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Katalanischer Künstler Samuel Salcedo stellt bis September in Bad Arolsen aus

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Von: Elmar Schulten

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Der katalanische Künstler Samuel Salcedo stellt in Bad Arolsen aus.
Eröffnung der Skulpturen-Ausstellung des katalanischen Künstlers Samuel Salcedo mit dem Titel „Schließe die Augen, um zu sehen“. Bei der Vernissage mit dabei: von links Bürgermeister Marko Lambion, die Kunsthistorikerin Katharina Henkel. Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel, Samuel Salcedo und der Hannoveraner Galerist Robert Drees. © Elmar Schulten

„Schließe die Augen, um zu sehen“, lautet der Titel der Ausstellung mit überdimensionalen Kopfskulpturen des katalanischen Künstlers Samuel Salcedo, die am Sonntag im Rauch-Museum und in den Ausstellungsräumen des Residenzschlosses eröffnet wurde.

Bad Arolsen – Einige seiner markanten Köpfe waren schon seit dem 9. Mai auf der Wiese vor dem Marstall, im Schlossgraben und vor dem Residenzschloss zu bestaunen und hatten sogleich eine große Foto-Resonanz in den sozialen Medien im Internet. Besucher der Barock-Festspiele und Touristen fanden ihre Freude an den friedlichen Gesichtern aus glänzendem Stahl und rostigem Eisen.

Die vielfältigen Reaktionen der Betrachter gefallen dem Künstler, der nichts dagegen hat, dass die Menschen seine Köpfe aus Metall, die schon in ganz Europa und in den USA ausgestellt wurden, berühren und sich mit ihnen fotografieren lassen.

Sehr unterschiedliche Materialien verwendet

Dem 1975 in Barcelona geborenen Künstler dürfte auch gefallen haben, dass die ersten ausdrucksstarken Fotos, die vor und im dem Schloss entstanden, in den Ausstellungskatalog eingeflossen sind, der in einem logistischen Kraftakt der Druckerei Sprenger gerade noch pünktlich zur Ausstellungseröffnung fertiggestellt werden konnte.

Bürgermeister Marko Lambion ging bei der Vernissage mit rund 100 kunstinteressierten Gästen im Rauch-Museum darauf ein, wie groß doch die Vielfalt des vom Künstler verwendeten Materials sei: Metall, Kunstharz, Marmor und Holz würden nebeneinander verwendet. Interessant und belebend der Austausch seiner modernen Köpfe mit den Werken seiner Bildhauer-Kollegen aus der Zeit des Klassizismus.

Einige Köpfe erinnern an Säuglinge

Die Köpfe mit den geschlossenen Augen gäben Einblick in die Ambivalenz des menschlichen Seins: mal humorvoll, mal sinnlich. Möglich geworden sei die Ausstellung nur, weil das Museum der Stadt Bad Arolsen mit Leiterin Dr. Birgit Kümmel so gut mit dem Museumsverband und der Galerie Drees in Hannover so gut vernetzt sei.

Vertiefende Einblicke in das skulpturale Konzept des Künstlers gab die Berliner Kunsthistorikerin Katharina Henkel im Rahmen der Vernissage: Eine erste Annäherung an die Werke ermöglichten schon die Werke auf der Wiese vor dem Marstall: Ganz gleich, ob die Köpfe liegen oder stehen, immer falle auf, dass eine geschlechtliche Zuordnung kaum möglich sei. Manche Köpfe hätten vielleicht ein eher männliches Antlitz, meist jedoch wirkten sie androgyn und erinnerten an einen Säugling.

Die Gesichtsausdrücke wirken friedlich

Gerade bei der Installation „Rollin’ Stone“ falle auf, dass die Mimik der Köpfe variiere und das ganz Spektrum der menschlichen Gefühlswelt zeige: vom kecken Grinsen bis zum breiten Lacken sei alles dabei. Meist wirkten die Köpfe sehr friedlich als würden sie träumen oder seien in Gedanken versunken.

Die Ausstellung im Schloss ist mittwochs bis samstags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter 05691/625734 oder unter www.museum-bad-arolsen.de (Elmar Schulten)

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