Mengeringhausen

Land Hessen nimmt Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Betrieb - Vier Jahre nach dem Bau

Blick aus dem Korb der Drehleiter der Feuerwehr auf die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende  in der ehemaligen Mengeringhäuser Kaserne.
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Als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge gebaut: Die vier Wohnblöcke auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Mengeringhausen sind 2016 entstanden. Das Gebäude links zeigt das ehemalige Georg-Friedrich-Casino, das zum Versorgungs- und Sanitätsbereich umgebaut wurde. Das Foto entstand 2018 aus dem Korb der Drehleiter der Bad Arolser Feuerwehr.

Vier Jahre nach Baubeginn: Das Land Hessen will die 2016 gebaute Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende bei Bad Arolsen im September in Betrieb nehmen.

Bad Arolsen - Die vier Wohnblöcke mit angrenzendem Versorgungs- und Sanitätsgebäude in Mengeringhausen sollen ab dem 14.09.2020 als erste Station für Asylsuchende genutzt werden. Das teilten Bürgermeister Jürgen van der Horst und das zuständige Regierungspräsidium in gießen am Donnerstag mit.

Van der Horst hatte im August 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise vorgeschlagen, Flüchtlingsunterkünfte auf dem Mengeringhäuser Hagen bauen zu lassen, um das quasi über Nacht in mehreren Hallen in der Mengeringhäuser Altstadt eingerichtete Erstaufnahmelager nicht auf Dauer fortführen zu müssen. Als die Gebäude auf dem Hagen jedoch fertig gebaut waren, war der Zustrom an Flüchtlingen so weit zurückgegangen, dass die 6,4 Millionen Euro teuren Gebäude nicht mehr benötigt wurden. Das war der Stand bis August 2020.

Bundespolizei zieht in Rotenburger Kaserne ein

Nun wird deutlich, dass die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ihre Außenstelle in Rotenberg schließen wird, weil der Bund das Kasernengelände in Rotenburg zu einer Ausbildungsstätte für angehende Bundespolizisten benötigt.

Nicht zuletzt im Zuge der Flüchtlingskrise von 2015 hatte die Bundesregierung entschieden, die Bundespolizei, die unter anderem für die Grenzsicherung zuständig ist, um 12 500 Stellen aufzustocken. Deshalb müssen nun deutlich mehr junge Polizisten ausgebildet werden.

Corona-Regeln beschränken maximale Belegungszahl

Die Erstaufnahmeeinrichtung in Mengeringhausen war ursprünglich für 520 Personen ausgerichtet. Unter Coronabedingungen sollen jedoch maximal 350 Asylsuchende hier wohnen.

Wie viele Menschen hier genau nach den geltenden Abstandsregeln untergebracht werden können, hängt auch davon ab, wie viele Familien und einzelreisende zu betreuen sein werden.

Vor der Verlegung nach Mengeringhausen 14 Tage Quarantäne

Bürgermeister Jürgen van der Horst verwies gestern im Bad Arolser Rathaus auf die vom RP Gießen erlassenen Handlungsanweisungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Flüchtlingseinrichtungen: Danach sei sichergestellt, dass alle Neuankömmlinge zuerst in der Zentrale der Erstaufnahme in Gießen gründlich untersucht und 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Erst danach erfolge die Weiterleitung an die fünf Außenstellen. (Elmar Schulten)

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