Neudorfer stellen fünf neue Windkraftanlagen vor und ernten viel Lob

Kleiner Windpark, großes Zeichen

Diemelstadt-Neudorf - Politiker, Bänker und Verbandsvertreter: Von allen Seiten gab es am Samstagmittag großes Lob für die Neudorfer Windmüller. Die hatten zur offiziellen Inbetriebnahme ihrer fünf neuen Anlagen zum Mitfeiern eingeladen.

Während die großen Rotorenblätter ihre Kreise ziehen, blickt Martin Frowein zufrieden über das Rote Land. Zwölf Windkraftanlagen sammeln auf den Feldern rund um Neudorf Energie – unter ihnen fünf NordexN117-Anlagen. Sie produzieren acht Mal so viel elektrischen Strom wie ihre Vorgänger. Froweins Kollege Wilhelm Brüne wird später im Festzelt an den langen uWeg erinnern, den die Neudorfer Windmüller gehen mussten. Doch zur offiziellen Inbetriebnahme der fünf neuen Windkraftanlagen herrscht am Samstag Feststimmung – und die ist nicht nur den drei Geschäftsführern, zu denen auch Wilhelm Schäfer gehört, ins Gesicht geschrieben. „Sie haben die Bürger mitgenommen und viele sind selbst beteiligt“, lobt Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder und freut sich gleichzeitig über rund 100 000 Euro, die jährlich an Gewerbesteuern in die Stadtkasse fließen. Das Thema Windkraft werde die Stadt noch bewegen, kündigt er an und betont, die Planungsprozesse mit den Bürgern angehen zu wollen, statt mit fremden Firmen, die über die Lande ziehen. Und eben darin liege die Besonderheit der Neudorfer Anlage, bescheinigt auch Carlo Reeker vom Bundesverband Windenergie (BWE): „Weil hier die Bürger selbst die Energiewende umsetzen, ist Neudorf eines von ganz wenigen Leuchtturmprojekten für die Windenergie in Deutschland“, betont er, „ein kleiner Windpark, ein großes Zeichen.“ Auch Landtagsabgeordneter Armin Schwarz lobt die transparenten Prozesse in Neudorf: „Die Energiewende findet jeder gut“, sagt er, „aber wenn es konkret wird und Räder geplant werden, ist der Chor der Bedenkenträger oft groß. In Neudorf ging es geräuschlos vor sich“. Staatssekretär Mark Weinmeister, der die Festrede hält, wünscht sich diesen Effekt für mehr Gemeinden in Hessen. Eine Anlage produziere in zwei Stunden seinen Jahresverbrauch, rechnet er vor. Er vergisst aber nicht, auch Probleme wie etwa bei der Einspeisung ins Netz anzusprechen – Wasser auf die Mühlen der Neudorfer, die für einen freien Netzzugang kämpfen.Insgesamt 20 Millionen Euro haben sie in die Modernisierung gesteckt. „Wir waren Getriebene“, erinnert Brüne. Die alten Anlagen liefen noch, aber mit der neuen Ausweisung kündigte sich 2008 das Re-Powering bereits an. „Also haben wir reagiert, uns mit den Neudorfern zusammengesetzt“, erinnert er. Die Stadtverordneten stimmten zu, die Neudorfer suchten bis über die Grenzen Deutschlands hinaus nach geeigneten Anlagen und wurden fündig. „120 Ordner haben wir beim Regierungspräsidium abgegeben“, erzählt Brüne. Mit Erfolg – davon überzeugen sich am Samstag die Besucher beim Blick hinter die Kulissen. (resa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare