Arolser Fraktionssprecher kommentieren Landratswahl

In Bad Arolsen hat die Suche nach neuem Rathauschef begonnen

Blick auf das Bad Arolser Rathaus in der Großen Allee.
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Wer hat demnächst das Sagen im Arolser Rathaus? Nach dem Wahlsieg von Bürgermeister Jürgen van der Horst bei der Landratswahl werden bald auch in Bad Arolsen die Karten neu gemischt.

Der Wahlsieg von Bürgermeister Jürgen van der Horst bei der Landratswahl stellt die Stadt Bad Arolsen vor eine neue Herausforderung: Wer wird neuer Rathauschef in Bad Arolsen, wenn van der Horst am 1. Januar 2022 ins Kreishaus wechselt?

Bad Arolsen - „Wir verlieren einen Super-Bürgermeister, gewinnen aber einen hervorragenden Fachmann für die Kreisverwaltung“, kommentiert CDU-Fraktionssprecher Gerd Frese den Ausgang des Wahlsonntags in Waldeck-Frankenberg.

„Ich beglückwünsche Jürgen van der Horst, mit dem ich immer gut zusammenarbeiten konnte. Jetzt müssen wir für unser Rathaus einen ebensoguten Ersatz finden“, ergänzt Frese und unterstreicht die Herausforderungen: „Van der Horst hat den Schutzschirm clever genutzt, um unsere Stadt zu entschulden und viele Projekte angeschoben. Jetzt muss die Ernte mit den vielen Fördermitteln eingefahren werden. Dazu kommen die neuen Herausforderungen mit der Hochwasservorsorge.“

Gerd Frese ist CDU-Stadtverordneter in Bad Arolsen und Ortsvorsteher von Wetterburg.

Ein herausragender Verwaltungsfachmann

„Wir von der Offenen Liste haben gehofft, dass Jürgen van der Horst neuer Landrat wird“, kommentiert Elmar Kottenstede und führt fort: „Wir sehen das positiv für den ganzen Landkreis, denn unser Bürgermeister ist ein Verwaltungsfachmann. Ich freue mich für ihn.“

Elmar Kottenstede ist Sprecher der Offenen Liste in Bad Arolslen und Ortsvorsteher in Schmillinghausen.

Über die Nachfolge im Amt des Bürgermeisters habe er noch nicht nachgedacht. Diskussionen zu diesem Thema habe er auch aus Gründen der Fairness bisher abgeblockt, sagt Kottenstede. Das komme jetzt aber mit Macht: „Ich rechne mit einer Neuwahl im März. So lange wird sich das Prozedere bestimmt hinziehen. Früher wäre natürlich besser für unsere Stadt. Auch eine Einarbeitungszeit wäre wünschenswert.“ Als neuen Bürgermeister wünscht sich der Sprecher der Offenen Liste einen „Fachmann von außerhalb“. Dann könne man wieder bei Null anfangen. Es gebe keine alten Seilschaften.

Freie Wähler mit lachendem und weinendem Auge

„Das war ein spannendes Rennen“, kommentiert Thorsten Reuter die Stimmenauszählung. Als Stadtverordneter der Freien Wähler habe er ein lachendes und ein weinendes Auge: „Ich bin mir sicher, Jürgen van der Horst wird für den Landkreis eine Menge Positives bewegen.“ Für Bad Arolsen aber werde es schwer, einen ebenso kompetenten Nachfolger zu finden. Dies umso mehr, als fast gleichzeitig in Volkmarsen Bürgermeister Hartmut Linnekugel eine ebenso große Lücke hinterlassen werde.

Thorsten Reuter ist Fraktionssprecher der FWG in Bad Arolsen.

„Ich freue mich, dass Jürgen van der Horst gewonnen hat, bekennt Grünen-Sprecher Dr. Ulrich von Nathusius und fügt hinzu: „Das Wertesystem von Dr. Kubat und seine Ziele haben viele Gemeinsamkeiten mit den Grünen. Wir hatten aber den Eindruck, dass dies wenig Einfluss auf sein Verwaltungshandeln hatte. Deshalb haben wir uns für den relativ besseren Kandidaten entschieden.“ Bürgermeister Jürgen van der Horst hätten die Grünen als zuverlässigen Experten kennengelernt, der sich um bestmögliche Kommunikation bemühe: „Schade, dass wir ihn hier in Arolsen verlieren. Wir fänden es gut, wenn ein Verwaltungsfachmann von außen seine Nachfolge antreten würde.“

Dr. Ulrich von Nathusius ist Grünen-Stadtverordneter in Bad Arolsen.

„Wir rechnen mit Bewerbern von außen, ob Frau oder Mann“

Ähnlich äußert sich die FDP-Stadtverordnete Helga Schlattmann: „Ich finde, dass unser Bürgermeister und künftiger Landrat ein sehr sachliches und gutes Statement nach der Wahl abgegeben hat. Jetzt müssen wir uns möglichst schnell um die Stellenausschreibung bemühen. Wir rechnen mit Bewerbern von außen, ob Frau oder Mann. Mir ist noch kein Bewerber bekannt.

Helga Schlattmann ist FDP-Stadtverordnete in Bad Arolsen.

SPD-Sprecher Ulrich Fiedler erklärte, dass seine Faktion auf eine Konsenslösung mit den anderen Fraktionen im Stadtparlament setze: „Es muss nicht jeder einen eigenen Kandidaten aus dem Hut zaubern. Am besten wäre es, wenn wir uns im Vorfeld auf einen geeigneten bewerber einigen könnten.“

Schnittmengen mit anderen Fraktionen suchen

Dazu müsse zunächst ein Anforderungsprofil aufgestellt werden, denn das Amt des Bad Arolser Bürgermeisters sei ein anspruchsvolles Amt. Fiedler: „Wir wollen alle Fraktionen zu Gesprächen einladen, um Schnittmengen auszuloten und so den Weg zu einem gemeinsamen Kandidaten ebnen.“

Ulrich Fiedler ist SPD-Fraktionssprecher in Bad Arolsen.

Jürgen van der Horst habe mit seiner Art der Amtsführung die Messlatte sehr hoch gelegt. Deshalb sei es wahrscheinlich sinnvoll, einen Kandidaten oder eine Kandidatin mit Verwaltungserfahrung auszuwählen. Außerdem müsse der oder die Bewerberin nicht unbedingt von weither kommen.

Auch die SPD hat keinen Kandidaten in der Hinterhand

Es dürfe auch jemand aus der Region sein, der sich in Bad Arolsen auskenne und nicht ganz von vorne anfangen müsse. Außerdem sei es wichtig, dass der oder die Neue sich mit Finanzen auskenne.

Auf WLZ-Nachfrage bekräftigte Fiedler, dass die SPD noch keinen Bewerber im Auge habe, auch wenn das so ausgefeilte Anforderungsprofil dies vermuten lasse. Fiedler: „Wir streben eine Fortsetzung der harmonischen und sachlichen Zusammenarbeit im Stadtparlament zum Wohle unserer Stadt an.“ (Elmar Schulten)

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