Aufführung am 26. und 27. Januar in „Göbels Arena“ in Rotenburg

Jürgen Wohlfart schreibt das Stück „Weihnachtsfieber“ für die Musical-Aufführung von Patrick Busch

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Bei den Musical-Proben in Rotenburg: Hinten links steht der Komponist, Organisator und Projektleiter Patrick Busch, neben ihm sein Freund, der Autor und Mitspieler Jürgen Wohlfahrt. Umgeben sind sie von fünf der neun Rentiere.

Bad Arolsen/Rotenburg. Der Rotenburger Rektor Patrick Busch und sein Bad Arolser Freund Jürgen Wohlfart wollen nach „Mandra-Gorana“   ein neues Musical auf die Bühne bringen: „Weihnachtsfieber“ heißt es, rund 300 Kinder und Jugendliche führen es am 26. und 27. Januar in „Göbels Arena“ in Rotenburg auf.

Der Musikpädagoge und Chorleiter Busch hat schon 1998 das berühmte Buch „Der kleine Prinz“ vertont, sein zweites großes Projekt war das Musical „Ich kann fliegen“. 2003 stieß er auf das Buch „Mandra-Gorana“ von Jürgen Wohlfart, noch im selben Jahr war in Buschs Wahlheimat Rotenburg die Uraufführung der Musical-Fassung. In Adorf war die Inszenierung in der Jubiläumswoche zum 50-jährigen Bestehen der Mittelpunktschule 2014 ein Höhepunkt.

Kennengelernt haben sich die beiden in Bad Arolsen und Rotenburg lebenden Lehrer über ihre Kollegin Katrin Hollstein-Hamel – sie hat mit Patrick Busch studiert. Im Sommer 1998 kam sie als Lehrerin an die Adorfer Mittelpunktschule, deren Rektor Jürgen Wohlfart von 1997 bis 2017 war. Als Wohlfart 2003 den ersten Band von „Mandra-Gorana“ herausbrachte, stellte sie den Kontakt her: „Patrick suchte was für ein Musical“, berichtet Wohlfart – dessen Fantasy-Welt mit ihren liebenswerten Fabelwesen bot ihm genau den richtigen Stoff.

 Trotz des großen Aufwands und der vielen Vorbereitungen: „Es war eine wunderschöne Zeit“, sagt Wohlfart. „Es hat mich infiziert.“ Und so fragte er seinen Freund ein paar Monate nach dem Schuljubiläum: „Wollen wir nicht wieder was machen?“ Busch wollte: „Alle drei bis vier Jahre juckt es mich in den Fingern, und ich muss meine Kreativität ausleben“, erklärt er. Wohlfart wollte nach seiner Pensionierung als Rektor in Adorf ohnehin mehr schreiben. „Da gehört Motivation zu – und die Aufführung eines Musicals motiviert.“

 So setzte er sich hin und entwarf das 67-seitige Konzept fürs „Weihnachtsfieber“. Er schickte es Busch, der überarbeitete es und fügte gleich Liedtexte mit ein. Und da die Kirchengemeinde Weiterode wieder Trägerin des Musicalprojekts ist, baute Busch noch einen christlichen Bezug ein. „Der passt ja zu Weihnachten“, bemerkt Wohlfahrt. Noch während der ersten Probe haben die beiden das Skript nochmals verändert: „Wir wollten mehr Witz hineinbringen.“

Aus dem Inhalt

Droht Weihnachten 2018 auszufallen? Dieses Szenario malt Jürgen Wohlfart in seinem Stück aus: Der Weihnachtsmann wird krank – und das kurz vorm Weihnachtsfest. Er hat ein Medikament genommen und ist in seinem Haus auf Island in einen Tiefschlaf gefallen. Sein getreuer Ruprecht steht allein da: Er muss zig Millionen Geschenke einpacken, die Rentiere trainieren und die Schlitten herrichten. Den Berg an Arbeit vor Augen bekommt er Panik – muss Weihnachten ausfallen? 

