BAD AROLSEN

Internationaler Suchdienst zeigt Bilder von den Toren zur Hölle

- Bad Arolsen (-es-). Seit der Öffnung des Suchdienstes für die interessierte Öffentlichkeit im April 2008 kommt es zu immer neuen historischen Wendungen und Begegnungen. Jetzt lädt der Internationale Suchdienst erstmals in seiner Geschichte zu einer öffentlichen Ausstellung.

Drei Monate lang zeigt der Suchdienst in seinen Räumen an der Großen Allee Zeichnungen, mit denen der Sowjetsoldat Tolkatchev das Grauen festhielt, das seine Augen nach der Befreiung der Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz sahen. Die Ausstellung des israelischen Dokumentationszentrums Yad Vashem war schon bei den Vereinten Nationen und im Europaparlament zu sehen. Nun also auch bei ITS in Bad Arolsen. „Yad Vashem wird vielleicht unser wichtigster Partner in der Zukunft werden“, deutete ITS-Direktor Jean-Luc Blondel vielsagend an. Bis vor wenigen Jahren vertraten der ITS und Yad Vashem oft unterschiedliche Ansichten was den Umgang mit Informationen über die Opfer des Holocaust betraf. Auch das hat sich seit der Öffnung des Suchdienst-Archives geändert. Anfang Mai kam die Historikerin Dr. Susanne Urban von Yad Vashem zum Suchdienst. Ihre Aufgabe ist es nun, die Suchdienst-Bestände wissenschaftlich zu erschließen. Dabei wird auch ein Teil der Philosophie von Yad Vashem verfolgt, nämlich die Opfer des Nationalsozialisten Rassenwahns vor dem Vergessen zu bewahren. Jeder Tote hat eine Geschichte, die es zu bewahren gilt. Die Opfer, die von ihren Mördern zu Nummern gemacht wurden, sollen wieder Namen erhalten. In diesem Sinne verlasen Suchdienst-Mitarbeiter bei der Ausstellungseröffnung Geschichten und Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden.Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Oktober zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

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