Wie gehen Gesellschaften mit Bedürftigen um?

Indonesischer Pfarrer informiert sich über Hilfe von der Bad Arolser Tafel  

Gast aus Fernost bei der Bad Arolser Tafel: Reverend Budi Cahyono von der Parrnerkirche der hiesigen Kirchenkreise bei der Bad Arolser Tafel mit Pfarerrin Kerstin Hartge, Bad Wildungen, und von links: Edith Volkhausen, Anne Thill Tafel), Christa Angstmann (Partnerschaftsausschuss), Shamo Khadir und Ulrike Jaschko-Werner (Tafel). Foto: Armin Haß

 Bad Arolsen – Wie gehen Menschen in Deutschland und Indonesien mit Hilfsbedürftigen um? Bei seinem Besuch in den Räumen der Bad Arolser Tafel konnte der Generalsekretär der Evangelischen Kirche von Ost-Java, Reverend Budi Cahyono, erfahren, wie in einem der reichsten Länder der Welt Bedürftige durch Lebensmittelspenden unterstützt werden.

In seinem Heimatland sind solche durch Spenden geförderte Hilfsprojekte, wie die in vielen deutschen Städten üblichen Tafeln eher ungewöhnlich. Dort sind es Gemeinschaften sowie Familien, die bei Hilfsbedürftigkeit einspringen: Es gibt auch in den Städten einen Geist des Zusammenlebens, berichtet der Vertreter der Partnerkirche der Kirchenkreis Twiste-Eisenberg und der Eder.

Besuch im Partnerkreis

Alte Menschen blieben dort in den Familien und werden von ihnen möglichst bis zu ihrem Tod versorgt. Der Begründer der evangelischen Kirche auf Ost-Java, der Schmillinghäuser Johannes Emde, dürfte vor gut eineinhalb Jahrhunderten ähnliche gesellschaftliche Strukturen in seiner waldeckischen Heimat gewohnt gewesen sein. Doch die haben sich inzwischen stark geändert.

Pfarrer Cahyono besuchte zusammen mit der Pfarrerin Kerstin Hartge (Bad Wildungen) und Christa Angstmann (Bad Arolsen, Partnerschaftsausschuss Ost-Java) die Arolser Tafel, in der mittwochs und freitags 300 Bedürftige, darunter viele Flüchtlinge, mit verschiedensten Lebensmitteln versorgt werden.

Ökumenisches Projekt

Die Tafel wird als ökumenisches Projekt von der evangelischen, der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde getragen und durch eine Vielzahl von Spendern finanziert. Zwar sind die 40 Mitarbeiter ehrenamtlich tätig. Doch müssen Fahrzeug und Miete noch finanziert werden. Der Umgang mit Menschen, denen es nicht so gut geht, war eines der gemeinsamen Themen, das der indonesische Pfarrer und die deutschen Gastgeber erörterten.

Indonesien ist das größte islamische Land der Welt, gerade zwei Prozent sind Christen. Und doch funktioniere in vielen Teilen des Landes das Miteinander, so Pfarrer Cahyono. Denn die gleiche Sprache, Kultur und Stammeszugehörigkeit bieten viele Gemeinsamkeiten und ein entsprechendes Verständnis untereinander.

Viele Gemeinsamkeiten

So gebe es ein intaktes Gemeinschaftsleben. Reverend Cahyono berichtet von Hochzeitsfeiern, bei denen Christen und Muslime gemeinsam feiern. Oder von örtliche Sicherheitsdiensten, bei denen Christen, Muslime und Hindus gemeinsam patroullieren. Unproblematisch ist das Zusammenleben trotz vieler Gemeinsamkeiten dennoch nicht: Neben den moderaten Muslimen gibt radikale Anhänger des Islam, die die Christen in Bedrängnis bringen. Und die soziale Wirklichkeit weist trotz gelebter Solidarität Probleme auf: So sind 400 000 Menschen aus Indonesien Arbeitsmigranten. Viele gehen nach Malaysia als Haushaltkräfte.

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