150 Jahre alter Hof Marpe gründlich saniert

Altes Schmillinghäuser Bauernhaus wird Schmuckstück

Haus Marpe in Schmillinghausen
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Geschafft: Nach fast 20 Jahren intensiver Sanierung veranstaltet die Familie Marpe mit den Helfern und Angehörigen ein Hoffest. Unser Bild zeigt Friedrich und Ehefrau Silvia mit Tochter Laurina (links), onkel Heinz Marpe sowie Wilhelm Hoppe, dessen Familie nach Hofteilung vor über 150 Jahren auf dem benachbarten Anwesen siedelte, und seiner Enkelin Juliana.

Schmillinghausen. Grund zum Feiern gibt es auf dem Hof Marpe in Schmillinghausen. Nach fast 20 Jahren ist die Sanierung endlich abgeschlossen, zudem jährt sich der Neubau zum 150. Mal.

Die sechste Generation der Marpes lebt inzwischen auf dem Fachwerkhaus Herbser Straße 1. Und mit 120 Angehörigen und Helfern soll das sehenswerte Ergebnis bei einem Hoffest gefeiert werden.

Gründlich saniert

 Am 28. Juni 1867 haben Christian Marpe un seine Ehefrau Louise, geb. Neumeier, das Haus errichtet. Nach vielen Um- und Anbauten war es in den 90-er Jahren an der Zeit, das Fachwerkhaus gründlich zu sanieren. Friedrich und Silvia Marpe konnten dafür auch Dorferneuerungsmittel nutzen, das Dorfentwicklungsgebiet war dafür um das markante Gebäude am Ortseingang ausgedehnt worden. 

Am 28. Mai 1999 wurde das Gerüst aufgebaut, so erinnert sich Silvia Marpe, um mit dem Abbau der nach dem Ersten Weltkrieg angebrachten Blechplatten von dem Fachwerkhaus zu beginnen. „Uns ging es darum, das Fachwerk wieder zur Geltung zu bringen“, sagt Friedrich Marpe: „Ich wollte das Haus immer erhalten.“ 

Sprossenfenster vorgeschrieben

Die Balken waren erhalten geblieben. Wichtigste Auflage für die Vergabe der Landeszuschüsse war der Einbau von Sprossenfenstern aus heimischen Hölzern. Dabei wurde auch zugelassen, die Wände an verschiedenen Stellen aufzubrechen und weitere Fenster einzubauen, die mehr Licht ins Haus bringen und nach außen ein harmonisches Gesamtbild bieten. 

Viel Staub geschluckt

Viel Schweiß wurde vergossen und viel Staub geschluckt, um Deckenhöhen zu verändern, aus fünf kleinen Räumen etwa im Erdgeschoss einen geräumigen Wohn- und Esszimmerbereich zu gestalten. Silvia Marpe lieferte die Ideen für die freundliche Einrichtung mit Holzmöbeln und Buchenparkett, Vorhängen und Wandanstrichen in warmen Farbe. Manche Überraschung machten Friedrich Marpe und seine tatkräftigen Helfer. 

Ohne die enorme Eigenleistung, die er mit 80 Prozent des Gesamtaufwandes beziffert, wäre das Werk nicht möglich gewesen, betont er immer wieder. Gemeinsam musste etwa ein gut 300 Kilo schwerer Eisenträger eingebaut werden, oder aus dem begehbaren Kamin Sandsteine entnommen werden, die nun einen Blickfang vor der Terrasse bilden. Zudem wurde an der Herbser Straße ein Vorbau mit Sitzbänken, Beet und stattlichem Ahornbaum angelegt. Auch der alte Brunnen konnte reaktiviert werden. 

Wo andere Urlaub machen

Scheune und Stall wurden auch renoviert. Dort hält der als Landmaschinenschlosser tätige Marpe ein paar Kühe, Schweine und Schafe, das Heu kann er von der angrenzenden Wiese bekommen. „Wir wohnen in einem so schönen Gebiet, wo andere gerne Urlaub machen, freut sich Silvia Marpe.

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