Gemeinde Schmillinghausen will Einrichtung durch Schaffung von U-3-Plätzen sichern

Kraftakt für den Kindergarten

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Der Kindergarten Schmillinghausen soll durch Ausbau von U-3-Plätzen erhalten bleiben. Unser Bild zeigt mit den Kindern Pfarrerin Marianne Maltzahn (hinten rechts im Bild) sowie Kindergartenleiterin Ingrid Hoppe (hinten, 2. von links) und Erzieherin Britta

Bad Arolsen-Schmillinghausen - Um den Kindergarten neben dem Pfarrhaus zu erhalten, setzen sich die Schmillinghäuser für die Schaffung von Räumlichkeiten für Kinder unter drei Jahren ein. Spenden sind gefragt.

Die demografische Entwicklung trifft den Ort in mehrfacher Hinsicht: Aufgrund einer sinkenden Zahl von Gemeindegliedern ist das benachbarte Kirchspiel Külte aufgelöst worden und entstand das neue Kirchspiel Külte-Schmillinghausen mit Dienstsitz in Külte. Wegen der geringen Anzahl von Jungen und Mädchen im Kindergarten fürchten die Schmillinghäuser um den Bestand der zum evangelischen Kindergarten-Zweckverband gehörenden Einrichtung.

Derzeit besuchen 13 Jungen und Mädchen den Kindergarten, betreut von zwei Erzieherinnen. Zugelassen ist der Kindergarten für 20 Kinder, die Zahl soll nun auf 15 abgesenkt werden, wie Pfarrerin Marianne Maltzahn berichtete.

Förderung abgelehnt

Der Kindergartenzweckverband, dessen Kuratorium Vertreter der Stadt Bad Arolsen angehören, hat beim Kreis vergeblich einen Förderantrag gestellt. Die Ablehnung war mit dem Hinweis begründet worden, die Stadt habe in ihrem Maßnahmenpaket für den kommunalen Rettungsschirm bereits die Schließung des Kindergartens angekündigt. Doch die sei aus dem städtischen Sanierungsprogramm herausgenommen worden, merkt Pfarrerin Maltzahn an. Der Kreis verweist jedenfalls darauf, dass mit einer Förderung die Auflage verbunden ist, den Kindergarten mindestens noch 25 Jahre zu betreiben, andernfalls müssen die Zuschüsse zurückgezahlt werden.

Die Schmillinghäuser setzen sich dennoch für den Ausbau des Kindergartens ein, haben bereits baureife Pläne mit einem Kostenvolumen von 26 000 Euro erstellen lassen, die mithilfe von heimischen Firmen umgesetzt werden sollen. Wegen der ausbleibenden Fördermittel ist eine Spendenaktion gestartet worden. Ein Konto wird bei der Raiffeisenbank eingerichtet.

Der rührige Kindergartenförderverein engagiert sich für das Vorhaben. Auf kommunalpolitischer Ebene hat sich die Offene Liste eindeutig für den Erhalt ausgesprochen. Pfarrerin Maltzahn hofft auf einen Zuschuss des Kirchenkreises und will Baurücklagen der Gemeinde nutzen.

Zuversichtlich

Der Ausbau soll noch in diesem Jahr erfolgen: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Kraftakt gelingen wird“, sagt die Pfarrerin. Die Nachfrage nach U-3-Plätzen sei groß. Nach einer Erweiterung könnten bis zu sieben Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden. Niemand könne eine Garantie für den Erhalt des Kindergartens in den nächsten 25 Jahren geben, doch sei es die Absicht der Schmillinghäuser, die Infrastruktur des Dorfes zu sichern. Über die Kindergartenzeit hinaus seien die Bürger mit der Institution verbunden. Als ehemalige Kindergartenkinder haben kürzlich die Husaren den Spendenerlös in Höhe von 120 Euro von ihrer Fete in der Festhalle übergeben. Weitere Gruppen und Privatleute haben bereits Geld gegeben.

Pfarrerin Maltzahn will sich nach der Reparatur der Glocke oder der Sanierung des Gemäldes in der Kirche zu Herbsen und der Renovierung des Portals in Schmillinghausen nun auch für den Ausbau des Kindergartens starkmachen - bevor sie am 1. Februar 2013 aus dem Dienst der Kirche ausscheidet. Ihrer Nachfolgerin möchte sie möglichst keine Baustelle zurücklassen. (Siehe nebenstehenden Bericht)

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