Siebter nordwaldeckischer Unternehmenstag

Hier geht es um die Wurst und um Alu-Produkte

Siebter Unternehmenstag Nordwaldeck bei der Firma Alu-Tec,: (von links) die Bürgermeister Stefan Dittmann (Twistetal) und Jürgen van der Horst (Bad Arolsen), Alu-Tec-Geschäftsführer Armin Gruhs, CDU-Landtagsabgeordneter Armin Schwarz, André Gödde von der Firma Dahl, Bürgermeister Hartmut Linnekugel (Volkmarsen), Uwe Gottmann, Betriebsleiter Rügenwalder Spezialitäten, und Erster Stadtrat Dieter Oderwald (Diemelstadt). Foto: Armin Haß

Bad Arolsen. Von der Nachbarfirma Rügenwalder Spezialitäten wehte der Duft von geräucherten Wurstwaren hinüber, in der Werkshalle von Alu-Tec konnten die Gäste des siebten Unternehmenstags Nordwaldeck die Geräusche aus der Produktion als Kulisse wahrnehmen.

Mittendrin im Geschehen und hoch informativ war das Stelldichein der Unternehmen aus der Region, die zu einem großen Teil an Ständen über ihre Dienstleistungen und Produkte informierten.

So entwickelt sich die Region

Bürgermeister Jürgen van der Horst hieß im Namen seiner Kollegen aus den drei Nachbarkommunen die Unternehmensvertreter willkommen und hatte vor den eindrucksvollen Präsentationen selbst beachtliche Zahlen zu bieten: Die Region habe sich gut entwickelt, rund 1800 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze seien seit 2007 geschaffen worden, wobei die Bankenkrise 2008 dazwischen lag. Zudem habe sich die Arbeitslosigkeit von damals sieben Prozent halbiert auf 500 Arbeitssuchende. Der Regierungsbezirk Kassel sei inzwischen führend in Hessen bei der Beschäftigung und der Leistungsfähigkeit der Firmen, sagte der Landtagsabgeordnete Armin Schwarz. Die Kooperation in Nordwaldeck habe sich bei der Ausbildungsbörse der Kommunen als wichtig erwiesen. Zugleich warb Schwarz für die duale Ausbildung, die als Alternative zu einem Studium gute Perspektiven biete.

Das bietet Alu-Tec

Wie schwierig es ist, junge Menschen für eine Ausbildung in seinem seit 2016 von 28 auf 45 Mitarbeiter vergrößerten Betrieb zu gewinnen, machte Gastgeber Armin Gruhs deutlich. Er habe dafür kämpfen müssen, bis die drei Ausbildungsplätze in diesem Jahr besetzt worden seien, weitere Plätze biete er wieder im kommenden Jahr an.

Die Firma Alu-Tec, die sich 2001 von der 1991 gegründeten WVG Industrie- und Schalttechnik GmbH abspaltete, ist 2016 von Breuna nach Arolsen ins Gewerbegebiet Mengeringhäuser Feld umgezogen. Geschäftsführer Armin Gruhs zählte eine Reihe von Innovationen im Aluminium-Kokillenguss sowie im Qualitätsmanagement und bei der Produktionskontrolle auf, die dem Familienbetrieb einen Platz am Markt sichern. Von hochwertigen Möbeln über Werbeleuchten bis hin zu Medizintechnik reicht das Spektrum der Erzeugnisse, für die Alu-Tec tragende Teile, maßgeschneidert nach den Bedürfnissen der Kunden, liefert. 

Gigantischer Verbrauch

Dabei werden pro Monat 20 Tonnen Aluminium mithilfe von elektrischen Öfen verarbeitet, die dafür 52 000 Kilowattstunden Strom verbrauchen und 1500 Liter Gas. Die größte Maschine hat 213 Werkzeuge, die in der Produktion innerhalb von eineinhalb Sekunden gewechselt werden können.

 Bei Rügenwalder Spezialitäten geht es im weitesten Sinne um die Wurst. Gegründet ursprünglich im gleichnamigen pommerschen Küstenstädtchen, ist der Betrieb ab 1950 beständig in Arolsen ausgebaut worden und zählt nun 120 Beschäftigte in Arolsen und Staßfurth, von wo auch bei den Neuigkeiten ausgerechnet ein „Ostalgie“-Produkt, nämlich eine geräucherte Hähnchenkeule, angeboten wird, wie Betriebsleiter Uwe Gottmann berichtet. 

Sie setzen Tradition fort

Die Produkte des Unternehmens werden in allen deutschen Discount-Märkten geführt, wobei der Snack-Bereich am stärksten wächst, die Bio-Erzeugnisse jedoch noch einen kleinen Teil ausmachen. Rügenwalder Spezialität, geführt von Gabriele, Elmar und Julia Plüntsch, zählt neben den Firmen Wilhelm Brandenburg und Rügenwalder Mühle zu den drei verbliebenen der ehedem 13 Räucherwurstfirmen aus Rügenwalde. Die Drei haben sich inzwischen zu einem Verband zusammengeschlossen, wie Gottmann berichtete. (ah)

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