Sanierung des Bürgerhauses im Finanzrahmen · Saal im Sommer wieder nutzbar

Kernstadt wird umgemodelt

Bad Arolsen - Hohe Investitionen in Bad Arolsen dienen der Stadtentwicklung und der 
 Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Spektakulärstes Beispiel ist die Baustelle Bürgerhaus, die zum Herbst endgültig 
abgeschlossen sein wird.

Bad Arolsen (-ah-). Während sich ein Baggerfahrer mit der Zerkleinerung eines Betonklotzes auf dem Bürgerhaus-Vorplatz 
 abplagt, sind Handwerker im 
Innern mit der Umgestaltung des Foyers beschäftigt. Um den tiefergelegten Bereich vor der künftigen Stadtbücherei zu 
gestalten, muss derweil der 
Verkehr einspurig geführt werden, bis zu den Barock-Festspielen soll die Einbahn-Führung aber beendet sein, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst 
auf Anfrage der WLZ erklärt. Wenn auch der lange Winter die Arbeiten beeinträchtigte, so läuft doch alles nach 
Plan. Insbesondere der Kostenrahmen von 2,04 Millionen Euro kann nach den Worten des 
Rathauschefs gehalten werden. 
Bekanntlich wird das Projekt zu 90 Prozent bezuschusst, derzeit liegen die Kosten 10 000 Euro unter der Kalkulation. Nach der Vergabe fast aller Aufträge scheint die Einhaltung des 
Kostenrahmens sicher zu sein. Das Planungsbüro Müntinga 
und Puy in Bad Arolsen sowie 
die Bau- und Liegenschaftsabteilung haben gut zusammengearbeitet, wie Bürgermeister van der Horst feststellt. Beide mussten auch nach Einsparmöglichkeiten suchen, wenn sich während der Bauarbeiten Teuerungen abzeichneten. Der momentane Zeitplan sieht vor, dass zum August im Saal wieder Sitzungen abgehalten werden können, zum Kram- und Viehmarkt soll der Platz wiederhergestellt worden sein. Die Einrichtung der Bücherei 
wird jedoch noch Zeit brauchen, hierfür laufen die Ausschreibungen. Der Förderverein übernimmt die Ausstattung, sammelt Spenden und erhält dafür vom Land Zuschüsse. Neu in die Planung aufge-nommen wurde die Umgestaltung der früheren Kegelbahn 
im Untergeschoss neben der Bücherei für die Unterbringung des Stadtarchivs und des Museumsdepots. Beides ist gegenwärtig in Gebäude drei der 
ehemaligen belgischen Kaserne 
 untergebracht, und mit dem Umzug sind einige positive 
Effekte für die Stadt verbunden. Neue Arbeitsplätze So wird das Dienstleistungsunternehmen für die Hotellerie Hospitality Alliance in die 
 gegenwärtig von der Stadt genutzten Räume in der Kaserne einziehen und zusätzliche Arbeitsplätze in Bad Arolsen schaffen. Bekanntlich hat das Unternehmen neben seiner Zentrale im Braunser Weg zum Frühjahr das ehemalige Amtsgericht 
nach nur wenigen Monaten Leerstand neu bezogen und dort unter anderem die eigene Werbeagentur untergebracht. Der Unternehmer Alexander Fitz hat sich damit für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Erweiterung am Standort Arolsen eingesetzt – gedacht war zunächst auch an einen Umzug nach Berlin. Nun sollen in der Kaserne durch die Zentralisierung der Buchhaltung weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit dem Verkauf und der neuen Nutzung des Amtsgerichts sei der „Gordische Knoten“ für die Entwicklung im Stadtkern zerschlagen worden, sagt Bürgermeister van der Horst, der selbst in die Verhandlungen eingeschaltet war. Der Einzug des städtischen Archivs und der bevorstehende Umzug der Bibliothek vom Rathaus zurück ins Bürgerhaus werden den Hausmeister und die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes derart beschäftigen, dass der Rathauschef jetzt schon um Verständ-
nis dafür wirbt, dass andere 
 Arbeiten nicht so schnell erledigt werden können. Auch danach wird das Stadtarchiv noch eine „Baustelle“ bleiben, muss die Akten- und Dokumentensammlung erschlossen und nutzbar gemacht werden. Konzentration Mit dem Umzug ins Bürgerhaus ist zwar ein Mehrauf-
wand verbunden, dafür gelingt es der Stadt, die Abteilungen wieder stärker in eigenen Immobilien zu konzentrieren. Die Laufzeit des ursprünglich bis 2019 geltenden Mietvertrags in der Kaserne konnte auf dieses Jahr verkürzt werden, denn die Hospilitality Alliance zieht in die bisher städtisch genutzten Räume ein. Die Stadt spart 
mithin langfristig Mietkosten. Aus dem Gebäude zieht dann auch ein Sozialamtsmitarbeiter um, und zwar in die ehemalige Grundschule, heute Bürgerbüro und Touristik-Service. Dort soll dann auch die Kfz-Zulassungsstelle (bisher im Rathaus Mengeringhausen) einziehen, während im ehemaligen Kino künftig die neuen Nummernschilder hergestellt werden. Vor dem Umzug in das Bürgerbüro werden in der alten Schule neue Fenster eingebaut sowie die Wärmedämmung an Fassade und Dach verbessert. Einsparungen Langfristig zahlt sich die 
Ummodelung im Stadtkern aus: „Wir haben uns dann im 
Wesentlichen aus anderen 
Objekten zurückgezogen und vorhandene Gebäude mithilfe 
enormer Fördersummen saniert“, fasst der Rathauschef 
das Ergebnis zusammen.Die energetische Sanierung werde zudem mit zur weite-ren Kostenersparnis beitragen. Schließlich ist es das Ziel, mittelfristig den Haushalt zu sanieren und mehr finanziellen 
Spielraum zu bekommen.

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