Eine Million Euro investiert, Zusammenhalt gestärkt

Das ist die Bilanz der Dorferneuerung Kohlgrund

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Schlüssel für die Halle zum Abschluss der Dorferneuerung. Von links: Bürgermeister Jürgen van der Horst, Sabine Gottmann (Stadt)), Stadtrat Udo Jost, Wilhelm Müller (Arbeitskreis), ehemaliger Ortsvorsteher Heinrich Kaune, Sigrid Göbel (Landkreis), Ortsvorsteher Jens Relke, Christoph Kiefer (Architekturbüro Müntinga und Puy) und Landrat Dr. Reinhard Kubat.

Bad Arolsen-Kohlgrund. Das Ergebnis der Dorferneuerung in Kohlgrund wurde bei einem Fest zum Abschluss nach neun Jahren in der Schützenhalle gefeiert. Das ist die Bilanz.

Mancher Liter Schweiß wurde vergossen, viele Stunden Diskussionen wurden geführt und insgesamt eine Million Euro wurde investiert. Am Ende der Dorferneuerung steht nach neun Jahren ein großes „Wir Gefühl“, wie der frühere Ortsvorsteher Heinrich Kaune feststellt.

Das motivierte

 Kaune hat wie nach ihm der amtierende Ortsvorsteher Jens Relke zusammen mit dem Arbeitskreissprecher Wilhelm Müller für den nötigen Motivationsschub im Dorf gesorgt, auch wenn es mal hakte, und selbst am Gelingen hohen Anteil gehabt.

 „Für unser Dorf war es eine riesengroße Chance“, sagte Kaune in einem Rückblick. Mit der Übergabe des Aufnahmebescheids durch den damaligen Staatsminister Wilhelm Dietzel (aus dem Nachbarort Neudorf stammend) erfolgte der Start zu dem Entwicklungsprogramm unter dem Motto „Kohlgrund – Grund zum Leben“. 

Das haben Bürger geleistet

Dafür haben freiwillige Helfer bei öffentlichen Projekten, wie die vom Architekturbüro Brümmer geplante Schützenhalle mit Dorftreff als multifunktionales Gebäude, der Spielplatz und der als krönender Abschluss neu gestaltete Dorfpark 3000 Stunden Eigenleistungen erbracht. 

Auch bei dem Feuerwehrhaus, das aus einem anderen Förderprogramm parallel zur Dorferneuerung saniert wurde, legten Kohlgrunder Hand an. Bei der Neugestaltung des Friedhofes hingegen war dies nicht möglich. 

Das sagt der Ortsvorsteher

Nachträglich überreichte Kaune seinem Nachfolger Relke einen symbolischen Schlüssel für die Halle, der aus einem Balken im Giebel seines Haus gefertigt wurde. „Ein voller Erfolg“, urteilte Ortsvorsteher Relke über das Ergebnis der Dorferneuerung, die auch private Projekte einbezogen habe. 

Die Mühen hätten sich gelohnt, das Ergebnis könne sich sehen lassen. Dies sei dem Zusammenwirken zwischen den Dorfgremien, der Stadt, dem Landkreis, den Architekturbüros, den Firmen und einzelnen Bürgern zu verdanken, die durch Spenden und Eigenleistungen zum Gelingen beigetragen hätten. Besonderen Dank sprach er dem zu früh verstorbenen Thomas Butschkowski aus, der in besonderer Weise Eigenleistungen erbrachte. 

So hat sich Kohlgrund gewandelt

Kohlgrund habe sich positiv verändert, die Dorferneuerung sei ein wichtiges Programm um die Zukunft der Dörfer zu gestalten, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst. Die Bürger seien eine wichtige Stütze gewesen. Aus den Fachdiensten der Stadt und des Kreises hätten Erfahrung, Professionalität und Begeisterung für die Sache zum Gelingen beigetragen, ebenso die Beratung durch das Architekturbüro Müntinga und Puy. 

Die Dorferneuerung habe dazu beigetragen, sich mit dem eigenen Ort intensiver zu befassen, Geduld, Kompromissbereitschaft und die Fähigkeit zum Aushalten von Frustmomenten gehörten dazu. 

Das "schärfste Schwert"

„Sie wohnen in einem tollen und schönen Dorf“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat. Neben der Stärkung der Infrastruktur sei ein wichtiges Ziel der Dorfentwicklung, das Zusammenleben zu fördern. Dies werde auch durch Initiativen wie den Verein Kohle für Kohlgrund gezeigt. Die Bereiche Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis gälten als „schärfstes Schwert, das wir haben.“ 

Begeistert schilderte Sigrid Göbel vom Fachdienst des Landkreises ihre Erlebnisse im Dorf und im Zusammenwirken mit den Gremien im Dorf. Unvergessen seien die Kekse, die Ortsvorsteher Heinrich Kaune zu Sitzungen mitgebracht habe. Zum Abschluss der Dorferneuerung in Kohlgrund stíftete sie eine neue Tischtennisplatte für die Halle, abzuholen im Rahmen eines Freundschaftsspieles mit der Mannschaft in Lengefeld. 

Geschenk der Schützen

Mit dem biblischen Spruch „Suchet der Stadt Bestes“ traf Pfarrerin Claudia Engler bei der Andacht ins Schwarze. Bei Planwagenfahrten nach dem Mittagessen konnte das Dorf besichtigt werden. Mit Angeboten für Kinder und Unterhaltung durch die „Orgelpfeifen“ aus Mühlhausen wurde an dem Kaffeenachmittag in der schmucken Halle viel Abwechslung angeboten. 

Zum Abschluss gab es noch eine symbolträchtige Aktion: Der Schützenverein ließ einen Baum am Dorftreff pflanzen.

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