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Vielfältige pädagogische Herausforderungen auch für Kindertagesstätte in Helsen

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Von: Armin Haß

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Mit Singen und Spielen umrahmten die älteren Jungen und Mädchen die 150-Jahr-Feier des evangelischen Kindergartens Helsen.
Mit Singen und Spielen umrahmten die älteren Jungen und Mädchen die 150-Jahr-Feier des evangelischen Kindergartens Helsen. © Armin Haß

150 Jahre Kindergarten Helsen wurden fröhlich gefeiert. Vor der Kulisse des einstigen Sophienheims wurde auch betont, wie wichtig eine Einbeziehung und professionelle Betreuung von Kindern aus sozialen Randschichten und mit heilpädagogischem Bedarf sei.

Bad Arolsen-Helsen - Es brauche eine „Willkommenskultur für Kinder“, auch solche mit einem Handicap, sagte die Direktorin des Evangelischen Fröbelseminars der Diakonie in Korbach, Ramona Eva Möbius. Dafür brauche es neue pädagogische Modelle. „Die Kinder bringen schon in ihren jungen Jahren etwas mit aus ihrer Biographie“, erklärte Möbius dazu.

Flexible Öffnungszeiten

Es brauche gute Tarifverträge und flexible Öffnungszeiten, die auch das Arbeitsleben mit den Schichtarbeitszeiten einbeziehe.

Die Erziehung sei l Aufgabe von Eltern wie Erzieherinnen und Erziehern und erfordere „authentische Vorbilder, nicht die Stars“. Kinder benötigten Sicherheit, eine klare Orientierung und Werte. Dazu gehöre eine an die modernen elektronischen Angebote angepasste Medienpädagogik, erklärte die Leiterin des Fröbelseminars.

Hausherr und Bürgermeister Marko Lambion gratuliert Kindergartenleiterin Ute Kloß zum 150-jährigen Bestehen der Tagesstätte Helsen im evangelischen Zweckverband.
Hausherr und Bürgermeister Marko Lambion gratuliert Kindergartenleiterin Ute Kloß zum 150-jährigen Bestehen der Tagesstätte Helsen im evangelischen Zweckverband. © Armin Haß

Dazu passte denn auch ein Singspiel unter der Leitung der Erzieherinnen um Kindergartenleiterin Ute Kloß, bei dem die Jungen und Mädchen in Uniformen von Polizistinnen und Polizisten, eines Pfarrers oder als Bürgermeister mit Krawatte und Sakko dargestellt, dass auch große Menschen einmal klein angefangen haben.

Über 20 Jahren beim Zweckverband

Der Kindergarten ist seit über 20 Jahren in der Trägerschaft des evangelischen Zweckverbands Nordwaldeck der Kindertagesstätten. An das religionspädagogische Konzept der Betreuung erinnert Uta Landgrebe, Geschäftsführerin beim Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder in Kurhessen-Waldeck.

In Helsen sei die erste Krippengruppe der unter Dreijährigen im Zweckverband geschaffen worden. Qualitätsmanagement, eine gute fachliche Ausbildung, die Sorge um ausreichend Fachkräfte in der Erziehung sind nach ihren Worten wesentliche Elemente. Die Kita dürfe dabei nicht allein Betreuungs- und Versorgungsstätte, sondern müsse Lebens- und Bildungsort sein.

Mit der Welt vertraut werden

Hausherr und Bürgermeister Marko Lambion betonte , dass die Kinder nicht wie kleine Erwachsene zu behandeln seien, sondern dabei begleitet werde müssten, wie sie sich selbst mit der Welt vertraut machten. Schritt für Schritt würden sie zu mündigen Bürgern werden. Kindergärten spiegelten die Gesellschaft wider, die Lösung von Konflikten gehöre dazu.

Kindererziehung sei eine dankbare und verantwortungsvolle Arbeit. Gesellschaft wie Eltern seien gefordert. Gäste der Feier waren auch das Ehepaar Müller, das sich um die Heimatstube im Altbau des mehrfach erweiterten Kindergartens kümmert, und Erhard Kraft, den Vorsitzenden des Arolser Geschichtsvereins und Fachmann für die Helser Geschichte, und den Geschäftsführer des Kindergartenzweckverbands, Pfarrer Christian Rehkate und Ortsvorsteher Karsten Meyer.

Die Anfänge

Die Anfänge vor 150 Jahren skizzierte der Geschäftsführer der DIAKO Waldeck-Frankenberg, Pfarrer Oswald Beuthert. Durch die Bemühungen der damaligen waldeckischen Fürstin Helene kam aus Kaiserswerth die erste Diakonisse Mathilde Kötter nach Arolsen, um dort eine Ausbildung von jungen Frauen zur organisieren, die Kranke und Kinder aus armen Familien betreuten.

Daraus entstand zeitgleich mit dem evangelischen Kindergarten das Waldecksche Diakonissenhaus Sophienheim (WDS), benannt nach der 15-jährig verstorbenen Tochter der Fürstin Helene. Nach ihr war auch das Sophienheim Helsen als eines der damals drei Standorte benannt.

Ausbildung für junge Frauen

Zunächst betrieb die Diakonie die Ausbildung junger Frauen in der Hauswirtschaft und der Erziehung von Kindern, später dann die Pflege. 1880 war als Filiale in Kohlgrund ein Erntekindergartens gegründet worden, der die in der Landwirtschaft Tätigen entlastete.

Das Haus an der Prof.-Bier-Straße hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Es diente als Lazarett und für kirchliche Zwecke. In den 30-er Jahre war es eingebunden in die sogenannte NS-Wohlfahrt. Nach dem Krieg diente es der Jugendhilfe des Diakonissenhauses, seit 1969 steht es in kommunalem Eigentum. (Armin Haß )

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