Diemelstadt-Rhoden

Krabbenzucht auf altem Holzhof

- Diemelstadt-Rhoden (-ah-).Mit einer Krabbenzucht wollen Investoren aus Nordwaldeck und vom Niederrhein den alten Holzhof neu nutzen.

Geplant sind der Bau von Biogas- und Solaranlagen zur Erzeugung von Strom und Abwärme, die wiederum zum Temperieren eines unter Dach aufgestellten Beckens mit künstlichem Meerwasser für die Zucht von Shrimps verwendet werden soll. „Die Investoren würden am liebsten gleich beginnen“, berichtet Bürgermeister Rolf Emde. Doch muss noch der Bebauungsplan für den Bereich geändert werden. Die kommunalen Gremien befassen sich in der nächsten Zeit mit diesem Thema. Hauptinvestor ist die Firma Ascon Bioenergie in Voerde, die auf örtlicher Ebene von der Volkmarser Architektin Brigitte Schade-Kleist und dem Fuhrunternehmer Paul Flore (beide Volkmarsen) unterstützt werden. Die Architektin bringt als „Mini-Gesellschafterin“ Wissen und Erfahrungen aus dem Betrieb der mittlerweile gut laufenden Biogasanlage in Volkmarsen ein, Flore nutzt seine intensiven Kontakte zu den Landwirten. 180 Hektar Ackerfläche wurden schon eingesät, der Mais soll im Oktober geerntet und dann in der Biogasanlage genutzt werden. Ebenfalls nutzbar in der Anlage ist der Abfall aus der Zuchtanlage, Fäkalien und andere Stoffe, die im Fermenter aufbereitet und zu Strom respektive der nötigen Abwärme umgewandelt werden können. Immerhin muss das Wasser in der überdachten Zuchtanlage auf 30 Grad erwärmt werden. Biogasanlagen hatten bisher primär dem Zweck der Stromeinspeisung gedient. Die erhöhte Vergütung des eingespeisten Stromes lockt Investoren. Interessant kann aber auch die Nutzung der Abwärme sein. Ob Fischzuchten oder Krabben-Bassin – mit dem nötigen Geschäftskonzept dürfte sich die Ausnutzung der Abwärme durchaus lohnen. Die Zuchtanlage wird einen großen Teil des Holzhofes in Anspruch nehmen. Zunächst war das Gelände von einem Zusammenschluss heimischer Waldbesitzer in der Forstbetriebsgemeinschaft Waldeck zur Aufarbeitung von Stammholz mit modernen Maschinen mithilfe von Landeszuschüssen angelegt worden, dann wurde das Unternehmen Ante Holz aus Bromskirchen Pächter und richtete einen Holzlagerplatz ein. Inzwischen ist das Unternehmen Ascon in den Erbbauvertrag eingestiegen. Eigentümerin des Geländes westlich von Rhoden ist die Waldeckische Domanialverwaltung.

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