FLÜCHTLINGE IM LANDKREIS Ali Hussein hat sich bestens integriert

Feuerwehrmann aus Aleppo wurde Altenpfleger in Bad Arolsen: In neuer Heimat Fuß gefasst

Fast fünf Jahre lebt Ali Hussein aus Syrien in Deutschland. Der 41-jährige Kurde arbeitet als Altenpflegehelfer und beginnt im Oktober mit der Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft.   
 
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Fast fünf Jahre lebt Ali Hussein aus Syrien in Deutschland. Der 41-jährige Kurde arbeitet als Altenpflegehelfer und beginnt im Oktober mit der Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft.  

In unserer Serie „Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise“ stellen wir Geflüchtete vor und Menschen, die ihnen hier im Landkreis geholfen haben. Heute geht es um Ali Hussein, einen Syrer, der 2015 aus Aleppo nach Bad Arolsen kam.

Bad Arolsen – Ali Hussein macht einen zufriedenen Eindruck. Nach fast fünf Jahren in Deutschland hat er schon viel erreicht. Der Feuerwehrmann aus Aleppo hat eine Stelle in der Altenpflege, ist in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und freut sich über die Kontakte zu vielen Deutschen.

Am 27. Dezember 2015 setzte Ali Hussein zum ersten Mal den Fuß auf deutschen Boden. Mit seiner Ehefrau Amel gelangte von München über Berlin nach Dortmund, danach in die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen, einen Monat später nach Marburg, schließlich über Korbach nach Bad Arolsen, wo er beide nun in einer hübschen Wohnung der Baugenossenschaft leben.

Sprachkurs absolviert, Ausbildung in der Krankenpflege

Amel arbeitet beim Bathildisheim in der Küche. Ali Hussein musste von seinem in Syrien ausgeübten Beruf Feuerwehr umsatteln. Abgesehen davon, dass Ausrüstung, Ausbildung und Einsatzgebiete anders sind, gibt es die Berufsfeuerwehren nur in großen Städten.

Dennoch zog es ihn gleich zur heimischen Wehr, und der frühere Wehrführer Gordon Kalhöfer bescheinigte dem Syrer, recht schnell mit dem Erlernen der deutschen Sprache vorangekommen zu sein. Recht bald hatte er auf dem B-1-Level die Fähigkeit zur Kommunikation im Alltag erlangt. Zudem konnte er in Korbach schnell den Hauptschulabschluss nachholen, um mit der angestrebten Ausbildung in der Krankenpflege beginnen zu können.

Ohne gute Sprachkenntnisse geht es nicht

Nach einem Praktikum in dem Seniorenheim bei seinem Feuerwehrkameraden Reginald Paschke fiel ihm die Entscheidung für diesen Beruf leicht. Anfangs habe er sich doch schwergetan mit der emotionalen Belastung, die der Umgang mit pflegebedürftigen alten Menschen mit sich bringe.

Doch immer mehr gefiel es ihm, Menschen die nötige Zuwendung zu geben, ihnen zu helfen und im Alltag zu versorgen. Ganz nebenbei trägt der Umgang mit den Menschen dazu bei, die Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Helfer in der Altenpflege

Inzwischen hat er auch durch den Austausch mit den Kollegen gelernt, wie er mit Emotionen umgehen kann, ohne von ihnen zu stark belastet zu werden. Es gebe nun einmal schöne Erlebnisse, aber auch traurige Ereignisse. Seine erste Ausbildung zum Helfer in der Altenpflege erlangte Hussein beim Waldeckischen Diakonissenhaus Sophienheim in der dortigen Altenpflegeschule.

Inzwischen ist er als ambulanter Mitarbeiter beim Pflegedienst Prior tätig und kommt mit dem Wagen ziemlich weit herum in der Region.

Weitere Ausbildung startet nächste Woche

Nach einem Jahr in dem neuen Beruf beginnt er am 1. Oktober bei dem Pflegedienst die Ausbildung als Pflegefachkraft an. Zwei Jahre sind dafür vorgesehen, nachdem er bereits als Pflegehelfer ausgebildet worden war. So weit es ihm die Arbeitszeit erlaubt, bemüht sich der Syrer, als ehrenamtlicher Feuerwehrmann die Kameraden bei ihren Einätzen zu unterstützen.

Dafür hat er bereits vor drei Jahren den ersten Lehrgang absolviert. In Syrien leben keine nahen Angehörigen mehr. Seine Familie hat es nach Deutschland, in die Schweiz und nach Schweden verschlagen. Über Messenger-Dienste können die Kontakte ganz aufrechterhalten werden. „Wir sind sehr zufrieden“, unterstreicht Hussein, „und können den Deutschen nur Danke sagen.“ (Von Armin Haß)

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