Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg leistet unbürokratische Hilfe

Inklusion reicht bis in Diskothek hinein

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Mit neuen Vorstandsmitgliedern startet die Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg durch: (v. l.) Beisitzer Gernot Krögel, Schatzmeister Rainer Gorski, Vorsitzender Oberst a. D. Jürgen Damm, dessen Stellvertreter, Oberstabsfeldwebel Michael Kan

Bad Arolsen / Volkmarsen. - Die Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg will Hilfe schnell und unbürokratisch dort bieten, wo sie von behinderten und älteren Menschen gebraucht wird.

Seit 35 Jahren besteht der Verein, der „nicht nur für Menschen mit Behinderungen arbeiten will, sondern mit ihnen gemeinsam“, wie Oberst a. D. Jürgen Damm als Kreisvorsitzender und Präsident der AfbM Hessen hervorhebt. Mit den Worten Damms wird die Aktion „von Staatsbürgern in Zivil, von den Streitkräften und von aktiven und ehemaligen Soldaten sowie von Soldaten der Reserve“ getragen.

Jubi-Feier im Juni

Dies ist auch im Vorstand sichtbar. So werden der Vorsitzende und sein Stellvertreter, Oberstabsfeldwebel Michael Kantert, ab sofort von Schatzmeister Rainer Gorski, dem ehemaligen Vorsitzenden der Reservistenkameradschaft Frankenberg, unterstützt. Gorskis Vorgänger Gernot Krögel bleibt dem Vorstand als Beisitzer erhalten. Zum Geschäftsführer wurde der Arolser Horst Behle gewählt, nachdem der Vorsitzende das Amt ein Jahr kommissarisch mit übernommen hatte.

Ihren 35. „Geburtstag“ wollen Vorstand und Mitglieder mit vielen Gästen bei einem Sommerfest am 9. Juni feiern. Veranstaltungsort wird das Haus Dr. Bock in Volkmarsen sein. Bereits die Jahreshauptversammlung hatte der Verein in die Kugelsburgstadt gelegt. In seinem Grußwort wies Bürgermeister Hartmut Linnekugel auf den „kurzen Draht“ zwischen Bathildisheim und Haus Kugelsburg hin, wo im April damit begonnen werde, ein Haus für Menschen mit Autismus einzurichten. Barrieren müssten weiterhin abgebaut und die Kommunikation zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen vertieft werden, betonte Linnekugel: „Inklusion ist hier das Zauberwort.“

Inklusion vorgelebt

Mit zahlreichen Jahresaktivitäten hat die Aktion für behinderte Menschen Inklusion in vielfältiger Weise vorgelebt. Dazu zählte etwa der Hessentag in Wetzlar, wo der Verein die Schulbands der Frankenberger Kegelbergschule und der Bad Arolser Heinrich-Lüttecke-Schule auf die Aktionsbühne holte. Dazu hat es die Aktion mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Helfer rund 900 Behinderten ermöglicht, den Hessentag zu besuchen.

Landesweiter Aktionsplan

Als Einzelbeispiel für die Unterstützung durch die Politik nannte der Vorsitzende ein Nachmittagsprojekt an der Kegelberg-Schule. Das hessische Wissenschaftsministerium hatte das neunmonatige Projekt zum Thema „Brüder Grimm“ gefördert. Auch in die Mitarbeit des Aktionsplans Hessen zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, so erklärte Damm, habe sich das AfbM-Präsidium im Rahmen seiner Möglichkeiten eingeschaltet.

Ausdrücklich dankte der Vorsitzende all den Unterstützern, die die erfolgreiche Vereinsarbeit mit Benefiz-Konzerten und Theaterbesuchen, Ausflügen und Festen überhaupt erst ermöglicht haben. Ein neues, umfangreiches Programm hat auch im laufenden Jahr wieder begonnen. Begeistert zeigte sich Damm von der Resonanz auf die „inklusive Disco“, zu der Anfang März 200 Menschen aus dem Lebenshilfewerk und dem Rehazentrum Bathildisheim im Arolser Jugendzentrum „Come in“ zusammenkamen.

Kein Zufall ist der Termin, an dem das Akkordeonorchester „Diemelspatzen“ kommenden Monat in der Stadthalle Mengeringhausen zum Benefizkonzert aufspielen wird: just am 23. April feiert auch Vorsitzender Jürgen Damm seinen 75. Geburtstag.

Voller Terminkalender

Das Sommerfest findet am 9. Juni in Volkmarsen statt. Am 17. Juni lädt die AfbM Hessen gemeinsam mit der Stabsstelle UN-Behindertenkonvention im hessischen Sozialministerium und dem Landeskommando zum Aktionstag auf den Hessentag in Kassel ein. Benefizvorstellungen auf der Freilichtbühne werden am 2. Juli in Korbach und in Twiste gegeben. Eine Wochenendfreizeit in Elbenberg steht vom 16. bis 18. August an. Benefizkonzerte mit den Heeresmusikern werden am 21. August in Meineringhausen, am 30. Oktober in Herzhausen sowie am 12. Dezember in Allendorf/Eder zu hören sein.

Das jährliche Weihnachtsbaumschlagen wird in Basdorf am 14. Dezember beginnen. Um all diese Aktivitäten umsetzen und die Teilnehmer an Ort und Stelle bringen zu können, wird auch ein entsprechendes Fahrzeug benötigt. Der Vorstand hat daher die Beschaffung eines neuen Kleinbusses beschlossen.

Neuer Transporter fällig

Wie Fahrzeugwart Jürgen Voigtländer erklärte, sei der alte Bus mit neun Jahren mittlerweile in die Jahre gekommen. Als Neubeschaffung über die Johanniter Unfallhilfe werde der neue Kleinbus nach allen Abzügen mit rund 18 000 Euro zu Buche schlagen. (ah)

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