Landkreis arbeitet mit Stadt weiter am Baurecht

Kein Geld für Umgehung Volkmarsen

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Volkmarsen - Das Land Hessen hat sich aus einer möglichen Finanzierung der Ortsumgehung Volkmarsen verabschiedet.

Zerknirscht gaben Landrat Dr. Reinhard Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf am Dienstag im Volkmarser Rathaus offiziell bekannt, worüber die WLZ am Wochenende berichtete: Als „nicht machbar“ werde beim Land eine Mitfinanzierung der Umgehungsstraße bewertet, berichtete Deutschendorf. Nach einem von Vertretern des Landes und der Straßenbauverwaltung präsentierten Gutachten über die verkehrlichen Auswirkungen einer Umgehung sei die Entlastungswirkung zu gering. Landrat Kubat hatte sich vehement für den Bau einer Ugehungausgesprochen, nicht zuletzt, um eine politische Zustimmung für den Ausbau des Logistik-Bereiches in Volkmarsen vorantreiben zu können. Eine Bürgerinitiative hatte mit einem Bürgerentscheid gedroht.

Das bestehende Straßenverkehrsnetz reiche nach Einschätzung der Straßenbauer aus, den vorhandenen und den vorausgesagten Schwerverkehr aufzunehmen, der auch durch die Fertigstellung des Logistikzentrums für Volkswagen verursacht wird. Diese Beurteilung sei enttäuschend, sind sich Landrat und Erster Kreisbeigeordneter einig. Ebenso unisono bekräftigen sie - zusammen mit dem Volkmarser Bürgermister Hartmut Linnekugel - an dem Baurecht für die Straße und nicht zuletzt an der Finanzierung zu arbeiten.

Die Ansiedlung des Logistikzentrums für VW sei ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der Region gewesen, stellte Deutschendorf, zugleich Straßenbaudezernent, klar. Dazu gehöre auch der Bau einer Ortsumgehung: „Wir nehmen die Sorgen der Anwohner ernst.“„Wir haben noch Hausaufgaben zu erledigen“, sagte der Rathauschef. So berät am 10. Juni die regionale Planungsversammlung beim RP in Kassel über das Projekt.

Das Baurecht können nicht verwirkt werden, argumentierte Landrat Dr. Kubat für die Fortsetzung der seit eineinhalb Jahren laufenden Bemühungen. Schließlich sind die Planungen bei Hessen Mobil schon ziemlich weit vorangekommen. Und „wer weiß, was die Zukunft noch bei der Finanzierung bringt“, erklärte der Landrat. Gleichwohl äußerte er Verständnis für die Lage des Landes, dessen Mittel nur begrenzt seien.

Nun bestehe für den Kreis eine Bringschuld zur Entlastung der Anwohner in der Kernstadt und Ehringen: Dazu sollte zum einen eine so genannte „Schlafampel“ installiert werden, die nach Auskunft von Linnekugel bereits im städtischen Haushalt berücksichtigt wurde und kurzfristig realisierbar sei, Zudem sollen nach Auskunft von Kubat verkehrslenkende Maßnahmen und ein Nachtfahrverbot für Lkw in Ehringen angestoßen werden, wobei letzteres nicht im Kompetenzbereich des Kreises läge.

Auch wenn die Prognosen vielleicht nicht für eine Umgehung sprechen, so stellt Bürgermeister Linnekugel seit etwa drei Jahren eine Zunahme des Lkw-Verkehrs über Breuna und Ehringen fest. Die fahren nach seinen Beobachtungen nicht alle zu dem erst vor einem Jahr in Betrieb genommenen Logistikzentrum“.

Pro Tag würden derzeit 15 Lastwagen zu dem Komplex an der Arolser Straße fahren und ebenso viele wieder abfahren. Rudolph Logistik habe die Anweisung gegeben, nur über die Anschlussstelle Warburg zu fahren. Günter Henkelmann, Planer bei Hessen Mobil in Bad Arolsen zugleich Ortsvorsteher von Ehringen, registriert selbst eine Zunahme des Lkw-Verkehrs, die er vor allem mit der zunehmenden Nutzung von elektronischen Navigationssystemen begründet. Die Landesstraße 3075 ist auch nach der Reduzierung der ehedem wegen der Anforderungen der Bundeswehr auf bis zu neun Meter Breite ausgebauten und nun auf 6,50 Meter verschmälerten Fahrbahn attraktiv für die Lkw-Fahrer.

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