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20 Jahre Christian Daniel Rauch-Museum in Bad Arolsen

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Von: Armin Haß

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Vor 20 Jahren wurde das Christian-Daniel-Rauch-Museum im Marstall Bad Arolsen als einzige öffentlich zugängliche umfassende Sammlung von Werken Rauchs und seiner Zeitgenossen außerhalb Berlins eröffnet.
Vor 20 Jahren wurde das Christian-Daniel-Rauch-Museum im Marstall Bad Arolsen als einzige öffentlich zugängliche umfassende Sammlung von Werken Rauchs und seiner Zeitgenossen außerhalb Berlins eröffnet. © Armin Haß

Das Christian Daniel Rauch-Museum besteht 20 Jahre in Bad Arolsen.

Bad Arolsen – Das 20-jährige Bestehen des Christian Daniel Rauch-Museums im Bad Arolser Marstall wurde bei einem Festakt am Donnerstagabend als Modellprojekt einer Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz , des Landes Hessen und der Stadt Bad Arolsen mit der Nationalgalerie in Berlin gewürdigt.

Die Feierstunde im Marstall

In den Blickpunkt rückten bei der Feierstunde in den vor zwei Jahrzehnten umgebauten Räumlichkeiten eines ehemaligen fürstlichen Reitstalls, heute im Eigentum der Waldeckischen Domanialverwaltung, die Museumsleiter Dr. Birgit Kümmel und der frühere Leiter der Nationalgalerie, Prof. Dr. Bernhard Maaz, der als Kenner der klassizistischen Bildhauer maßgeblich an dem Konzept für das Museum mitwirkte.

Festakt 20 Jahre Rauch-Museum Bad Arolsen: Dr. Ulrich Adolphs , Ministerium für Wissenschaft und Kunst, spricht.
Festakt 20 Jahre Rauch-Museum Bad Arolsen: Dr. Ulrich Adolphs , Ministerium für Wissenschaft und Kunst, spricht. © Armin Haß

Es sei die richtige Entscheidung gewesen, mit dem Museum der Tradition der Aufklärung und des Humanismus iin Bad Arolsen Ausdruck zu geben, sagte Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Und es sei eine große gemeinsame Tat mit dem Land Hessen gewesen, Werke des klassizistischen Bildhauers und seiner Zeitgenossen in diesem Museum auszustellen.

Bekannt aus Berlin

Schließlich sei Rauch vor allem in Berlin etwa durch das Reiterstandbild Friedrichs des Großen oder das Grabmal für die Königin Luise oder in Nürnberg durch das Dürer-Denkmal gegenwärtig. Nun seien Arbeiten Rauchs, der mit Karl Friedrich Schnkel und Christian Friedrich Tieck zu den „Heroen des Klassizismus“ zähle, dauerhaft in seinem Geburtsort zu sehen.

Parzinger hob das Konzept der Zusammenarbeit zwischen den Ländern und dem Bund in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hervor. Man wolle den Mehrwert für die Länder deutlich machen und Kunstwerke in Berlin sichtbar machen, wie etwa zurzeit Bauhaus-Arbeiten aus Halle.

Als „besonderen Edelstein“ würdigte Dr. Ulrich Adolphs vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst das Ergebnis der Zusammenarbeit. Mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sei aktuell der Dauerleihvertrag verlängert worden: „Auf viele weitere Jahre!“, rief er aus.

Über 100 Arbeiten

Darüber hinaus wurden die rund 100 Arbeiten von Rauch und Zeitgenossen durch Ankäufe ergänzt, die Summe bezifferte Dr. Sylvia Metz von der Hessischen Kulturstiftung mit 400 000 Euro. Dabei seien weitere Partner beteiligt, etwa die Ernst von Siemens- Stiftung. Die Bedeutung der Sammlung werde dadurch erhöht und dauerhaft für Hessen gesichert.

Die exzellenten Sammlungsstücke, die wissenschaftliche Arbeit und der internationale Austausch, wie bei dem zweitägigen Kolloquium mit Fachleuten aus dem In- und Ausland zum Jubiläum, kennzeichneten das Museum. Dessen Leiterin Dr. Birgit Kümmel habe Menschen begeistert und mit dem für das Konzept des Rauch-Museums maßgeblichen Dr. Bernhard Maaz die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht.

Als ehemaliger Leiter der Alten Nationalgalerie , Staatliche Museen zu Berlin, sei er „Motor und Ideengeber“ für das Museum, wie dessen gegenwärtiger Präsident Dr. Ralph Gleis erklärte. Gleis betonte: „Wir wollen dauerhaft mit dem Museum in Bad Arolsen zusammenarbeiten.

Zu wenig Platz in Berlin

Es fehle in Berlin an Platz, um die Werke Rauchs in dieser Breite zu präsentieren, wie Gleis bekannte. Deswegen werde in der Präambel für das Papier über die Kooperation ausdrücklich erwähnt, in Bad Arolsen eine „auswärtige Präsentation der Nationalgalerie“ zu schaffen.

Der neue Bürgermeister Marko Lambion lobte das Konzept, in hellen, weiten Räumlichkeiten des ehemaligen Marstalls Skulpturen von Christian Daniel Rauch auszustellen.

Zusammen mit dessen Geburtshaus an der Rauchstraße und dem Schreiberschen Haus bilde bilde das Museum einen Kristallisationspunkt der Kultur.

Segensreiche Unterstützung

Eine hervorragende Kooperation zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Nationalgalerie, dem Land sowie der Stadt, dem Fürstenhaus und der Waldeckischen Domanialverwaltung ermögliche diese Präsentation. Und durch die Förderung der Hessischen Kulturstiftung und die Ernst von Siemens-Stiftung seien wertvolle Anschaffungen ermöglicht worden.

Lambion hob die Bedeutung der Ausstellungen und des Kolloquiums in dieser Woche hervor, das den wissenschaftlichen Dialog fördere und dessen Ergebnisse im Herbst in einem Buch zusammengefasst veröffentlicht werden sollen.

In seinem Festvortrag schilderte Prof. Bernhard Maaz, Generaldirektor Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, das weit verzweigte, internationale Netzwerk klassizistischer Künstler des 19. Jahrhunderts. Dabei machte er anhand von ausgewählten Werken und augenzwinkernd den Bezug zu Humor, Satire und Ironie deutlich. Maaz hat in seiner Zeit von 1986 bis 2009 als Leiter der Nationalgalerie zusammen mit Museumsleiter Dr. Birgit Kümmel wesentliche Impulse für das Rauch-Museum gegeben. (Armin Haß )

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