Klassenkameraden aus Bad Arolsen erinnern sich 

„Ich bin ausgeschlossen worden“: AfD-Landtagsfraktion trennt sich von Doris Sayn-Wittgenstein

+
Die Landesvorsitzende derr AfD, Doris von Sayn-Wittgenstein, wurde aus der Fraktion ausgeschlossen. Grund ist ihre mögliche Mitgliedschaft in dem als rechtsextrem eingestuften Verein „Gedächtnisstätte“, der auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD steht.   

Kiel/Bad Arolsen. Die AfD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag hat die Landesvorsitzende Sayn-Wittgenstein ausgeschlossen. Das bestätigte die aus Bad Arolsen stammende Politikerin der Deutschen Presse-Agentur nach einer Fraktionssitzung in Kiel.

Hintergrund für den Ausschluss  sind die Kontakte Sayn-Wittgensteins zum „Verein Gedächtnisstätte“, den der Thüringer Verfassungsschutz als rechtsextrem einstuft. 

Sayn-Wittgenstein bestreitet, jemals Mitglied gewesen zu sein. Sie hat aber bestätigt, 2014 Werbung für den Verein gemacht zu haben. 

Zuletzt hatte sie sich gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen“ aber wieder von dem Verein distanziert, der 1992 von der Holocaust-Leugnerin Haverbeck gegründet worden war. Der Verein steht auf der Unvereinbarkeitsliste für AfD-Mitgliedschaften.

Mit ihrer gescheiterten Kandidatur für den AfD-Bundesvorsitze hatte sie im Dezember 2017 bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Alle Welt fragte sich damals, wer die Unbekannte mit dem wohlklingenden Namen wohl sei. Die Waldeckische Landeszeitung konnte damals bei der Klärung dieser Frage beitragen: Doris Sayn-Wittgenstein stammt aus Bad Arolsen und ist hier unter dem Namen Doris Ulrich als Tochter eines Postsekretärs und einer Vertriebenen aus Schlesien  in der Pyrmonter Straße aufgewachsen. 

In der ehemaligen Residenzstadt des Fürstentums Waldeck erinnern sich Klassenkameraden des Jahrgangs 1954 noch gut an das kluge Mädchen, das zunächst die Realschule besuchte, und dann auf den Realschulzweig der Christian-Rauch-Schule wechselte. „Sie war eher unscheinbar, eine graue Maus, aber eine fleißige und gute Schülerin“, sagt ein ehemaliger Klassenkamerad, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Schon beim zehnjährigen Klassentreffen sei „die Doris“ als „von Sayn-Wittgenstein“ aufgetreten. Beim 40-jährigen Jubiläumstreffen im Jahr 2013 sei sie als erfolgreiche Rechtsanwältin auch dabei gewesen. Nun also könne man von ihr bundesweit in vielen Zeitungen lesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare