Premiere im Gottesdienst für Kirchenlieder von Ludwig Helmbold

Kirchenvorstand in Bad Arolsen eingeführt

Bad Arolsen - Mit der Einführung der neuen Kirchenvorsteher verbunden war gestern in der Stadtkirche die remiere“ für ein in der Hofbücherei gefundensaltes Kirchenliede aud der Reformationszeit.

Bad Arolsen. Das Gemeindemitglied Dr. Werner Reiter hatte in der Fürstlichen Hofbibliothek einen neuhochdeutschen Text von Magister Ludwig Helmbold (1532 - 1598) aus dem Jahr 1571 gefunden, das er ins heutige Deutsch übertragen hat. Der Philosoph und Theologe Helmbold musste im Zuge der Gegenreformation seinen Hut als Rektor der Uni Erfurt nehmen und war in der Heimatstadt Mühlhausen zunächst Diakon an der dortigen Kirche. Sein im Gottesdienst in Neuübersetzung von der Kantorei vorgetragenes Lied war durch einen verheerenden Hagelsturm am 17. Juli 1571 inspiriert worden und zog in seinen 16 Strophen gegen Geiz und Wucher zu Feld. Kritisch und aufrüttelnd wie es ist, fand das Lied im Gegensatz zu anderen Dichtungen Helmbolds nicht den Eingang ins evangelische Gesangbuch, wie Pfarrer Gerhard Lueg erklärte. Allerdings sei es angesichts der heutigen Finanzspekulationen mit ihren katastrophalen Folgen aktuell. Das Lied Helmbolds darf laut Lueg auch als Anregung für den Kirchenvorstand gewertet werden, der auch ein Wächteramt ausübe und sich dem Wohlergehen sowohl der Gemeinde als auch der politischen Kommune verpflichtet sehe. Durch die Wahl zum Kirchenvorstand wurden gewählt: Reiner Freudenstein, Annemarie Hesse, Tobias Klotzbücher, Brigitte Neugebauer, Uwe Simon, Jens Spohn, Anja Unnewehr, Almut Will-Olivieri und Theo Zeides. Hinzuberufen wurden Lydia Fech, Viola Lautenbach und Eva Müntinga. Für die Mitglieder Hesse und Neugebauer sowie Simon und Zeides beginnt nun eine weitere Amtszeit.Von den Pfarrern Lueg und Uwe Hoos-Vermeil verabschiedet und mit Präsenten für ihr jahrelanges Engagement bedacht wurden die ausgeschiedenen Mitglieder: Rita Knobbe nach 18 Jahren, Kornelia Brinkmann (14 Jahre), Dagmar Hensler (fünf), Günter Köhler, Elke Lankeit, Gerhard Müntinga (alle zwölf Jahre), Inge Rühl, und Edith Schaumburg (beide sechs Jahre). Pfarrer Lueg ermunterte die Gemeinde, die Kirchenvorstandsmitglieder anzusprechen, wenn sie Anregungen oder Kritik hätten. (ah)

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