In seiner Not wendet er sich an die Agentur für Arbeit. Doch kein Bewerber passt ins Anforderungsprofil eines Weihnachtsmannes. Sachbearbeiter Schneider vermittelt ihm schließlich einen Maschinenbauer. Ruprecht ist skeptisch, als der Typ aufkreuzt: bunt tatoowiert und voller Piercings. Und arbeiten will er nur streng nach Tarifvertrag.

 Doch Ruprechts erster Eindruck trügt. Gemütlich im Acht-Stunden-Rhythmus erledigt der Neue alle Arbeiten, der Berg der Geschenke wächst, die Rentierte sind fit, außerdem schraubt und malt er an der Schlitten herum. 

Warum es so gut läuft: Die Gowichtel haben ihm kräftig geholfen, damit die Kinder zu ihren Geschenken kommen. Sie sind aus „Mandra-Gorana“ bekannt als Schutzgeister der Kinder. Und so ist alles vorbereitet, als der Weihnachtsmann wieder wach wird – gemeinsam können sie die Geschenke verteilen...

Buschs neues Mammuntprojekt

 Doch sein Part sei eher bescheiden, betont Wohlfart: Es ist sein Freund Busch, der wieder ein Mammutprojekt aufzieht – vergleichbar mit den Inszenierungen des einstigen Stadtkantors Eberhard Jung in Korbach: In Rothenburg stehen rund 250 junge Sänger aus fünf Chören auf der Bühne, hinzu kommen 25 Schauspieler und einige Solosänger. Für die Live-Musik hat Busch ein etwa 40-köpfiges Orchester zusammengestellt. 

Es gibt außerdem eine Werkstattgruppe für den Bau der Kulissen, ein Team kümmert sich um die Kostüme. 

Großes Organisationstalent 

Der Autor in seinem Arbeitszimmer: Jürgen Wohlfart hat das Konzept fürs Musical „Weihnachtsfieber“ geschrieben.

Wohlfart blickt mit Respekt auf das Organisationstalent Buschs – der nebenbei noch Rektor einer Grundschule und Leiter von fünf Chören ist. Und so wie Jung weiß Busch zu motivieren und mitzureißen. Obwohl er mit 40 Jahren als Pädagoge selbst einen guten Draht zu Schülern hat, staunt Wohlfart immer wieder, „wie er mit den Kindern umgeht“. 

Und er bewundert die Ruhe seines Freundes: Erst vor neun Wochen fing Busch an zu komponieren. Dass noch längst nicht alle Musicallieder fertig sind? Er nimmt es gelassen. Auch Wohlfart hat eine Rolle im Musical erhalten. „Ich weiß noch gar nicht, was ich singen soll.“ 

Es sei schon eine Erfahrung, vor 3000 Zuschauern in „Göbels Arena“ aufzutreten, „da schlottern einem die Knie“, sagt Wohlfahrt. Aber „die Blockade hat sich gelöst“. Den Kindern sage er bei den Proben: „Ihr werdet selbstbewusster“ – wenn sie die Aufführungen geschafft hätten, bräuchten sie keine Angst mehr vor Prüfungen zu haben. 

Auch wenn er für die Proben mehr als eine Stunde im Auto sitzt, bereitet es Wohlfart viel Spaß. Die Musical-Truppe „wächst zusammen wie eine Familie“. „Vielleicht gelingt es, und das Musical wird ein Gassenhauer,“ sagt Jürgen Wohlfart. Und wer weiß: In drei, vier Jahren gehen die beiden Freunde womöglich das nächste Stück an. 

Karten und Infos:

Karten können per E-Mail an weihnachtsfiber19@gmail.com geordert werden, sie kosten im Vorverkauf 20 Euro in Kategorie 1 und 15 Euro in Kategorie 2. Kinder, Schüler und Studenten bekommen fünf Euro Ermäßigung, Menschen mit Behinderung ebenfalls, ein Begleiter ist für sie frei.

Mehr Infos gibt es unter https://weihnachtsfieber.com/ im Internet. (-sg-)

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