Vorstoß der CDU-Kreistagsfraktion Kassel Land

 Kliniken Wolfhagen und Bad Arolsen in alte Kaserne?

Das Krankenhaus Bad Arolsen, Tochtergesellschaft der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). Mit einem leichten Plus, auch wegen des neuen Angebotes zur Entwöhnung von der Langzeitbeatmung, hat die Klinik auch im vorigen Jahr abgeschlossen. Nach Bad Arolsen soll nach den im Landkreis Kassel kritisierten GNH-Plänen das stationäre Angebot der Klinik Wolfhagen verlagert werden. Foto: Armin Haß

 Bad Arolsen/Wolfhagen – Die CDU-Kreistagsfraktion Kassel Land fordert in einem Dringlichkeitsantrag den Neubau einer Klinik in der früheren Pommern-Kaserne Wolfhagen für Wolfhagen und Bad Arolsen.

Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) in Kassel, die eine Schließung des Krankenhauses Wolfhagen für 2020 geplant hat, äußert sich dazu auf Anfrage der Waldeckischen Landeszeitung nicht.

Streit um GNH-Pläne

An den Plänen der GNH dürfte auch der Vorstoß aus dem Landkreis Kassel nichts ändern. Geplant ist eine Verlagerung der stationären Versorgung von der Wolfhager Klinik nach Bad Arolsen.

Die GNH äußert sich zu den Forderungen der CDU auf Anfrage unserer Zeitung nicht. Juristisch ist es den GNH-Führungsgremien aufgrund einer Einstweiligen Verfügung auf Antrag des Landkreises Kassel nicht erlaubt, die Schließung voranzutreiben oder öffentliche Aussagen zu dem Themenfeld abzugeben.

Reaktion aus Bad Arolsen

Dass sich an den Plänen zur Verlagerung etwas ändern würde, wird nicht erwartet. Schließlich wäre damit eine noch bessere Auslastung des Krankenhauses Bad Arolsen verbunden.

„Aus Sicht der Stadt Bad Arolsen besteht kein Anlass, die Standortfrage zu stellen. Insoweit verweise ich auf die positive Analyse des Vorstandes der GNH zu den Zukunftsperspektiven für das Krankenhaus Bad Arolsen“, erklärte dazu Arolsens Bürgermeister Jürgen van der Horst auf Nachfrage.

Das erklärt CDU Kassel Land

Anders stellt sich die Lage für die CDU-Kreistagsfraktion Kassel Land dar. Deren sozialpolitischer Sprecher Alexander Lorch behauptet in einer Mitteilung: „Bei einer Verminderung der Fallzahlen der GNH im Jahr 2018 um 3207 Fälle muss ein Defizit nicht nur in Wolfhagen, sondern auch in Bad Arolsen entstanden sein.“ Ein solcher Rückgang an stationären Behandlungen sei mit „erheblichen Millionenverlusten an Einnahmen“ verbunden.

Dem steht die Bilanz für 2018 entgegen, die nach einer Sitzung des GNH-Aufsichtsrates im Juni dieses Jahres veröffentlicht wurde. Darin heißt es, dass ein „leichtes Plus“ im Bereich der GNH erreicht wurde. 

Plus bei Klinik Bad Arolsen

Auch das Krankenhaus Bad Arolsen habe das Jahr „mit einem leicht positiven Ergebnis“ abgeschlossen. Dazu habe „beispielsweise das Angebot des Weanings (Entwöhnung von der Langzeitbeatmung) beigetragen, das weiter gestärkt werden“ solle. Das Plus in Bad Arolsen wird für 2017 mit 0,11 Millionen Euro, für das vorige Jahr mit 200 000 Euro beziffert.

Bei den Kreiskliniken Kassel (Hofgeismar und Wolfhagen) werde das Ergebnis nicht erreicht, heißt es im Jahresabschluss. Die Defizite werden mit insgesamt 3,28 Millionen Euro 2018 (2017: 2,43 Millionen) beziffert. Die GNH strebt daher eine Schließung in Wolfhagen an.

Dem versucht die CDU Kassel Land durch den Dringlichkeitsantrag entgegenzuwirken. Sie wolle nicht auf die Vorlage eines Alternativorschlags zur Kreistagssitzung im Februar durch Landrat Uwe Schmidt warten.

  (mit Marie Klement)

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