Historische Schützengemeinschaft Waldeck feiert 50-jähriges Bestehen

Historische Schützenfestzüge sind Demonstrationen für die Liebe zur Waldecker Heimat

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Der Fanfarenzug der Schützengesellschaft Mengeringhausen spielt unter Leitung von Rolf Ellbrunner in der Festscheune von Schloss Landau zum 50-jährigen Bestehen der Historischen Schützengesellschaft Waldeck.

Sie sind eine starke Gemeinschaft und verstehen sich als Hüter des Waldeckischen Brauchtums und der Heimatliebe.

Bad Arolsen-Landau. Die Historische Schützengemeinschaft Waldeck hat am Wochenende in der Festhalle am Schloss Landau ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Zu den Gratulanten gehörten neben dem Sohn des Schirmherrn Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont, Prinz Carl Anton, auch Landrat Dr. Reinhard Kubat sowie die vier nordwaldeckischen Bürgermeister aus Twistetal, Bad Arolsen, Volkmarsen und Diemelstadt. 

Schließlich gehören zur Historischen Schützengemeinschaft die neun historischen Schützengesellschaften aus Korbach, Berndorf, Mühlhausen, Twiste, Mengeringhausen, Landau, Rhoden, Lütersheim und Freienhagen. Eröffnet wurde die Geburtstagsfeier standesgemäß mit Pauken und Trompeten vom Fanfarenzug Mengerighausen. 

Wertvoller Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft

Landrat Dr. Reinhard Kubat (links) gratuliert dem Vorsitzenden der Historischen Schützengemeinschaft Waldeck, Gerhard Drunk, zum 50. Bestehen des Zusammenschlusses.

Gerhard Drunk von der Schützengilde Landau begrüßte als Vorsitzender der Schützengemeinschaft die Gäste. Landrat Dr. Kubat schwärmte von der herrlich restaurieren Festscheune am Landauer Schloss und stellte anerkennend fest, die Landauer und die ganze Stadt Bad Arolsen könnten dankbar sein, dass Hotelkaufmann Alexander Fitz das historische Anwesen so vorbildlich restauriert habe. 

Ebenso könnten die waldeckischen Städte stolz auf ihre Schützenvereine sein, die in vorbildlicher Weise zusammenhielten und den waldeckischen Städten ein Gemeinschaftsgefühl vermittelten. Diese Verbundenheit mit der Heimat habe einen großen Wert in einer Welt, die längst nicht mehr so sei wie noch vor 50 Jahren. 

Zusammenstehen gegen das Böse

Der Auto-Angriff auf den Rosenmontagszug in Volkmarsen sei “ein Attentat gewesen, wie es der Landkreis noch nicht erlebt“ habe. Umso schöner sei es gewesen, am Tag danach im Solidaritätsgottesdienst mit den Opfern zu erleben, wie die Menschen in Volkmarsen gegen das Böse zusammenstehen. 

In diesem Zusammengehörigkeitsgefühl bestehe auch die Kraft der Schützengilden. Im Namen des erkrankten Ehrenvorsitzenden Herbert Dinger erinnerte der Rhoder Schützenkönig Reinhold Polzer an die Anfänge der Historischen Schützengemeinschaft. Mit seinen 50 Jahren sei der Zusammenschluss noch recht jung wenn man dagegen das 1000-jährige Rhoden und das 900-jährige Lütersheim sehe. 

Stolz auf die Nähe zum waldeckischen Fürstenhaus

Die Idee zum Zusammenschluss der Schützengilden sei 1960 bei der Neugründung der Schützengilde Twiste aufgekommen und dann zehn Jahre später umgesetzt worden. Gemeinsames Ziel sei damals wie heute die waldeckische Brauchtumspflege gewesen. Seit der Gründung sei Fürst Wittekind der Schutzherr mit dem jeweils amtierenden Graf Heinrich aus Mengeringhausen als Stellvertreter. 

Aktuell füllt Markus Köhler dieses repräsentative Amt aus. Höchste Auszeichnung der Historischen Schützengemeinschaft ist die Schützenmedaille, die in fünf Jahrzehnten an 42 herausragende Persönlichkeiten des waldeckischen Schützenwesens verliehen wurde.

 Jüngster Träger der Medaille ist der frühere Schützenkönig und langjährige Schützenvorsitzende aus Korbach, Hans-Jürgen Jost. Im Jahresverlauf pflegen die Vorsitzenden, Könige und Medaillenträger der neun Schützenvereine ihre Gemeinschaft mit Fahrten und Treffen wie dem Zwetschenkuchenessen im Herbst. Bei diesen Treffen würden unter andrem auch die Festtermine für die Freischießen und Schützenfeste so koordiniert, dass es nicht zu Überschneidungen komme. 

Demonstrationen der Liebe zur waldeckischen Heimat

Geburtstagstorte aus der Backstube von Konditormeisterin Isabell Jost.

Die großen Festzüge mit teilweise über 1000 Teilnehmer und vielen hundert Zuschauern seien dann jeweils wie große Demonstrationen; allerdings keine Demonstrationen gegen etwas, sondern für Heimatliebe und Heimatpflege. Polzer zeigte sich optimistisch, dass das Schützenwesen in Waldeck einen Beitrag gegen Landflucht leisten könne. Schließlich werde das Leben im Waldecker Land nicht zuletzt durch die Heimatpflege der Schützen besonders lebenswert. 

Die Geburtstagstorte mit Waldecker Stern und den ersten Textzeilen des Waldecker Liedes hatte die Tochter des Korbacher Schützenvorsitzenden, die Konditormeisterin Isabell Jost aus Goddelsheim, angefertigt. Angeschnitten wurde die Torte von Prinz Carl Anton.

Der Historiker Prof. Dr. Martin Kipp aus Mengeringhausen hielt den Festvortrag zum 50-jährigen Bestehen der Historischen Schützengesellschaft Waldeck.

Den Festvortrag über die Anfänge des Schützenwesens in Landau und Freienhagen am Ende des 16. Jahrhunderts referierte der Mengeringhäuser Historiker Prof. Martin Kipp mit Forschungsergebnissen seines Landauer Kollegen Prof. Karl Murk.

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