Portrait des Arolser Künstlers an das Museum der Stadt Bad Arolsen übergeben

Kaulbach mit keckem Hut

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Als großer Sohn der Stadt Bad Arolsen wurde der Maler Wilhelm von Kaulbach (Gemälde) gebührend empfangen: von Stadtrat Harry Becker, Dr. Birgit Kümmel, Stadtrat Udo Jost, dem stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Ludger Brinkmann, Erstem Stadtrat He

Bad Arolsen. - Ein „echter Kaulbach“ ist es zwar nicht, den das Museum erworben hat. Doch wurde der gebürtige Arolser und „Ahnherr“ der Malerdynastie, Wilhelm von Kaulbach, von dem dänischen Künstlerkollegen Wilhelm Bendz auf Leinwand verewigt.

Bei den Arolser Kunstfreunden von Museum und Museumsverein ist die Freude groß, das Portrait des bedeutenden Historien- und Portraitmalers und Schöpfers einzigartiger Illustrationen in den Bestand des Schreiberschen Hauses aufnehmen zu können. Ganz zeitgemäß präsentierte sich der damals 27-jährige Kaulbach in schwerem Mantel und mit „keckem Hut“ während der Portraitsitzungen mit seinem Künstlerfreund Bendz. Bei der „Enthüllung“ unter reichlich Publikum - ausnahmsweise im Christian-Daniel-Rauch-Museum - ernte-te das einfühlsame Gemälde aus dem sogenannten „goldenen Zeitalter“ der dänischen Malerei denn auch allgemeine Bewunderung. Kein Wunder, hatte sich doch noch ein zweiter Maler des Bildnisses angenommen: Den romantisch umwölkten Himmel hinter dem portraitierten Kaulbach schuf Christian Morgenstern, der Großvater des gleichnamigen Dichters.

Zwei Fassungen hat Wilhelm Bendz von dem Kaulbach-Portrait geschaffen. Wie der Ankauf der zweiten Fassung aus dem Jahr 1832 vonstatten ging, erläuterte der Vorsitzende des Bad Arolser Museumsvereins, Udo Reuter. Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel hatte das Gemälde aus dem Nachlass der Nachfahren der Familie Kaulbach entdeckt und damit wieder einmal das richtige „Gespür“ bewiesen, wie Reuter ihr bescheinigte. Mithilfe von Sponsoren wurde das Portrait schließlich für 35 000 Euro angekauft.

Beteiligt waren die Kulturstiftung der Länder mit 15 000 Euro und die Hessische Kulturstiftung mit 10 000 Euro. Weitere 3500 Euro stammen aus dem Etat des Museums Bad Arolsen, die restlichen 6500 Euro steuerte der Museumsverein mit Unterstützung der Hannelore-und-Heinz-Jürgen-Schäfer-Stiftung zu der Summe bei. Dank letzterer kann auch das Schreibersche Haus als Muse-um mit seiner Kaulbach-Sammlung fortgeführt werden. Dankbar, so Reuter, sind die Museumsfreunde aber auch den Arolser Stadtverordneten, die sich bei den Diskussionen um den „Rettungsschirm“ für die Kultur eingesetzt haben.

Erster Stadtrat Helmut Hausmann stellte dazu fest, dass „Rettungsschirm und Kultur nicht kontraproduktiv“ sein müssten: „Das zeigt der heu-tige Nachmittag“.

Mit Gitarrenklängen wurde die Veranstaltung im Rauch-Museum von Musikschüler Simon Brucher umrahmt. (sim)

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