Syrisch-Aramäische Organisation in Bad Arolsen

Hilfe für den Nahen Osten

- Hilfsaktionen im von Krieg und Terror erschütterten Nahen Osten will ein neuer Verein von Bad Arolsen aus organisieren.

Als Zentrale haben Angehörige der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland das Haus Bahnhofstraße 41 an der Einmündung der Helenenstraße ausgewählt, in dem ein Lager und ein Büro entstanden. Erschüttert von den Meldungen über die Zerstörung historischer und religiös bedeutender Stätten im Zweistromland Mesopotamien bitten die Vereinsmitglieder um Spenden für den Wiederaufbau. Sitz in Bad Arolsen Die Organisation Hubo d‘Slibo Suryoyo ist an den Standorten in Syrien, im Irak und in der Osttürkei sowie in der Diaspora in Bad Arolsen tätig. Vereinsvorsitzender Georg König leitet einen Spendenaufruf des Bischofs Moran Mor Ihnatius Aphrem II. weiter für die Rettung der heiligen Stätten. Aber auch für die von islamistischen Milizen bedrohten Menschen wird um Hilfe gebeten. „Wir können alles gebrauchen“, sagt Vorsitzender Georg König, der als Erzdiakon der aramäischen Christen im syrisch-orthodoxen Kloster in Warburg aktiv war. Das Lager im ehemaligen Schlecker-Markt steht aber momentan leer, da der Verein sich auf Nothilfe über finanzielle Spenden beschränken muss. Für Transporte ist die Lage vor Ort zu gefährlich. Maßgebliche Unterstützung leistet sein Stellvertreter Yakub Fidan, der die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Der Kfz-Meister ist ebenso wie sein Vater Gevriye Fidan eng mit der Gemeinde der aramäischen Christen verbunden. Und über den Verein soll nun auch Hilfe in Regionen gebracht werden, die nach Auffassung von König für weite Teile der deutschen Bevölkerung und viele Politiker unbekannt seien. Der bundesweit aktive Verein will aber nicht nur syrisch-orthodoxe Christen in den türkisch-syrisch-irakischen Grenzregionen Hilfe zuteil werden lassen. Unterstützung soll und muss unabhängig von Religion und Weltanschauung gegeben werden. Die syrisch-orthodoxen oder auch aramäischen Christen sind international gut vernetzt und wollen auch in ganz Deutschland, wo 100 000 von ihnen leben, für die Unterstützung der Hilfsaktionen werben. Yakub Fidan setzt außerdem auf eine Zusammenarbeit mit anderen Gruppen und Vereinen. Mesopotamien ist das alte Zweistromland an Euphrat und Tigris. Dort ist der Sitz der Kirche von Antiochien verwurzelt. Und es ist der Schauplatz für Krieg, Verfolgung und Tötung von Christen. Weil die aramäischen Christen sich abseits der Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit sehen, möchten sie nun mit Unterstützung von offiziellen Stellen zielgerichtet Hilfe in den Nahen Osten lenken. In den Gebieten in Syrien, im Irak und in der Türkei, woher die Fidans stammen, sehen sich auch die dort lebenden schätzungsweise 2000 aramäischen Christen der grausamen Verfolgung durch die islamistischen IS-Milizen ausgesetzt. Den Anstoß für die Vereinsgründung in Deutschland gab der im vergangenen Jahr verstorbene Patriarch von Antiochien und dem Ganzen Osten, Moran Mor Ignatius Zakka I. Iwas, als Oberhaupt der universalen syrisch-orthodoxen Kirche und rechtmäßiger Nachfolger auf dem apostolischen Stuhl, so die offizielle Bezeichnung. Spenden können an das Internationale Komitee der Syrisch-Aramäischen Hilfsorganisation (SAHOIC Hubo D‘SS) überwiesen werden. Ein Konto wurde bei der Kasseler Bank eingerichtet, IBAN: DE65 5209 0000 0040 4245 04, BIC: GENODE51KS1. (ah)

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