Theaterstück über Cyber-Mobbing für Kaulbach- und CRS-Schüler in Bad Arolsen

Hetzjagd im Netz übers Smartphone

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„Ich chatte dich platt“ hieß das Stück, das Mehmet Kucak und Thea Thomann vom mobilen Berliner Jugendtheater Schrader vor Siebtklässlern der Kaulbach-Schule und der Christian-Rauch-Schule aufführten.

Bad Arolsen - Sogenanntes „Cyber-Mobbing“ kann Betroffenen das Leben zur Hölle machen. In Form eines Theaterstücks wurden Schülern der Christian-Rauch- und Kaulbachschule die Folgen vor Augen geführt.

Aus der Luft gegriffene Verleumdungen in den gängigen „sozialen“ Netzwerken, bearbeitete Fotos obendrein - so sieht die Ausgangslage von „Ich chatte dich platt“ aus. Mit dem Stück von Thea Schrader gastierte das mobile Jugendtheater Berlin in der Christian-Rauch-Schule.

Auch die Siebtklässler der benachbarten Kaulbach-Schule kamen in den Genuss des einstündigen Schauspiels. Schließlich sei der Umgang mit den Medien in den siebten Klassen generell ein Thema, wie Informatiklehrer Reinhard Mehles erklärte.

Mit großem Interesse und teilweise in betroffener Stille verfolgten die Jugendlichen das überzeugend gespielte Stück um Schüler Max und Schulblog-Reporterin Lara. Eigentlich wollte Lara nur ein Interview mit dem Nachwuchsfußballer ins Netz stellen. „Max ist schwul“ ist am nächsten Tag jedoch im Blog zu lesen, von entwürdigen- den Fotomontagen umrahmt.

„Da will mich jemand fertigmachen“, lautet Max‘ fassungsloser Kommentar. Was tun? Die von Lara vorgeschlagene Gegenkampagne im Netz will Max zuerst auf seine Art angehen und seine unbekannten Verleumder ebenfalls „plattchatten“. Hilfe bekommt er, als er sich an seinen Trainer vom Fußballverein wendet. Doch dann geht die „Hetzjagd“ im Internet von Neuem los. Max weiß sich schließlich keinen Rat mehr und wechselt zu einem Verein nach England.

Um das anschließende Gespräch zwischen Schauspie- lern und Schülern in Gang zu bringen, brauchte es keine große Aufforderung mehr. Schon während des Stücks war zu erfahren, dass heute fast jeder Dritte während seiner Schul-zeit Opfer von Mobbing wird.

Den Unterschied zu „Cyber-Mobbing“ kennen die Siebtklässler genau. Fiese Kommentare und Verleumdungen in Chatrooms und bei den sogenannten sozialen Netzwerken abzuladen, geht nicht nur schnell und anonym, sondern findet auch noch eine weite Verbreitung.

„Da kann man schnell mal seinen Frust im Internet abladen“, weiß Schauspieler Mehmet Kucak. Wie problemlos sich das selbst von der Schulbank aus bewerkstelligen lässt, bestätigt die eigentlich rhetorische Frage Kucaks, wer von den anwesenden Zwölf- und Dreizehnjährigen ein Smartphone besitzt. Fast alle Hände gehen dabei hoch. Umso wichtiger ist es, die Jugendlichen eindringlich für das Thema zu sensibilisieren.(sim)

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