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Klosterkirche Volkhardinghausen soll zum Jahresende schließen

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Von: Armin Haß

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Einen alten Grenzstein (rechts) hat der Bürgerverein Volkhardinghausen vor der alten Klosterkirche aufgestellt.
Einen alten Grenzstein (rechts) hat der Bürgerverein Volkhardinghausen vor der alten Klosterkirche aufgestellt. © Karl-Heinz Koch

Der Bürgerverein Volkhardinghausen löst sich auf. Schließung der Klosterkirche zum Jahresende angekündigt

Arolsen-Volkhardinghausen – Der Bürgerverein Volkhardinghausen wird sich nach sechs Jahren auflösen. Bei der Mitgliederversammlung habe kein Vorstand gewählt werden können, bedauert der Vorsitzende Karl-Heinz Koch.

Noch 40 Mitglieder

Der 40 Mitglieder zählende Verein war 2016 gegründet worden, weil sich zur Kommunalwahl keine Kandidaten für einen Ortsbeirat fanden. Ein solches Gremium ist auch bei der Kommunalwahl 2021 nicht gewählt worden.

Der Vorstand bleibt bis Ende 2022 im Amt, um die Auflösung zu betreiben. An der Mitgliederversammlung nahm auch Stadtrat Dietmar Danapel teil.

Schließung der Klosterkirche

„Demotivierend“ seien für eine Vereinsführung „schleppende staatlich geförderte Dorfentwicklungsprozesse, die dem demographischen Wandel eigentlich entgegenwirken sollten“, stellt Koch fest. Ehrenamtlich ausgearbeitete Entwürfe für die Entwicklung von Volkhardinghausen im Zuge der IKEK-Steuerungsgruppe für die Dorfentwicklung würden nicht umgesetzt.

Zudem werde die historische Klosterkapelle im ehemaligen Kreuzgang des Augustinerklosters zum Jahresende geschlossen . Die Kirche als Betreiberin, die Domanialverwaltung als Eigentümerin und die Stadt als Kostenträgerin für die Sargkammer seien nicht mehr zu Investitionen in das denkmalgeschützte Gebäude bereit. Wenn Investitionen von fünf Millionen in die Sanierung der Stadtkirche Bad Arolsen betrachtet würden, sei zu verstehen, wenn ehrenamtliches Engagement verloren gehe, klagt Koch.

Attraktivität steigern

Der Bürgerverein habe Aktivitäten entwickelt für die Steigerung der Attraktivität des 130 Einwohner zählenden Dorfes und des alten Klosters. So seien mithilfe des Landesprogramms „Starkes Hessen“ das Begegnungszentrum Bäckerteich erweitert und 2018 allein für die Anlage eines barrierefreien Zugangs zur Klosterkirche 5000 Euro Landesmittel geflossen. Der Verein hat zudem das Wanderwegenetz beschildert.  

Bei einem Ortstermin mit Pfarrerin Birgit Basteck, Vertretern der Waldeckischen Domanialverwaltung, des städtischen Bauamtes und mit Erstem Stadtrat Udo Jost sei erklärt worden, dass die Klosterkapelle zum Jahresende geschlossen werde. Angestrebt werde der Verkauf des Gebäudes.

Wohnungen in früherem Kloster

In dem alten Kloster sind noch zwei Wohnungen. Als Alternative für Gottesdienste werde die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses ins Gespräch gebracht oder der Weg zur Kirche in Landau empfohlen, so Koch. Im vorigen Jahr war die Heizung ausgefallen, auch wiesen die bleiverglasten Fenster Schäden auf. Eine Sanierung wäre auch ein Fall für die Dorfentwicklung, sagte Koch.

Der Verein habe sich in den vergangenen Jahren dafür stark gemacht, das alte Kloster auch als touristische Attraktion aufzuwerten. Neben der Pflege des Geländes auf der Westseite hat der Verein zuletzt mithilfe der Domanialverwaltung und der Raiffeisenbank im vorigen Herbst einen großen, bei Rückearbeiten im Wald auseinandergebrochenen Grenzstein geborgen, aufgearbeitet und vor der Klosterkirche aufgestellt.

Seit 1968 für Gottesdienste genutzt

Dazu seien Tafeln aufgestellt worden, auf denen über die Geschichte des Klosters aus dem 13. Jahrhundert und des Ortes sowie den Grenzstein informiert werde.

Die Klosterkapelle war 1968 für kirchliche Zwecke hergerichtet worden. Vorher war die alte Schule gegenüber von der Kirchengemeinde genutzt worden. Inzwischen ist das Haus verkauft worden und wird von dem privaten Eigentümer für Wohnzwecke genutzt. Der Glockenturm auf dem Haus befindet sich im Eigentum der Stadt. (Armin Haß)

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