24 verwahrloste Zuchtkatzen gerettet

Katzen-Zucht lief aus dem Ruder - Arche KaNaum musste einspringen

Bemittleidenswert und geschoren: Dieser arme Kater ist immer noch völlig abgemagert. Insgesamt 24 Britische Kurzhaarkatzen wurden aus einer aus dem Ruder gelaufenen Zucht gerettet und im privaten Tierheim Arche KaNaum untergebracht.

Bad Arolsen-Mengeringhausen. Das private Tierheim Arche KaNaum (Katzen, Nager und mehr) hat 24 Katzen der seltenen Rasse Britisch Kurzhaar bei in Obhut genommen. Die Tiere stammen aus einer außer Kontrolle geratenen Zucht. Aufmerksame Katzenfreunde hatten bei der einst renommierten Züchterin viele verwahrloste Tiere beobachtet und daraufhin die Arche und das Veterinäramt informiert.

Ein großer Teil dieser Tiere war bis auf die Knochen abgemagert, ausgetrocknet, einige hatten Zahnfleischentzündungen, außerdem Schnupfen und sie brachten viele Darmparasiten mit.

KaNaum-Leiterin Daniela Nürnberg berichtet: „Unter diesen Katzen befand sich auch ein Muttertier mit vier wenigen Tagen alten Kitten. Die Mutter hatte keine Milch und aufgrund der vorausgegangenen Umstände und des ganzen Stresses, verstieß sie die Kitten einen Tag nach ihrer Aufnahme. Natürlich können wir solche Kleinen nicht ihrem Schicksal überlassen und übernahmen kurzfristig die Handaufzucht.“

Die Kleinen hatten zu diesem Zeitpunkt weniger als ihr eigentliches Geburtsgewicht und lagen mit 75 bis 90 Gramm bedrohlich niedrig.

Nürnberg: „Man kann es nicht schön reden, es war ein verzweifelter und harter Kampf um vier kleine Leben. Sie hatten Schnupfen und fürchterlichen Durchfall. Mit sehr viel Fachwissen und Einsatz sowie Medikamenten wurde alles versucht, aber es blieb ein ständiges Auf und Ab. Und als wir uns endlich fast sicher waren, dass nun das Schlimmste überstanden sei, verstarb die kleine Susi ganz plötzlich.“

Aber auch einigen anderen Tieren aus der Beschlagnahmung ging es nicht gut. Der Durchfall, bedingt durch zahlreiche Darmparasiten, machte ihnen sehr zu schaffen. Der Schnupfen ließ einige das Fressen verweigern. Zusätzlich waren sie alle sehr ängstlich und scheu, was die Behandlungen nicht immer einfach machte.

Die meisten Tiere sind inzwischen wieder auf dem Weg zurück in die Normalität. Die Parasiten wurden erfolgreich bekämpft. Die Katzen fressen wieder und werden auch immer zutraulicher. Beim nächsten Tierarztbesuch werden die Kater kastriert. Außerdem stehen Kennzeichnung und Impfung an. So summieren sich die Tierarztkosten leicht auf über 300 Euro.

Ein Teil dieser Kosten soll über die Vermittlungsgebühr von 250 Euro wieder hereinkommen.

Nünberger: „Das ist zwar viel Geld, liegt aber immer noch unter dem Marktpreis für Zuchttiere dieser beleibten Rasse. Kostendeckend wären für uns nach all dem Aufwand 350 Euro.“ Aber zum Glück komme es bei der Arche KaNaum nicht aufs Geld an. Das private Tierheim wird von einer Stiftung getragen. Spenden sind willkommen.

Übers Jahr gesehen werden in der Arche rund 300 Tiere in Schutz genommen und wieder vermittelt. Aktuelle werden hier rund 90 Tiere betreut und wieder wieder aufgepäppelt. Alle Tiere werden grundsätzlich kastriert abgegeben, die Jungtiere außerdem nur zu zweit oder zu schon vorhandenen anderen Jungkatzen.

Mehr im Internet unter www.arche-kanaum.de - Spenden werden erbeten auf das Konto der Arche KaNaum - Stiftung für Tierschutz, IBAN: DE73 5235 0005 0001 0841 93 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, BIC: HELADEF1KOR

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