Begleiterinnen zwischen Schule und Beruf

„JUMP- Jugend mit Perspektive“ neu am Standort Bad Arolsen

Das Jump-Team von Delta mit von links Angelika Goldkamp, Dorothea Prijatelj und Christiane Deutsch-Flamme ist in der Bad Arolser Rauchstraße 9 zu finden.
+
Das Jump-Team von Delta mit von links Angelika Goldkamp, Dorothea Prijatelj und Christiane Deutsch-Flamme ist in der Bad Arolser Rauchstraße 9 zu finden.

Das Beratungsangebot „Jump“ der Beschäftigungsgesellschaft Delta Waldeck-Frankenberg hat nun auch mit einem eigenen Büro in der Bad Arolser Rauchstraße 9 eine Anlaufstelle für Jugendliche in Nordwaldeck.

Bad Arolsen - Das Angebot „Jugend mit Perspektive“ (Jump) berät junge Leute und deren Eltern am Übergang Schule-Beruf. Angesprochen werden schon Jugendliche ab 12 Jahren. Der Kontakt wird dann meist von Schulsozialarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendhilfe hergestellt. Bis hin zum Alter von 26 Jahren können die Mitarbeiterinnen des Jump-Programms wertvolle Hilfestellungen geben.

Sämtliche Angebote erfolgen auf freiwilliger Basis, es gibt keinerlei Sanktionen, wenn etwa Gesprächstermine nicht wahrgenommen werden. Vielmehr setzen die Mitarbeiterinnen auf eine funktionierende Vertrauensbasis zu ihren jungen Klienten. Die Jugendlichen sind entweder selber oder über ihre Eltern mit vielfältigen Problemen konfrontiert. Das Spektrum reicht von Schulden, Wohnungslosigkeit bis hin zu Drogenmissbrauch.

Jugendliche an die Hand nehmen

Im Kontakt mit ihren Betreuerinnen finden die Jugendlichen im Idealfall einen Ausweg aus ihrer Situation und bekommen eine berufliche Perspektive aufgezeigt. Dabei helfen Berufspraktika und die Begleitung bei Behördenbesuchen. Manchmal hilft es aber auch schon, wenn die Betreuerinnen des Jump-Programms Behördenbriefe aus dem Beamtendeutsch in eine normal verständliche Sprache übersetzen.

„Wir verstehen uns als Lotsen, die die Jugendlichen an die Hand nehmen und sie da abgeben, wo man ihnen weiterhelfen kann“, bringt Dorothea Prijatelj ihre Erfahrungen auf den Punkt.

Großteil ist Beziehungsarbeit

Etwa die Hälfte ihrer Klienten sind Migranten, die nach dem absolvierten Sprachkurs immer viele Hürden zu nehmen haben. Oft fehlt ihnen die realistische Selbsteinschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten. Dann hilft es, Praktikumsstellen zu vermitteln, bei denen sich die jungen Leute beweisen können.

„Oft sind wir Elternersatz. Ein Großteil unserer Arbeit ist Beziehungsarbeit“, stellt Dorothea Prijatelj fest und ergänzt: „Zwei Jahre nach der Ankunft in Deutschland beginnt eine schwierige Zeit: Dann zeigt sich, ob die Integration in kleinen Schritten über die Sportvereine und Schulen funktioniert hat oder nicht.“

Viele Probleme am Übergang zum Beruf

Das Zurückfallen in die eigenen In-Goups führe meistens nicht zu einem guten Ergebnis. Dann versuchen die Betreuerinnen ihren Klienten klarzumachen, dass es sich lohnt, am Ball zu bleiben.

Aber nicht nur Jugendliche mit Migrationshintergrund haben oft Probleme am Übergang von der Schule zum Beruf. Auch diejenigen, die hier geboren sind, können aus der Bahn geworfen werden, wenn der Schulabschluss verpasst wurde und keine Ausbildungsstelle gefunden werden konnte, weiß Projektleiterin Angelika Goldkamp.

Eltern sind oft verzweifelt

„Eltern rufen verzweifelt an, wenn sie feststellen, dass ihre Kinder keine Perspektive haben und nur noch zu Hause hocken“, berichtet Christiane Deutsch-Flamme.

Auch dann kann das Jump-Programm helfen. Finanziert wird es aus dem Bundesprogramm „Jugend stärken im Quartier“, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie durch den Fachdienst Jugend des Landkreises.

Und das sind die Kontaktdaten

Die Jump-Mitarbeiterinnen Dorothea Prijatelj und Christina Deutsch-Flamme stehen als Ansprechpartnerinnen in den Räumen der Delta in der Rauchstraße 9, linker Eingang, montags von 13 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12.30 Uhr zur Verfügung. Terminabsprachen sind telefonisch unter 05691/8773324 oder 0152/33743248 möglich.

Hier befindet sich auch eins der vier Delta-Bewerbercafés im Landkreis, welches Hilfestellung bei Bewerbungen und bei der Arbeitssuche anbietet. Es ist geöffnet montags von 13 bis 16.30 Uhr sowie donnerstags und freitags jeweils von 9 bis 12.30 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare