Daniel Franke spricht über Symptome, Quarantäne und die Hoffnung auf baldige Genesung

Helser Covid 19-Patient ist auf dem Weg der Besserung

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Abstrichstäbchen: Der Helser Daniel Franke hatte Symptome und ließ sich nach seiner Rückkehr aus der Schweiz testen. Er wurde in seinem Verdacht bestätigt, das Coronavirus hatte auch ihn erreicht.

Daniel Franke gehört zu den derzeit amtlich bekannten Corona-Patienten in Waldeck-Frankenberg. Der Helser hat sich das Virus vermutlich in der Schweiz eingefangen, wo er als Betriebsleiter eines Bergrestaurants in einem Skigebiet zur Wintersaison arbeitet.

Auf dem Weg zu einer Beerdigung in seiner Heimat bemerkte er an sich die ersten Symptome. Kurz nach Ankunft in Bad Arolsen ließ er sich nach telefonischer Rücksprache mit seinem Hausarzt auf das Coronavirus testen und wurde in seinem Verdacht bestätigt.

Daniel Frankeaus Helsen

Am Freitag, 27. März, waren seitdem 14 Tage vergangen. Die Symptome sind abgeklungen. Deshalb geht Franke davon aus, dass die Quarantäne bald aufgehoben wird. Im Gespräch mit der WLZ will er mit seinen Erlebnissen Mut machen und alle Zweifler zur Solidarität aufrütteln. Er will sie zur Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen bewegen und ist überzeugt: „Nur gemeinsam werden wir das Virus besiegen.“

Herr Franke, wie geht es Ihnen?

Bis auf ein paar Begleiterscheinungen sehr gut. Ich bin froh, das Virus so glimpflich überstanden zu haben und freue mich, bald wieder an die frische Luft zu dürfen.

Wie sahen die ersten Symptome bei Ihnen aus?

Die Anfangssymptome sind Halskratzen, ein allgemeines Unwohlempfinden wie beim grippalen Infekt. Da wünscht man sich einfach nur, zuhause zu sein. Und die Symptome steigern sich sehr schnell.

Was kommt noch hinzu?

Bei mir persönlich kamen stärkere Gliederschmerzen hinzu. Es fühlte sich so an, als ob man jede einzelne Bandscheibe spürt, wie eine Art Verkrampfung. Dann hatte ich in der Bauchregion auch so eine Art Muskelkatergefühl. Überall war ich sehr empfindlich. Geschmacks- und Geruchsverlust, der immer noch nicht ganz abgeklungen ist. Husten, der zuerst etwas flüssiger war, dann aber total trocken wurde.

Hatten Sie Fieber?

Zwei von den 14 Tagen musste ich mit 40,5 Grad Temperatur nachts verbringen, ohne dies wirklich so zu empfinden oder apathisch zu sein. Ich bekam abends auch etwas Schüttelfrost. Ansonsten hatte ich zu jeder Zeit eine freie Nase. Ganz anders als im Vergleich zum grippalen Infekt. Meine Atemwege fühlten sich eigentlich zu frei an. Ich hatte das Gefühl, dass beim Einatmen viel zu viel Luft in die Lunge kam. Ein bisschen schwereres Atmen und ein bisschen Beklemmungsgefühl waren auch dabei.

Wann hatten Sie das Gefühl, ich muss zum Arzt?

Das hatte ich sofort. Ich bin ja nur nach Deutschland gekommen, um an einer Beisetzung teilzunehmen. Auf der Hinfahrt hierher kamen die ersten Symptome. Corona war ja schon in aller Munde. Ich wollte schnell einen Test machen lassen. Beim Gesundheitsamt war das so nicht möglich, das war alles so überlaufen. Ich wurde dort am erstmöglichen Testtag dann wieder nach Hause geschickt, deshalb habe ich mich an meinen Hausarzt gewandt. Der hat einen Abstrich genommen, als am Abend alle anderen Patienten die Praxis verlassen hatten.

Wann bekamen Sie die Ergebnisse?

Gleich am Tag danach. Das läuft so, dass man den Test nur machen kann, wenn man Symptome hat und Kontakt zu einer Person hatte, die positiv getestet wurde. Sonst macht es keinen Sinn zu testen, da man sich auch direkt nach einem Test irgendwo infizieren kann. Bei positiv Getesteten erfolgt die Mitteilung sehr schnell.

Danach wurde bei Ihnen Quarantäne angeordnet?

Ja, bei mir ist die Quarantäne amtlich angeordnet. Ich darf nicht rausgehen. Man bekommt Post vom Gesundheitsamt und da steht dann alles drin, was man machen muss, was man zu lassen hat und dass man sich an die Weisungen der Quarantäne unbedingt zu halten hat. Ich werde täglich von meinem Hausarzt und vom Gesundheitsamt angerufen und muss sagen, wie es mir geht. Hier fühlt man sich wirklich sehr gut aufgehoben und betreut.

Was ist mit den Menschen, mit denen Sie Kontakt hatten?

Denen wird eindringlich empfohlen, selbst eine freiwillige Quarantäne durchzuführen. Dazu gehörten meine Eltern, Teile der Familie, Freunde und Bekannte, die ich alle darüber informiert habe. Heute kann ich sagen, dass nur meine Lebensgefährtin das Virus von mir übertragen bekommen hat. Sie teilt sich mit mir die Quarantäne. Alle anderen Menschen, zu denen ich Kontakt hatte, zeigen keinerlei Symptome.

Da es Ihnen gut geht, sind Sie jetzt guter Hoffnung, bald aus der Quarantäne entlassen zu werden?

Die Quarantäne gilt zunächst 14 Tage ab Ausbruch der ersten Symptome. Aufgrund unserer Erfahrung gehen wir davon aus, dass ca. zwei Tage nach einer Infektion die ersten Symptome auftreten. Wenn man nach den 14 Tagen noch Symptome zeigt, wird die Quarantäne noch einmal verlängert. Das entscheidet das Gesundheitsamt. Man geht davon aus, dass nach spätestens 14 Tagen keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Generell gilt: Sobald man keine Krankheitssymptome mehr an sich feststellt, muss die Quarantäne noch 48 Stunden eingehalten werden. Bei mir wurde die Quarantäne nochmals um vier Tage auf insgesamt 18 Tage verlängert. Diese Frist endet am Dienstag.

Wer hat Ihnen in der schweren Zeit geholfen?

Bedanken möchte ich mich bei allen Freunden, die unbegrenzt ihre Hilfen angeboten haben, was bei einer Quarantäne für einen selbst sehr wichtig ist.

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