Polizei kontrolliert Schwerverkehr an der Autobahnauffahrt Diemelstadt

Holzlaster besonders im Visier

Überladen oder nicht? - Im Einsatz der Rad- und Achslastwaage ist Präzision gefragt. Deiser Lkw war vorschriftsmäßig beladen. Fotos: Schulten

Diemelstadt - Ladungssicherheit, das Einhalten der Ruhezeiten, Eignung des Fahrers und technischer Zustand des Fahrzeugs waren nur einige der Punkte, die Beamte des Lkw-Kontrolltrupps Nordhessen an der Autobahnauffahrt in Rhoden kontrolliert haben.

Etwas abgelegen am Rande des Gewerbegebietes, auf dem neuen Gelände des Diemelstädter Bauhofes hatten die Beamten der Polizeidirektion ihre Kontrollstelle eingerichtet. Hierhin wurden gestern zwischen 9 und 15.30 Uhr von den Polizeistreifen auf der Autobahn A44 und der Bundesstraße B7 insgesamt 26 Lastzüge gelost, um genau unter die Lupe genommen zu werden. Während der eine Beamte die Fahrzeugpapiere und den Führerschein des Fahrers kontrollierte, machten sich seine Kollegen schon daran, den Zustand der reifen und Bremsen und anderer technischer Einrichtungen am Fahrzeug zu kontrollieren.

Einen Schwerpunkt bildeten gestern die Holztransporte, die erfahrungsgemäß relativ häufig überladen sind. Zum einem ist es beim Beladen nicht immer ganz einfach, das Gewicht der Stämme abzuschätzen, zum anderen kann es sich für den Fuhrunternehmer lohnen, ein paar Tonnen mehr aufzuladen.

Zusätzlich zu den üblichen Bußgeldern hat der Gesetzgeber daher ein so genanntes Gewinnabschöpfungsverfahren eingeführt. Damit errechnet sich die Strafe über überladene Schwertransporte nach dem gewinn, den der Unternehmer durch die zusätzliche Fracht gemacht hätte, wenn er nicht erwischt worden wäre.

Polizeioberkommissar Arnfried Schlömer kennt schon einige seiner regelmäßigen „Kunden“ bei den Kontrollen. Er weiß abzuschätzen, wann sich der Fahrer eines Holztransportes nur um ein paar Stämme verschätzt hat, oder wenn der Fuhrunternehmer systematisch darauf setzt, nicht erwischt zu werden. Schlömer: „Ich kann auch nicht verstehen, warum auch große Holzunternehmen keine Waage auf ihren Betriebsgeländen haben.“

Gerade bei der Kontrolle von Holztransportern mit Überlänge ist es nicht einfach, eine passende Balkenwaage zu finden. Deshalb verfügt der Verkehrsdienst der Polizei in Nordhessen über transportable Rad- und Achslastwaagen. So lässt sich die Last pro Achse genau ermitteln und am Ende leicht addieren. Nach Abzug der Messtoleranz steht dann das Ergebnis.

„Das lasse ich vor Gericht sofort kassieren“, droht ein Fuhrunternehmer und verweist auf die Messvorschriften, doch die Polizeibeamten sind erfahren und halten sich exakt an die 0amtliche Aufbauanleitung. Dazu gehört auch, dass der Messplatz vor Beginn der Aktion vermessen wird. Bis zu zwei Prozent Gefälle sind zulässig.

Am Ende des Tages haben die 13 aus ganz Nordhessen zusammengezogenen Polizeibeamten vier Verstöße gegen die Ladungssicherheit festgestellt und die Fahrer zum besseren Angurten und Verzurren ihrer Ladung verdonnert. Sieben Verstöße gegen die lenk- und Ruhezeiten fielen auf. Diese Verstöße lassen sich Dank moderner Technik sehr einfach aufdecken. Jeder Fahrer muss eine digitale Fahrerkarte in den Bordcomputer seines Lkw einstecken. Der digitale Fahrtenschreiber erfasst jedes Detail. Und die Polizei kann die letzten 29 Tage auslesen.

Schließlich wurden in drei Fällen erhebliche Überladungen festgestellt. Rekordhalter war ein Lkw mit 49,8 Tonnen statt den zulässigen 40 Tonnen. Das entspricht einer Überschreitung um 24,5 Prozent. In diesem Fall werden 800 Euro Bußgeld für den Halter fällig, ermittelt nach dem Gewinnabschöpfungsverfahren.

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