Sie haben dem Ärztemangel auf dem Lande etwas entgegen zu setzen

Junge Ärzte wissen Bad Arolsen zu schätzen

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Junge Ärzte in der Gemeinschaftspraxis Dres. Emde, Nolte und Partner: von links Jan David Kubenke, Dr. Valeska Nolte, Dr. Johannes Nolte und Bilyana Popova-Simeonova.  

Bad Arolsen.  Wer soll mich medizinisch betreuen, wenn ich älter bin? - Ärztemangel auf dem Lande gehört zu den Sorgen, die viele Menschen im Waldecker Land umtreibt. Im Kreishaus wurde sogar eine Stabsstelle geschaffen, um aktiv junge Ärzte in den Landkreis zu lotsen.

In Bad Arolsen scheint sich das Problem ohne große Hilfe von außerhalb fast von selbst zu lösen: In der Gemeinschaftspraxis Dres. Emde-Nolte sind aktuell vier junge Ärzte beschäftigt. Möglich machte dies vor Jahren die Rückkehr von Dr. Valeska Nolte nach Bad Arolsen. Die Tochter von Dr. Erich Emde brachte praktischerweise ihren Ehemann Dr. Johannes Nolte mit in die barocke Residenzstadt.

Verstärkt wurde das inzwischen siebenköpfige Ärzteteam Team in den vergangenen Jahren durch Bilyana Popova-Simenova und Adam Kandziorca aus Polen. Seit 1. November ganz neu im Team ist Jan David Kubenke. Der junge Mediziner ist Sohn des Volkmarser Frauenarztes Dr. Ralf Kubenke.

Als der heute 34-jährige Warburger sein Medizinstudium zunächst in Ungarn begann und dann in Würzburg fortsetzte, wollte er sich zunächst wie sein Vater auf Gynäkologie spezialisieren. Später entschied er sich jedoch für die Ausbildung zum Allgemeinmediziner, arbeitete zunächst am Brüder-Krankenhaus in Paderborn und entschied sich dann ganz bewusst für ein Berufsleben in der Kleinstadt.

Auch deshalb bewarb er sich in der Bad Arolser Gemeinschaftspraxis. Für ihn steht fest: „Hier habe ich beste Arbeitsbedingungen, ein nettes Team. Das Klima stimmt.“ Vor wenigen Wochen ist er Vater geworden. Seine Ehefrau ist ebenfalls Medizinerin; die Familie wohnt in Warburg.

Für junge Ärzte wie sie ist Geld und ein Chefarzt-Titel weniger wichtig als ein angenehmes Lebens- und Arbeitsumfeld. Kubenke: „Wenn ich eine Praxis betrete, merke ich gleich, wie die Stimmung unter den Mitarbeitern ist.“ Auch die moderne Ausstattung mit modernen Untersuchungsgeräten und digitaler Technik sei ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, sich niederzulassen. Früher sei es bei einer Praxisübergabe um die Übernahme eines Patientenstammes gegangen. Das sei heute anders. Die Patienten kämen auf der Suche nach einem Arzt von alleine. Alte Geräte wolle auch niemand mehr übernehmen. Am wichtigsten aber sei, dass das Arbeitsumfeld stimme.

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