Zwischen 261 Solarbäumen sollen 351 Solartische entstehen

Hoffnung auf sonnige Zeiten

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Bad Arolsen - Erst die Pleite der Entrason, dann die Kürzungspläne aus Berlin: Solarinvestoren müssen gute Nerven haben und an die Energiewende glauben. Beide Eigenschaften bringen Walter Knüppel und Gerd Frese mit.

Rund zehn Millionen Euro bringen kleine und große Investoren aus der Region in den kommenden drei Monaten auf, um den vorhandenen Solarpark auf dem Mengeringhäuser Hagen von derzeit rund 2,5 Megawatt elektrische Leistung auf dann knapp zehn Megawatt aufzustocken.

Zu den vorhandenen 261 Solarbäumen werden in Rekordzeit 30000 Solarmodule auf 351 Tischen aufgeständert. Investoren erwerben dabei jeweils einen der 351 Tische mit bis zu 104 Modulen. Die Kosten liegen je nach Tisch-Größe bei 18000 bis 30000 Euro.

Kosten und Erträge werden im Bürgersolarpark gemittelt und solidarisch aufgeteilt. Darüber wacht die Geschäftsführung der Bürgersolarpark Mengeringhausen GmbH & Co KG mit dem ehrenamtlich fungierenden Geschäftsführer Walter Knüppel und dem Eigentümerbeirat unter Vorsitze von Gerd Frese.

Beide sind auch schon Eigentümer von je einem Solarbaum und wollten es dabei auch belassen. Doch dann musste die Betreibergesellschaft Entrason aus Edertal bekanntlich Insolvenz anmelden und die Eigentümer waren sich selbst überlassen.

Park selbst verwalten

Das war die Geburtsstunde der Bürgersolarpark-Idee: Die Eigentümer organisierten sich, übernahmen die Selbstverwaltung des Parks, lösten die offenen Insolvenzfragen und sicherten damit den reibungslosen Übergang der Geschäfte. So manche offene Rechnung musste ein zweites Mal beglichen werden. Und auch die Stadt hat inzwischen die Pacht für ihre Flächen erhalten.

Ein Blick auf das Luftbild beweist aber, dass zwischen den Solarbäumen noch genügend ungenutzte Fläche auf eine Bebauung wartet. Deshalb setzt die Bürgersolarpark GmbH jetzt auf eine Erweiterung.

Dabei drängt die Zeit: Die Bundesregierung hat bekanntlich die Kürzung der Einspeisevergütung beschlossen. Weil das Planverfahren in Mengeringhausen schon weit gediehen war, als der Berliner Beschluss gefällt wurde, kann jetzt noch zu den alten Konditionen investiert werden. Doch die Zeit drängt. Deshalb hieß es gestern, dass innerhalb von drei Monaten alles fertig sein soll.

Die Einspeisung des Stroms ins überörtliche Netz erfolgt durch eine zweite Leitung zum EWF-Umspannwerk im Mengeringhäuser Feld. (es)

Bürgermeister Jürgen van der Horst würdigte das Engagement der privaten Investoren: "Wir haben uns in Bad Arolsen zum Ziel gesetzt, im Rahmen der Energiewende eigene Akzente zu setzen." Damit werde Wertschöpfung in der Region belassen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz stellte fest, dass der Bürgersolarpark ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima genau die richtige Antwort gebe. Die hessische Landesregierung habe mit ihrem Energiegipfel die Richtung vorgegeben. In Vertretung des Landrats stellte Kreisbeigeordneter Fritz Schäfer fest, dass der Landkreis auf den Energiemix setze. Dazu gehörten neben Photovoltaik und Windkraft auch Wasserkraft und Biogas. Die neuerliche Investition stelle auch eine Chance für die heimischen Handwerker dar.

Wer sich noch für eine Beteiligung am Bürgersolarpark Mengeringhausen interessiert, kann sich per Mail an Geschäftsführer Walter Knüppel wenden: walterknueppel@t-online.de (es)

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