CRS-Orchester musiziert in der Scheune Scholla · Generalprobe für USA-Tournee

Klänge wie in einem Hollywoodfilm

+
Die Streicher des CRS-Orchesters glänzten in der Gembecker Festscheune.

Twistetal - Gembeck - Wenn Musik und Gesang aus der Gembecker Festscheune dringen, dann sind meist die heimischen Chöre am Werk. Nicht so am Tag der Deutschen Einheit: erstmals hat das Orchester der Christian-Rauch-Schule eine Musikkulisse wie im Hollywoodfilm in die Scheune gezaubert.

Das gut besuchte Konzert ließ das geräumige Gebäude fast aus allen Nähten platzen und sorgte für restlose Begeisterung unter den Zuhörern. Dazu trug sicherlich auch die ungewöhnliche Spielstätte bei. Hölzernes Deckengebälk und rustikale Scheunentore vermitteln eben eine ganz andere Stimmung, als dies in ehrwürdigen Kirchenräumen oder austauschbaren Hallen der Fall ist. Die Akustik hatte „Maestro“ Rainer W. Böttcher zuvor eigens getestet und für gut befunden, wie er augenzwinkernd verriet. Und damit niemand frieren musste, wurden Wärmepilze zwischen die Sitzreihen gestellt. Beste Voraussetzungen waren also gegeben, um von Verdis furiosem Triumphmarsch bis zur Gänsehaut-Zugabe „Time to say Goodbye“ ein dynamisches Musikfeuerwerk auf die Gäste loszulassen.

USA-Tournee

Für die Schüler war das Konzert gleichzeitig die Generalprobe für ihre USA-Tournee, die kommende Woche mit den Herbstferien beginnt. Ein Auftritt, der den jungen Musikern recht gab. Denn ob jubilierende Streicher in Carl Jenkins’ „Palladio“, ausgefeilte Soli einzelner Schüler, überraschende akzentesetzende Posaunen in Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ oder der mitreißende Trommelwirbel im „Danse Bacchanale“ von Saint-Saëns, der auch den Dirigenten durch die Scheune wirbeln ließ: Immer länger werdender Applaus mit immer lauteren Juchzern war der Lohn für diese beeindruckende Leistung des Schulorchesters.

Noch populärere Klänge fegten durch die Festscheune, nachdem die Besucher das von den Eltern angerichtete Pausenbuffet abgeräumt hatten. Märchenhafte Monumentalfilmklänge aus „Prinz Kaspian von Narnia“, gefolgt von Lloyd-Webbers „Memory“ mit der mitreißenden Gesangssolistin Larissa Niederquell, brausende Bläser in „The Winds of Poseidon“ und „A Tribute to Henry Mancini“ im heißen Big-Band-Sound sorgten für Staunen und gute Laune. Dass es übrigens nicht nur die Amerikaner sind, die - laut Böttcher - „Lederhosen lieben“, war bei den Polkas von Johann Strauß nicht zu übersehen.

Kein Wunder, dass am Ende stehende Ovationen das Ergebnis waren und noch die eine oder andere Zugabe her musste. Blumen gab es aber nicht nur für den Dirigenten und für Bernd Radeck, den „Vater“ des Schüleraustauschs mit den USA. Auch Andrea Franke vom Festscheunen-Ausschuss des Projekts „Attraktives Gembeck“, der das Konzert ins Dorf geholt hatte, nahm Blumen von ihren Mitstreitern entgegen. Sie zeigte sich überwältigt von der Zahl der Gäste - und versprach, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art in der Scheune gewesen sei. (sim)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare