Veranstaltungsreigen zieht sich durch das ganze Jahr - Festwochenende im September

300 Jahre Bad Arolsen: In der Neujahrsnacht beginnt das große Stadtjubiläum

+
In der Silvesternacht fällt in Bad Arolsen der Startschuss für das 300-jährige Stadtjubiläum.

Bad Arolsen. Wenn die Turmuhr der Stadtkirche in der Silvesternacht das Jahr 2019 begrüßt, dann beginnt für Bad Arolsen das 300. Jahr seit der Stadtgründung.

Die Erhebung des Waldecker Grafen Friedrich Anton Ulrich in den Fürstenstand und die Veröffentlichung seiner Hoch-Fürstlich-Waldeckischen Privilegien und Freyheiten am 20. September 1719 waren vor 300 Jahren das Startsignal für den Bau der Residenzstadt. 15 Jahre Steuerfreiheit und Religionsfreiheit wurden den ersten Arolsern zugesichert. 

Die Pläne für die Stadtentwicklung lieferte Stadtbaumeister Julius Ludwig Rothweil. So entstand eine Planstadt vom Reißbrett, beflügelt von der Fantasie des barocken Fürsten und begrenzt durch seine finanziellen Möglichkeiten. Sigrid Puntigam hat in ihrem Aufsatz „Planstadt und Realstadt“ für die Barockausstellung im Jahr 1992 festgestellt, dass die Arolser Privilegien von 1719 auf die Bedürfnisse einer Residenz zugeschnitten war und denen der Residenzstädte Ludwigsburg und Karlsruhe glich. 

Privilegien gab es nur für Einzelpersonen

Rund um das Schloss in Bad Arolsen wurden Musterhäuser gebaut.

Die Privilegien wurden an Einzelpersonen verliehen, denn es sollte kein städtisches Gemeinwesen mit Stadtrechten und freien Bürgern entstehen. Jeder Zuzügler musste mindestens 1000 Gulden Vermögen vorweisen, damit die Residenz „nicht mit unvermögenden Einwohnern angefüllet werde“. Lage und Größe des Bauplatzes konnte nicht frei gewählt werden, sondern wurde zugeteilt „nach Condition seiner Persohn und Familie ... und dem Befinden nach...“. Ein durch Umzug frei werdendes Haus sollte dem „Successore in officio“, also dem Nachfolger im Amt, angeboten werden. Der Fürst brauchte schließlich Experten für seine Hofhaltung, Handwerker, Musiker, Beamte. 

Musterhäuser entstanden rund um das Schloss

Ermöglicht wurde dadurch der Bau von Musterhäusern, die einheitlich geplant und hochgezogen wurden. Dafür zeichnete der Stadtplaner Julius Ludwig Rothweil gemeinsam mit seinem Sohn Franz Friedrich. Die großen Häuser der Hauptstraße (heute Schlossstraße) sollten der Nähe zum Schloss entsprechend Adelige und Beamte wohnen. Die Häuser sind vom Typ drei- und fünfachsig alternierend, zweigeschossig freistehend und traufenständig mit Eckquaderung und Mansarddach. Obwohl nach den „Privilegien“ steinere Häuser versprochen waren, sind sie meist aus Fachwerk errichtet und dann, um einen Steinbau vorzutäuschen, verputzt worden. 

Zu jedem gehörte einer dahinterliegender Hof, ein parallel zum Haus gelegener Stall sowie Gartenland. Die Haltung von zwei Stück Hornvieh war erlaubt. Die kleinen Häuser der Kreuzstraße (heute Kaulbachstraße) waren für Hofmusiker und andere Hofbedienstete und Hofhandwerker vorgesehen. Entstanden sind hier zweiachsige, eingeschossige giebelständige, ebenfalls verputzte Fachwerkbauen mit Eckkrustierung und Mansarddach. Der Eingang befand sich an der Seite.

Und Bad Arolsen soll kräftig weiterwachsen: Bauboom erwartet: In Bad Arolsen werden 2019 Millionenbeträge investiert

Jubiläumswochenende findet Ende September statt

Die Barock-Festspiele vom 29. Mai bis 2. Juni werden ein erster Höhepunkt im Festreigen sein. Das eigentliche Jubiläumswochenende ist aber für den 20. bis 22. September geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare