Bürgerversammlung zum Thema Gebäudemanagement

Was kann sich die Stadt noch leisten?

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Dipl.-Ing. Ralf Lehne, Geschäftsführer der RGV Objektorganisation (r.), stellt heute in der Bürgerversammlung das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse öffentlicher Gebäude vor. Links Bürgermeister Elmar Schröder. Foto: Armin Haß

Diemelstadt-Rhoden - Erstmalig in Diemelstadt gibt es eine umfangreiche Bestandsaufnahme der öffentlichen Gebäude, über deren Nutzung die Bürger direkt mitsprechen können. Gelegenheit dazu bietet sich am Dienstag bei der Bürgerversammlung.

Die entscheidende Frage ist: Was kann sich die Gemeinde noch leisten? Damit die Diskussion heute um 19 Uhr im Mehrzweckraum der Stadthalle auf der Grundlage von aktuellen Fakten geführt werden kann, hat der Magistrat in Verbindung mit der RGV Objektorganisation GmbH eine Umfrage bei zwölf größeren Vereinen vorgenommen und detailliert die Nutzungsgewohnheiten abgefragt. Dipl.-Ing. Ralf Lehne, Geschäftsführer von RGV, wird eine Kosten-Nutzen-Analyse öffentlicher Gebäude in Rhoden vorstellen. Dazu hat er eine Ausstellung mit Plakatwänden zu jedem einzelnen Objekt erstellt.

Immerhin geht es um das Rathaus, den Stadtkeller, die aktuell für 900000 Euro sanierte und für den gleichen Preis vorher um den Multifunktionsraum erweiterte Stadthalle, das Gemeinschaftshaus (ehemaliger Kindergarten) und den Feuerwehrstützpunkt, wie Bürgermeister Elmar Schröder deutlich macht.

Hohe Investitionen

In den Blickpunkt rücken das Grünewaldheim der evangelischen Kirchengemeinde, das Schloss, das für die EWF und weitere gewerbliche Nutzer sowie öffentliche Zwecke erneuert werden soll, und das bereits jetzt von Vereinen genutzte Seniorenheim Lustgarten. Auf der anderen Seite steht etwa die Gaststätte „Zum Krug“, die nicht ausreichend genutzt wurde und nun geschlossen ist, wie Lehne betont.

Zudem müssen für insgesamt 400000 Euro die Kindergarten für unter Dreijährige erweitert werden, rechnet Schröder vor. Die Feuerwehr strebt nach dem Neubau des Schulungsraums in Hesperinghausen und dem Umbau des Gerätehauses Wethen weitere Anbauten in Rhoden mit Umkleiden für 40 Feuerwehrleute und in Wrexen für das geplante Fahrzeug mit Umkleiden an.

Angesichts schrumpfender Einwohnerzahlen, älter werdender Bevölkerung und steigenden Raumbedarfs sei es an der Zeit, über ein umfassendes Gebäudemanagement nachzudenken, erklärte Schröder. Der Etat sei noch ausgeglichen, doch das könne sich durch zusätzliche Belastungen ändern und zu einer von der Kommunalaufsicht verordneten Erhöhung der Steuern führen.

Die Stadtverordnetenversammlung habe deutlich gemacht, dass neue Räume erst nach Überprüfung bestehender Räume ertüchtigt würden. Vermietung und Kostenbelastung, etwa aufgrund energetischer Mängel, müssten bei den weiteren Entscheidungen berücksichtigt werden. Pro Jahr und Einwohner müssten 35 Euro für die Gebäudeunterhaltung im Etat eingeplant werden, mithin 200 000 Euro. In der nun beginnenden Diskussion geht es auch darum, was die Bürger bereit sind für angemessene öffentliche Räume zu leisten.

Gemeinsam Weg finden

Die Stadt hoffe, gemeinsam mit allen Bürgern einen Weg zu finden, wie für alle gesellschaftlichen Gruppen und Vereine ausreichend öffentlicher Raum zur Verfügung stehen kann, der finanzierbar bleibt. Vor allem große Investitionen müssten genau untersucht werden.

Daher hoffen der Rathauschef und RGV-Geschäftsführer Lehne auf die Beteiligung vieler Bürger in der heutigen Versammlung. Schröder: „Wir diskutieren ergebnisoffen.“ (ah)

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