Die kleinen Beeren in der Külter Plantage sind empfindlich

Holunderernte muss schnell gehen

Martin Pflüger erklärt, wie der Holunder nach der Ernte beschnitten werden muss, damit auch im folgenden Jahr wieder möglichst viele Dolden an den Büschen hängen. Foto: Ute Germann-Gysen

Volkmarsen-Külte - Eine fünfhundert Meter lange Strecke von Holunderbüschen hat Bio-Obstbauer Martin Pflüger abgeerntet. Ein Dutzend Külter halfen bei der Beerenlese, denn es musste schnell gehen und eine maschinelle Ernte ist bei dieser Fruchtart nicht möglich.

„Wenn die Holunderbeere reif ist, muss sie sofort geerntet werden. Ein heftiger Niederschlag, und alle reifen Beeren liegen am Boden“, begründet der Biobauer das rasche Vorgehen.

Am Külter Königsköppel steht auf einem halben Hektar Fläche die dänische Sorte „Sampo“, die früh reift und besonders große Beeren bildet. Gleichzeitig ist diese Pflanze wenig anspruchsvoll.

Da der Biobauer weder zur Unkrautbekämpfung noch zum Pflanzenschutz chemische Mittel einsetzt, bevorzugt er robuste Sorten. Fünfeinhalb Tonnen der schwarzen Früchte konnte Pflüger im vergangenen Jahr hier ernten.

Für die jetzige Ernte erwartet er einen etwas geringeren Ertrag, die schwülwarme Witterung im Juli hat sich ungünstig ausgewirkt. Seinen Erntehelfern hatte der Öko-Landwirt erklärt, wie sie die Beeren möglichst stielarm schneiden sollten.

Dolden, in denen sich noch Beeren befinden, die nicht vollreif sind, sollen hängen bleiben. Denn in den lila- oder gar grünfarbigen Beeren ist der Anteil der Bitterstoffe besonders hoch, dies würde eine Qualitätsminderung bewirken.

Für kleine Kelterei

Eine Nachernte ist in einer Woche vorgesehen. Schon nach wenigen Stunden besteht die Gefahr, dass die geernteten Früchte verderben.

Noch am selben Abend fuhr daher ein Laster auf den Hof der Familie Pflüger, um die Ernte abzuholen und sofort zu verarbeiten.

Zu seinen Kunden befragt, er klärt Pflüger: „Wir produzieren relativ kleine Mengen. Große Industriebetriebe können wir damit nicht beliefern. Die Holunderernte geht an eine kleine Kelterei in der Nähe von Fulda, dort werden die Früchte zu Saft und Wein verarbeitet.“

Nicht nur Holunder, auch Rhabarber, Äpfel und Vogelbeeren gehören zu den naturschonend angebauten Früchten auf Pflügers Feldern. Die Plantagen stellen eine schöne optische Abwechslung im Landschaftsbild rings um Külte dar.

Die Pflegemaßnahmen beim Holunder beschränken sich auf den Schnitt der Büsche nach der Ernte und wenige Mulch-Vorgänge. Darum halten sich hier besonders viele Wildtiere auf. Zahlreiche Beerendolden bleiben trotz Nachernte hängen, deren Einsammeln wäre unwirtschaftlich.

Für den Hausgebrauch eignen sich die Früchte gut zur Herstellung von besonderen Gelees.

Wer nach dem letzten Lesedurchgang verbliebene Holunderbeeren schneiden will, sollte sich kurz telefonisch bei Martin Pflüger ankündigen: Telefon 05691/87397040.

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