Aktionstag der Kaulbach-Schule spricht Schüler und Eltern gleichermaßen an

Kampf der Alltagsdroge Alkohol

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Bad Arolsen - "Hackedicht - besser geht’s dir ohne" lautete am Dienstag das Thema eines Anti-Alkohol-Projekttages, den die Kaulbach-Schule für ihre Siebtklässler veranstaltet hat.

Mit dabei waren wieder der Not- und Betriebsarzt Dr. Ecke Tammen, der aus seiner beruflichen Praxis und seinen Erfahrungen mit Alkoholkranken berichtete. Dessen Tochter Stefanie Tammen, Medizinstudentin im achten Semester, erläuterte den drei teilnehmenden Lerngruppen die biologischen Zusammenhänge bei der Aufnahme von Alkohol durch den Körper.

Dabei wurden alle Details in aller Deutlichkeit angesprochen. Herzschwäche, Arterienverkalkung, absterbende Hirnzellen, Umbau des Leberstoffwechsels führen zur fortschreitenden Verblödung, Verfettung und machen impotent.

Das saß erst mal. - Und auch die privaten und beruflichen Auswirkungen dieser Entwicklung wurden deutlich angesprochen: Alkohol macht aggressiv und senkt die Leistungsfähigkeit nachhaltig. Alkoholkranke Mitarbeiter sind ein Risiko für jeden Betrieb und eine tickende Zeitbombe für jede Familie.

Früher oder später werden die Folgen so gravierend, dass die Trinker auch bei der Polizei aktenkundig werden: Mit den juristischen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums im Straßenverkehr und im Alltag beschäftigte sich der Polizeibeamte Marc van Biene in seinem Vortrag. Der Beamte, der seit Jahren engen Kontakt mit den Schülern im Bad Arolser Schulzentrum hält, hatte dazu eine Präsentation vorbereitet, bei der auch Fotos von tödlichen Verkehrsunfällen gezeigt wurde.

In ebenso einfühlsamen wie drastischen Worten machten die Experten den Jugendlichen klar, dass Alkohol trinken alles andere als chic ist.

Erstaunlich, wie viele Jugendliche schon von ihren eigenen, drastischen Alkoholerfahrungen berichten konnten. Eine Siebtklässlerin sprach sogar ganz offen über ihre Nacht im Krankenhaus als Folge einer Alkoholvergiftung.

Andere meinten, ihr Alkoholkonsum sei "normal". Nur so könne man gut drauf sein.

Eine andere 13-Jährige erzählte: "Man trinkt, trinkt, trinkt ... und am nächsten Tag weiß man gar nichts mehr."

Nur einmal war in einer Gruppe am Dienstagmorgen zu hören: "Ich habe noch nie Alkohol getrunken, auch noch nie bei Papa oder Mama am Weinglas genippt."

Tatsächlich spielen die häuslichen Vorbilder eine große Rolle. Deshalb waren am Dienstagabend die Eltern der Siebtklässler zu einem Vortrag geladen, bei dem wiederum Dr. Ecke Tammen und der Polizeibeamte vor Ort Rede und Antwort standen. An einer Cocktail-Bar servierten die Schüler alkoholfreie Drinks und präsentierten ihre Collagen und Poster, die sie am Vormittag zum Thema alltäglicher Alkoholkonsum gestaltet hatten.

Als Materialsammlung dienten dabei aktuelle Illustrierte, mit vielen bunten Fotos, auf denen immer wieder beiläufig Alkoholkonsum dargestellt ist. Ein beredtes Zeichen dafür, wie allgegenwärtig das Thema Alkohol in der modernen Gesellschaft ist.

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