Bürgermeister macht Kinderfreundlichkeit zur Chefsache

Kritischer Blick auf die Spielplätze

Diemelstadt. - Familienfreundlichkeit ist eines der Attribute, die sich der Magistrat auf die Diemelstädter Fahnen geschrieben hat. Dazu gehört auch eine ausreichende Versorgung mit Spielplätzen.

In den vergangenen Monaten wurden in Dehausen, Neudorf und Hesperinghausen neue Spielgeräte aufgestellt. Auch in Helmighausen stehen Verbesserungen. „Auch in den übrigen Stadtteilen sind die Spielplätze in einem guten Zustand“, befindet Bürgermeister Elmar Schröder nach einer Bereisung aller Spielplätze.

In zwei Fällen habe er alte und beschädigte Spielgeräte festgestellt, die umgehend aus dem Verkehr gezogen worden seien. Auch andere kleine Mängel seien umgehend behoben worden.

Doch der Rathauschef hat sich bei seiner Bereisung nicht bloß vom Augenschein leiten lassen. Vielmehr ist der Bürgermeister systematisch an das Thema Spielplätze herangegangen.

Die Konferenz für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen der zuständigen Länderministerien empfiehlt zwei bis vier Quadratmeter Spielfläche pro Einwohner unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten. Daraus hat das Deutsche Institut für Normen (DIN) Richtlinien erarbeitet, wonach unter anderem für Kinder unter sechs Jahren Spielflächen von mindestens 500 Quadratmetern in einer Entfernung von 200 Metern zur elterlichen Wohnung empfohlen werden. Kinder bis zwölf Jahre haben danach einen Aktionsradius von 400 Metern.

Mit diesen Vorgaben im Hinterkopf hat sich Bürgermeister Schröder aus dem Melderegister die Zahl der Kinder im Alter bis zwölf Jahre für jeden Stadtteil heraussuchen lassen. In einem zweiten Schritt hat er für die größeren Stadtteile auf Katasterplänen die Kinder in ihren jeweiligen Wohnhäusern eintragen lassen.

Mit einem Zirkelkreis um die vorhandenen Spielplätze lässt sich so sehr leicht klären, ob das Spielplatzangebot ausreichend ist. Dabei fiel Schröder auf, dass aktuell in Rhoden ein Spielplatz fehlt.

Schröder: „Zunächst einmal ist es schön, dass die Bemühungen der Stadtsanierung inzwischen Früchte tragen und dass es gerade im Bereich der Altstadt viel mehr Kinder unter zwölf Jahren gibt als in den Neubaugebieten. Daraus folgt aber, dass wir in der Altstadt einen zusätzlichen Spielplatz brauchen.“

Einen geeigneten Platz hat der Bürgermeister im Bereich des Schlossgartens an der alten Stadtmauer ausgemacht. Aber auch die Freifläche, die durch den Abriss in der Langen Straße unterhalb des Schlosses entstanden ist, könnte zur Spielfläche werden.

Die Details sollen demnächst in der Kommission „Familienfreundliches Diemelstadt“ diskutiert werden.

Dazu gehören auch diese Zahlen: Im Stadtteil Rhoden wohnen derzeit 208 Kinder unter zwölf Jahren, in Wrexen sind es 160. Die sieben kleineren Stadtteilen kommen zusammen auf 169. Davon von 34 in Wethen, 15 in Dehausen, 14 in Ammenhausen, 17 in Orpethal, 12 in Neudorf, 34 in Helmighausen und 43 in Hesperinghausen.

Im Einzugsbereich des Rhoder Spielplatzes an der Fühburg wohnen derzeit 15 Kinder unter zwölf Jahren, rund um die Walme wohnen 50 Kinder ohne Berücksichtigung der abschreckenden Steilhänge von der Altstadt zur Walme. Ein noch zu schaffender Spielplatz im Bereich des Schlossgartens läge im Einzugsbereich von 70 Kindern unter zwölf Jahren. Diesen Spielplatz würden dann wahrscheinlich auch 25 Kinder aus dem Einzugsbereich der Walme mitnutzen.

Den Spielplatz an der Walme würde Bürgermeister Schröder gerne durch einen neuen Platz hinter der Stadthalle ersetzen. Hier, in unmittelbarer Nähe zu Schule, Sportplatz und Kindergarten, könnte dann auch ein Bolzplatz ausgewiesen werden. Die Tore wären jedenfalls noch auf dem Betriebshof vorhanden.

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