Brasilianische Schülerin erlebt ein Jahr Deutschland

Kühl wirkt nur die Witterung

Bad Arolsen - Deutschland ist kühl, aber nur klimatisch, wie die brasilianische Austauschschülerin Marina Reginato (16) nach vier Wochen bei ihrer Bad Arolser Gastfamilie Lüders feststellt.

Sie ist im Rahmen des internationalen Rotary-Austauschprogramms für ein Jahr in Deutschland. Zusammen mit ihrer „Schwester“ Carla Lüders (17) besucht sie den Unterricht und versucht ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. „Deutsch ist eine schwere Sprache“, sagt Marina auf Englisch. Nach einem einmonatigen Intensivkurs in Brasilien hat sie aber Grundlagen erworben, auf denen sie ganz gut aufbauen kann. Beim Lernen ist ihr die Familie Lüders behilflich, so sind an Möbelstücke Notizzettel mit den deutschen Artikeln und Substantiven befestigt. Zum Abschluss des Aufenthaltes im Rotary-District 1820, der sich im Wesentlichen über das Land Hessen erstreckt, wird sie noch eine Sprachprüfung ablegen. Was zählt, sind aber auch die Erfahrungen und die Freundschaften, die sich im Laufe des einen Jahres ergeben können: „Die Deutschen gelten als verbissen“, sagt Marina, da ist sie aber in der beschaulichen Kleinstadt Arolsen angenehm enttäuscht worden. Doch es täuscht nicht, dass die Deutschen auch gut organisiert sind und auf Pünktlichkeit großen Wert legen, eine Eigenschaft, die die Schülerin aus Südamerika nun näher kennenlernen kann. Was sie neben den Menschen freut, ist die Ruhe und die Sicherheit, so dass sie spazieren gehen kann, ohne sich vor Überfällen fürchten zu müssen wie in ihrem Heimatland. Sie wohnt in der an der Nordostküste gelegenen Stadt Aracaju (570 000 Einwohner) im Bundesstaat Sergipe, ein Jahr lang lebte ihre Familie in Kanada, durch den Austausch kommt sie zum ersten Mal nach Europa. Marina besucht zusammen mit Carla den Unterricht und hofft, dem bald auch besser folgen zu können. Gleichwohl hat sie schon viele Kontakte zu Gleichaltrigen, und gestern besuchte sie die Proben des Statt-Theaters in Mengeringhausen. Gerne möchte sie auch ihr Hobby Kickboxen in der Region ausüben. Zu dem Austauschprogramm, das mindestens einen Wechsel in eine andere Familie vorsieht, gehören Fahrten nach Berlin, Weimar, Frankfurt und Marburg sowie Treffen mit den gut 40 weiteren Austauschsschülern aus dem Ausland, die durch Rotary den Weg nach Deutschland gefunden haben.Die Familie Lüders ist bereits erprobt: Für Sohn Robert, der ein Jahr in Argentinien war, kamen bereits drei Ausstauschscüler aus den USA, Brasilien und Mexiko. Ab August wird Carla ein Jahr in Argentinien leben. (ah)

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