FASZINATION OLDTIMER: Schicker englischer Roadster

Oldtimer vor dem Residenzschloss: Knattern gehört zum Triumph

Roter englisscher Roadster macht kurzen Stopp vor dem Residenzschloss.
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Sonntagsausflug mit kurzem Stopp vor dem Residenzschloss: Uwe Henning und Bettina Hollenstein mit ihrem schicken englischen Roadster, einem Triumph TR 4 aus dem Jahr 1964.

Das Thema Mobilität begeistert viele Menschen. Eine große Faszination üben zunehmend Oldtimer aus, auch in unserer Region. In der Serie „Faszination Oldtimer“ stellen wir Besitzer mit ihren betagten, aber charmanten Fahrzeugen vor.

Bad Arolsen – Eine schöne Erinnerung an die einst große Tradition der englischen Sportwagenbauer ist der kleine Triumph TR 4 von Uwe Henning.

Der rote Roadster, Baujahr 1964, ist einer der wenigen, die mit Linkssteuerung gebaut wurden und eine Erstzulassung in Deutschland nachweisen können. Viele Modelle aus dieser Serie sind Re-Importe aus den USA.

Durchgerostet und dann von Grund auf saniert

Der TR 4 von Uwe Henning wurde in Wuppertal erstmals zugelassen, und zwar auf einen finanziell gut ausgestatteten Studenten, der nach Ausweis des noch vorhandenen, akribisch ausgefüllten Servicehefts häufig zwischen Wuppertal, Hamburg und Berlin pendelte. Heute stehen 26.000 Kilometer auf dem Tacho, aber Hennig ist sicher, dass der Kilometerzähler mehrfach die Nullstellung umrundet hat.

Blick auf den Motor: Alles übersichtlich und blitzblank. Der Triumph TR 4, Baujahr 1964, holt aus dem 2,2 Liter Motor 100 PS.

„Der Wagen war um die Jahrtausendwende ziemlich durchgerostet“, erzählt der heutige Eigentümer. Damals habe ein Kfz-Meister den Triumph gekauft und von Grund auf saniert. 2011 kaufte Hennig den schicken Sportwagen.

Ersatzeile über British Leyland gut zu beziehen

Große Freude bereiten ihm die Original-Ledersitze, das mit viel Holz belegte Lenkrad mit den deutlichen Gebrauchsspuren und die Original-Radkappen mit Weltkugel. Aufkleber auf der Windschutzscheibe belegen, dass der Wagen schon an der legendären Oldtimertour Mille Miglia und auf dem britischen Good Wood Circuit gefahren ist.

Scheinwerfer und Kühlergrill aus Chrom und dahinter eine scheinbar endlos lange Motorhaube: Ein wahrer Triumph.

Ersatzteile gibt es übrigens reichlich für diesen Oldtimer-Flitzer. Die alten britischen Marken wurden einst unter British Leyland zusammengefasst. Viele der unterschiedlichen Typen haben gleiche Bauteile, sodass sich Schalter oder Motorkomponenten meist recht günstig beschaffen lassen. Teuer wird’s nur bei den kleinen Chromleisten, die es nur für das jeweilige Modell gibt. Aber dabei hilft das deutsche TR-Register mit technischen Foren, Tipps und Tricks. Die Markenrechte liegen heute übriges bei BMW.

Moderne Sicherheits-Features fhelen

Uwe Hennig fährt nur Kurzstrecke mit seinem knatternden Oldtimer. Für große Fahrer wie ihn ist es auf der Langstrecke nicht besonders bequem, mit angewinkelten Beinen zu fahren. Auch die fehlenden Sicherheitsgurte, die fehlenden Kopfstützen, das veraltete Ein-Kreis-Bremssystem und die starre Lenkstange sprechen nicht dafür, längere Strecken zu fahren.

Chromblitzende Radkappen mit stilisierter Weltkugel.

Aber Spaß macht es, sich in dem Cabrio ohne Windschott den Fahrtwind um die Ohren blasen zu lassen. Und Bettina Hollenstein bestätigt, dass sie sich als Beifahrerin von der Beschleunigung der 100 PS gerne in die Sitze drücken lässt. (Von Elmar Schulten)

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