadt. » ARTIKEL RECHTS

Der Vorsitzende der Schützengesellschaft Mengeringhausen, Wilhelm Müller (links), ernennt (von links) Karl-Wilhelm Götte, Gerald Nelle und Robert Pohlmann zu Ehrenvorstandsmitgliedern.

Bei der Mitgliederversammlung wurde Wilhelm Müller als Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstands durch Wahl bestätigt. Sein Stellvertreter ist Rolf Schade, Schriftführer Alfred Theune, sein Stellvertreter Bastian Schade, Dechant Lothar Föll, sein Stellvertreter Carsten Hohmann.

Wahlen und Ernennungen

15 weitere Mitglieder gehören dem gesamten Vorstand an, von Amts wegen der König und der Eiserne, die Führer der Festzuggruppen und die Ehrenvorstandsmitglieder: Ihre Reihen werden nun durch die durch jahrzehntelanges Engagement in führenden Positionen verdienten Schützenbrüder Karl-Wilhelm Götte, Gerald Nelle und Robert Pohlmann verstärkt.

Die Zunftmeister im abendlichen Festzug von der Stadthalle zum Haus des Grafen des Eisernen.

Neben dem Grafen Heinrich (Markus Köhler) wurden Dirk Dowald als Herold und Thomas Jost als neuer Knabenoberst ernannt.

Übergabe an den Herold bei den Freischießensfestzügen in Mengeringhausen, Dirk Dowald (Mitte). Vder Vorsitzende der Schützengesellschaft Mengeringhausen, Wilhelm Müller (links) , gab zudem die Wahl von Thomas Jost als Knabenoberst bekannt.

Zahlreiche Ehrungen wurden für ausgeschiedene Hauptleute ausgesprochen.

Der Fanfarenzug Mengeringhausen begleitete die Mitgliederversammlung der Schützengesellschaft Mengeringhausen.

Die Kassenlage ist nach Auskunft des Dechanten Lothar Föll zufriedenstellend, das sei den Rücklagen zu verdanken. Das Freischießen 2014 schloss bei Ausgaben von rund 173 000 Euro mit einem Plus von 1082 Euro ab.

Umlage erhöht

Dankbar ist der Vorstand für eine Erbschaft von 10 000 Euro durch Doris Schmidt. Die Umlage wurde um 15 auf 50 Euro erhöht. Der Eintritt in die Schützengesellschaft kostet zehn Euro. (Von Armin Haß)

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