Manfred Paul hört nach drei Jahren als Geschäftsführer auf 

Heinrich Paul gibt Vorsitz des Waldeckischen Geschichtsvereins ab

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Abschied aus dem Schreiberschen Haus in Bad Arolsen: Links im Bild der Vorsitzende des Waldeckischen Geschichtsvereins, Heinrich Paul, daneben sein Bruder, der Geschäftsführer Manfred Paul. Sie treten bei der Vorstandswahl am Sonntag nicht wieder an. Sie waren drei Jahre im Amt.

Bad Arolsen. Heinrich Paul tritt bei der Jahrestagung des Waldeckischen Geschichtsvereins am Sonntag in Hesperinghausen als Vorsitzender ab. Bei den Vorstandswahlen will er nach drei Jahren im Amt nicht wieder kandidieren.

Der Waldecker Paul war 2015 bei der Jahrestagung in Nieder-Werbe zum Nachfolger des Korbachers Dr. Klaus Wendt gewählt worden. Damals war er bereits zwei Jahre Geschäftsführer, außerdem war er Leiter der Bezirksgruppe in Bad Wildungen.

Auch sein Bruder Manfred Paul hört auf, er ist seit drei Jahren Geschäftsführer des Vereins. 

„Auch wenn wir unsere Arbeit gern gemacht haben, wir können die Aufgaben zeitlich nicht mehr wahrnehmen“, sagt Heinrich Paul. Wenn die zeitlichen Anforderungen nicht in Einklang zu bringen seien mit dem Möglichen, „muss man lernen, nein zu sagen“. Dennoch hätten sie in den vorigen drei Jahren „relativ viel umsetzen können“. 

Geschäftsstelle modernisiert 

So sei die Geschäftsstelle im Schreiberschen Haus  in Bad Arolsen Schritt für Schritt umgewandelt worden – was sich schon am Erscheinungsbild mit neuen Möbeln zeigt. Jede Änderung sei ein Spagat, sagt Manfred Paul: „Wir dürfen Altes nicht einfach über Bord werfen, aber wir müssen auch mit der Zeit gehen.“ Die Bibliothek sei modernisiert und umstrukturiert worden. Dank persönlicher Kontakte habe er Sponsoren gewonnen, um Laptops und Scanner zur Digitalisierung von Beständen anzuschaffen.

 „Das Interesse an der Bibliothek ist in den vorigen Jahren groß geworden, wir bekommen kontinuierlich Zuspruch“, berichtet Manfred Paul. Anfragen kämen „aus aller Herren Länder“. In vielen Gesprächen sei ein Vertrauensverhältnis zu Geschichtsfreunden aufgebaut worden, berichtet der Geschäftsführer. Dadurch habe der Verein Bücher oder Nachlässe erhalten oder Einblicke in Privatarchive erhalten. „Diese Gespräche werden wir missen“, sagt sein Bruder Heinrich Paul. 

Großen Wert hätten sie auch auf die engere Vernetzung mit Nachbarvereinen und den Hochschulen gelegt. Außerdem sei ihm wichtig gewesen, junge Leute anzusprechen: „Wir haben den Kontakt zu den heimischen Schulen verstärkt.“ Schüler forschen im Archiv des Vereins. 

Buchprojekte verwirklicht 

Auch einige Buchprojekte seien in seiner Amtszeit verwirklicht worden. So sei die Biographie von Gerhard Aumülller über den Arzt Dr. Adalbert Friedrich Marcus erschienen, die Ortssippenbücher für Höringhausen und Freienhagen, zwei neue Bücher von Konrad Waldeyer über historische Grenzsteine oder das mit dem Wrexer Heimatverein aufgelegte „Hektor“-Buch von August Koch.

 Positiv entwickelt habe sich die Erforschung des waldeckischen Sprachgutes, urteilt Heinrich Paul. Sichtbares Zeichen: das Mundart-Archiv, das im Schreiberschen Haus aufgebaut wird. „Wir hoffen, dass weitere Unterlagen eintreffen“. Ein wissenschaftliches Gremium zur Leitung habe der Vorstand aber noch nicht berufen, „um unsere Nachfolger nicht zu beschränken“. 

An der WLZ-Aktion „Waldecks Wort“ beteiligte sich Paul als Jurymitglied. „Ich war überrascht, welche Formen es angenommen hat“, sagt er. „Dank an alle, die sich eingesetzt haben.“

Neues Vorstandsteam

Nicht nur die Brüder Paul scheiden am Sonntag aus dem Vorstand  aus – bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen gibt es weitere Änderungen.

 Der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Dietzel hat sein Amt schon Ende vorigen Jahres aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. 

Auch der langjährige Schatzmeister Günter Schramme hat bereits vor drei Jahren angekündigt, dass er nach Ablauf der am Sonntag endenden Wahlperiode aufhören wolle.

Der Vorstand habe sich bereits Gedanken gemacht, wer für die offenen Ämter in Frage komme, berichtet Heinrich Paul. Er präsentiere den Mitgliedern morgen Kandidaten für ein neues Team aus erfahren und jüngeren Geschichtsfreunden. Angesichts der Interessenten falle es seinem Bruder und ihm nicht schwer, ihre Ämter „in andere Hände zu geben“, erklärt Paul. „Wir sehen für den Verein zuversichtlich in die Zukunft.“

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