Ökumenische Zusammenarbeit funktioniert

Katholische Kirche als Ausweichquartier für evangelischen Kindergarten genutzt

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Ein Beispiel für gelebte Ökumene: Die katholische Kirche in Mengeringhausen war Ausweichquartier für den evangelischen Kindergarten. Das Bild zeigt am Spieltisch die beiden Pfarrer, dahinter Vertreter des Kirchenvorstands und Kindergartenleiterin Simone Wiegand.   

Mengeringhausen – Der Kindergarten Regenbogen in Mengeringhausen war mit 75 Kindern während der Umbauphase ausgelagert in die leerstehende katholische Kirche in Mengeringhausen. Kurz vor dem Umzug in den fertig sanierten Kindergarten ziehen alle Beteiligten eine positive Bilanz.

Aus Sicht von Pfarrer Christian Rehkate vom evangelischen Zweckverband der Kindergärten im Kirchenkreis ist die Kooperation ein schönes Zeichen von ökumenischer Zusammenarbeit gewesen.

Für den Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist sei das keine Frage gewesen: „Wir haben ohne lange Diskussion einstimmig entschieden, die Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung zu stellen“, bekräftigte der katholische Pfarrer Peter Heuel.

Altar und Tabernakel wurden mit Holz sicher verpackt, sodass nichts beschädigt werden konnte.

Karl-Josef Schad vom Kirchenvorstand ergänzt in Anbetracht der wohligen Spieltemperatur: „Schön, dass die alte Heizung so lange durchgehalten hat.“ Denn gerade die alte Ölheizung mit ihrem hohen Verbrauch und das undichte Dach waren für den Kirchenvorstand die ausschlaggebenden Gründe, die moderne Kirche, die gleichzeitig mit dem Bau der Mengeringhäuser Kaserne in den 60er-Jahren aus Beton errichtet worden war, nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste zu nutzen. Über die künftige Nutzung oder gar den Abriss des Gebäudes ist noch nicht entschieden.

Als Ausweichquartier für den Kindergarten war das Gebäude jedoch ideal. Kindergartenleiterin Simone Wiegand berichtet, dass die langen Kirchenbänke zur Garderobe für die Kinder umfunktioniert wurden.

Der große Kirchenraum wurde mit Teppichen ausgelegt und mit Trennwänden in drei große Gruppenbereiche unterteilt. Um die störende Echowirkung der hohen Wände zu reduzieren und um gleichzeitig eine heimelige Atmosphäre zu schaffen, wurden Tuchbahnen aus schwer entflammbarem Material aufgespannt.

Die Kinder und die acht Erzieherinnen hätten sich jedenfalls sehr wohl in ihrem Ausquartier gefühlt. Es habe sogar eine schöne Übernachtungsfeier für die Schulanfänger gegeben.

Nun aber freuten sich alle auf den Umzug in die renovierten Räume am Freundegrund. Dazu wird der Kindergarten in der kommenden Woche für drei Tage schließen. Am Dienstag, 5. November, geht der Betrieb dann in dem neuen Kindergarten weiter.

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