Freilichtbühne Twiste studiert Dschungelbuch ein

Wer ist der König im Twister Affenstaat?

Eine wilde Affenbande hat Mowgli als Spielobjekt entdeckt: Auf der Freilichtbühne Twiste haben die Proben für das Dschungelbuch begonnen. Die Regie hat Karl-Heinz Röhle. Foto: Elmar Schulten

Twistetal-Twiste - Laut kreischend, in gebückter Haltung hüpfend macht sich eine wilde Affenbande über den kleinen Jungen Mowgli her. Auf der Freilichtbühne Twiste haben die Außenproben für das Dschungelbuch begonnen.

Die Kulisse für die Schauspieltruppe wird in der neuen Spielzeit von den Straßenbauern mitgestal-tet. Angekündigt sind fast fünf Monate Straßensperrung. Von April bis September wird die Bundesstraße 252 in der Ortsdurchfahrt Großbaustelle sein.

Die Theatermacher fürchten, dass so mancher Theaterbesucher auf dem Weg zum Dschungelbuch tatsächlich dschungelähnliche Straßen befahren muss. Deshalb verzichtet man in diesem Sommer auf ein zweites Stück, und das Kinderstück wird nur an Wochenenden aufgeführt. Dann müsste die Baustelle ruhen und befahrbar sein.

Doch von solchen Aussichten lassen sich die Darsteller nicht die Freude an ihren Proben verderben. Seit Januar treffen sie sich regelmäßig mit ihrem Regisseur Karl-Heinz Röhle. Seit vier Wochen sind Außenproben möglich.

Als Nächstes steht der Kulissen-bau an. Eigentlich geht es diesmal eher um den Abbau der vorhandenen Kulissen, denn im Dschungel werden schließlich keine Dorfansichten benötigt.

Die Bühnenbauer wollen daher den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Sanierung des inzwischen 20 Jahre alten Re-gieturmes legen.

So können sich die Darstel-ler der Affenbande auf das Wesentliche konzentrieren: auf Bananen und Kokosnüsse. Die Bühnenfassung des 1895 von Rudyard Kipling veröffentlichten Dschungelbuches wurde schon vor Jahren von Bernd Stallmann und Ralf Israel für die Twister Freilichtbühne umgeschrieben. Bernd Stallmann schrieb dazu die passenden Lieder, die nun von den 60 Darstellern unter Leitung der Gesangslehrerin Melanie Friedrich einstudiert werden.

Weil aber die Disney-Songs „Versuch‘s mal mit Gemütlichkeit“ und „Ich bin der König im Affenstaat“ so bekannt und beliebt sind, dass sie bei keiner Aufführung des Dschungelbuches fehlen dürfen, hat die Freilichtbühne die Aufführungsrechte an diesen Liedern auch gekauft. Röhle: „Das mussten wir uns einfach gönnen.“

So können sich die Darsteller nun auf das Wichtigste konzentrieren: Die richtigen Bewegungsabläufe und die Haltung, die man als Mensch von einem Affen erwartet.

Die Geschichte des Dschungelbuches ist bekannt: Mowgli ist ein Findelkind, das im indischen Dschungel von einer Wolfsfamilie großgezogen wird. Der schwarze Panther Baghira, der ihn als Baby fand, ist ihm ein väterlicher Freund, und mit dem gemütlichen, stets gut gelaunten Bären Balou genießt Mowgli die angenehmen Seiten des Lebens.

Eines Tages taucht jedoch der von allen Dschungelbewohnern gefürchtete Tiger Shir Khan auf, der die Menschen hasst und es auf den kleinen Jungen abgesehen hat.

Als der Rat der Wölfe aber beschließt Mowgli fortzuschicken, um den Zorn Shir Khans von sich abzuwenden, übernehmen Baghira und Balou die Erziehung des Menschenjungen und bringen ihm bei, wie man im Dschungel überlebt. Inzwischen hat der Tiger jedoch Mowglis Fährte aufgenommen, und als auch noch die verrückte Affenbande mit ihrem Anführer King Lui auftaucht, spitzt sich die Situation bedrohlich zu.

Mit der Einmischung der Elefantenpatrouille und der Riesenschlange Kaa steht der Dschungel endgültig kopf.

Das phantasievolle Kinderstück hat am Sonntag, 29. Juni, um 15 Uhr auf der Freilichtbühne Premiere.

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