1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Arolsen

Turbulente Chaostage in London auf der Bühne der Stadthalle Mengeringhausen

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Kein Ausweg mehr aus dem Lügengebäude: Der Bigamist John Smith (Dirk Probstfeld) mit seinen beiden Ehefrauen Mary (Anette Spiße, links) und Barbara Smith (Sylvia Grimm) in der Komödie „Taxi, Taxi“.
Kein Ausweg mehr aus dem Lügengebäude: Der Bigamist John Smith (Dirk Probstfeld) mit seinen beiden Ehefrauen Mary (Anette Spiße, links) und Barbara Smith (Sylvia Grimm) in der Komödie „Taxi, Taxi“. © Armin Haß

Mit der turbulenten britischen Komödie „Taxi, Taxi - Doppelt leben hält besser“ von Ray Cooney feierte das Statt-Theater Mengeringhausen nach zwei Jahren Bühnenabstinenz endlich Premiere.

Arolsen-Mengeringhausen – „Endlich wieder Lachen in der Stadthalle“, freute sich Vorsitzende Silke Volkmann mit Blick auf die zweijährige pandemiebedingte Pause. Im Corona-Lockdown im März 2020 wurde „Taxi, Taxi“ ausgebremst, doch die Akteure behielten ihren Schwung für eine erneute Probenzeit und so gelang die Premiere.

Lachen über Chaostage auf der britischen Insel steht bei der Komödie an - diesmal geht es nicht um die politische Muppet Show um die Downing Street in London, sondern um irrwitzige Lügengeschichten im zwischenmenschlichen Bereich. Verdichtet auf zwei Stunden, erlebten die Zuschauer eine turbulente und durch flotte Dialoge und immer wahnwitzigere Storys vorangepuschte Komödie um den dreisten Bigamisten John Smith.

Doppelleben in London

Der Londoner Taxifahrer ist mit zwei Frauen verheiratet, Mary in dem Stadtteil Wimbledon und Barbara in Streatham. Beide sind glücklich mit dem farblos und durchschnittlich wirkenden John. Doch der hat es faustdick hinter den Ohren und lebt mithilfe seines Jobs als Taxifahrer nach einem ausgefeilten Stundenplan ein Doppelleben.

Durch sein beherztes Eingreifen bei einem Überfall auf eine ältere Dame wird er am Kopf verletzt und muss ins Krankenhaus - was den Stundenplan zusammenbrechen und die besorgten Ehefrauen getrennt voneinander bei verschiedenen Polizeistationen nach dem Schicksal des vermissten Gatten fragen lässt.

Irrwitzige Geschichten

Zwei Polizeiinspektoren, ein Fotoreporter der Evening Sun und auch der Freund Stanley Gardner im gemeinsamen Haus von Mary und John Smith nehmen sich der Sache auf ihre Weise an und greifen ins Geschehen ein. Immer irrwitzigere Geschichten muss sich John Smith für seine Gemahlinnen bei dem Hin und Her einfallen lassen. Irgendwie soll ja das normale Bigamistenleben weitergehen.

Die Akteure des Statt-Theaters bringen die in den 70er-Jahren spielende Story auf spannende und vergnügliche Weise auf die Bühne. Großgemusterte Tapeten, Kleider und Hemden versetzen in die Zeit vor 50 Jahren zurück. Beatles-Klassiker (Help! , She loves You) werden geschickt und unaufdringlich in die Handlungsverläufe eingespielt.

Herrliches Chaos

Zur Premiere lieferten Anette Spiße und Sylvia Grimm als ahnungslose Gattinnen Mary und Barbara Smith, Dirk Probstfeld als gemeinsamer Ehemann John, Hermann Illian als Stanley eine reife Leistung, schließlich eilen sie durch eine immer wilder und an überraschenden Wendungen reichen Lügengeschichte.

Da müssen mal ein Farmer, eine Nonne, der schwule Freund oder ein Transvestit (alles freilich fiktive Figuren) dafür herhalten, damit bloß nicht das Doppelleben auffliegt. Die Inspektoren Polterhouse (Dietmar Geng) und Troughton (Martina Mayr) machen dazu eine gute Figur, der tuntige Künstler und Modeschöpfer Carlo (Ramon Weinreich) fügt dem ganzen Treiben - unter der Regie von Anette und Gerd Spiße - noch viel herrliches Chaos hinzu.

Die überraschende Pointe im reichlich turbulenten Finale bietet ein weiteres Codewort in dem Stundenplan von John Smith. ( Armin Haß )

Auch interessant

Kommentare