Bares für Haare - Echthaarperücke kann teuer werden

Dieser Zopf einer jungen Landauerin soll Gutes bewirken - Aber wie?

+
Für den guten Zweck hat sich Larissa Meier (l.) von ihrem langen Zopf getrennt. Die Nieder-Warolderner Friseurin Maria Gladen-Wäscher hat die Aktion unterstützt.   

Bad Arolsen-Landau. Zum Jahresende war der Zopf ab: von ihrer langen Mähne hat sich die aus Landau stammende Larissa Meier für den guten Zweck getrennt. Die 23-Jährige will ihre Haare spenden – und zwar für Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Haare mehr haben.

„Mir ist es wichtig, dass diese Menschen die Chance haben, durch eine Echthaarperücke vielleicht wieder ein besseres Gefühl zu bekommen“, erklärt Larissa Meier, die in Münster soziale Arbeit studiert und zwischen den Jahren die Familie besucht.

Ihren Aufenthalt in der alten Heimat hat die junge Frau für den seit längerem Jahr angepeilten Friseurbesuch in Nieder-Waroldern genutzt.

Auf die Idee, ihre Haare zu spenden, ist sie durch eine Organisation in der Nähe ihres Studienortes gekommen. Dort hat man sich auf die Verarbeitung von Spenderhaar für erkrankte Menschen spezialisiert.

37 Zentimeter

Als ihrer langjährigen Friseurin Maria Gladen-Wäscher von dem Vorhaben erzählte, bot diese spontan an, sich zu beteiligen und die Haare zum Nulltarif zu schneiden. „Ich war mega-gerührt“, berichtet die Nieder-Waroldernerin.

Dann kam die Schere zum Einsatz: „Ich habe gesagt, mach gerne noch ein bisschen mehr ab“, erzählt Larissa Meier lächelnd. So wurden aus dem mutig angepeilten Viertelmeter Haare sage und schreibe 37 Zentimeter, die Friseurin Maria Gladen-Wäscher zunächst zu einem straffen Zopf zusammenfasste und anschließend oberhalb des Bandes abschnitt.

Was soll mit den Haaren geschehen?

Der dicke Zopf aus unbehandeltem, ungefärbtem Haar wurde in mehreren Lagen Papier verstaut, bevor Larissa Meiers nun schulterlange Frisur in Form gebracht wurde.

Im nächsten Schritt gilt es, das Haar an den passenden Empfänger zu bringen. Die ihr bekannte Organisation in Haltern am See, sagt Larissa Meier, sei ihre zweite Wahl. „Am liebsten wäre mir die Möglichkeit einer Direktspende“, betont die Studentin.

Ihr ist es wichtig, dass die Haare an die richtige Adresse kommen und nicht an eine Institution, die unter Umständen noch Geld mit den Spenderhaaren verdient. Immerhin müssen Perücken aus Echthaar aufwendig geknüpft werden. Der Preis für einen hochwertigen Haarersatz kann daher in den vierstelligen Bereich gehen. „Ich kann auch gut ohne die 37 Zentimeter leben“, unterstreicht Larissa Meier.

Gemeinsam mit Maria Gladen-Wäscher hofft sie, dass die Aktion weitere Menschen motiviert, sinnvolles mit ihrem überschüssigen Haar anzustellen. Und darauf, dass ihr gespendetes Haar dem neuen Träger ein gutes Gefühl vermittelt.

Wer eine Anregung für die Verwendung des Haares hat, kann sich per E-Mail an haare.spenden@web.de mit Larissa Meier in Verbindung setzen. (Von Sandra Simshäuser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.