29 US-Künstlerinnen haben sich um einen Aufenthalt in Rhoden beworben

Künstlerische Herausforderung

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Die US-Künstlerin Amanda Wieczorek hat einen Monat lang in Rhoden gewohnt und gearbeitet.

Diemelstadt-Rhoden - Die Diemelstädter Landschaft hat sie inspiriert: Zwölf Radierungen hat die US-Künstlerin Amanda Wieczorek während ihres Aufenthalts im Rhoder Atelierhaus Beisinghoff geschaffen.

Traumgleich sind die zart umrissenen Formen auf dem Papier, die Amanda Wieczorek am Wochenende in der Radierwerkstatt präsentiert hat. Eigentlich wollte sie ihre Zeit in Rhoden dazu nutzen, ein Künstlerbuch zu schaffen.

Ort und Geschichte haben die Künstlerin jedoch zu den großformatigen Radierungen angeregt, denen jeweils ein Gedicht zur Seite gestellt ist, denn auch die Sprache habe sie inspi-riert, wie die 23-Jährige verrät.

„Ich habe hier anders gearbeitet als zu Hause“, sagt sie mit Blick auf die deutsche Landschaft, in der „Traum und Realität“ ein Stück weit verschmelzen würden.

Warum sie die Radierung, eine druckgrafische Technik, der Malerei vorzieht? „Ich mag die Dauer des Prozesses“, lächelt Amanda und führt vor, wie die dazu benötigten Kupferplatten ausgeschnitten und behandelt, geätzt, gesäubert und schließlich über die Druckerpresse aufs Papier gebracht werden.

Amanda Wieczorek hat an der Grand Valley State University im US-Bundesstaat Michigan ihren Bachelor-Abschluss in Kunst und Design gemacht. Neben 29 weiteren Künstle-rinnen bewarb sie sich dann im April auf die Ausschreibung des Women‘s Studio Work-shop des Staates New York für einen Arbeitsaufenthalt in der Radierwerkstatt von Barbara Beisinghoff.

Als erste Künstlerin hat Amanda Wieczorek am 16. Juli die kleine Wohnung bezogen, die den Gastkünstlern im Atelierhaus zur Verfügung steht. Noch bis zum kommenden Donnerstag wird sie in Rhoden bleiben. Gearbeitet wird nun allerdings nicht mehr.

Die verbleibende Zeit will Amanda nutzen, um etwas von der Umgebung zu sehen und die Documenta in Kassel zu besuchen, bevor die Reise weiter nach England geht.

Die Künstlerwohnung im Warburger Weg wird derweil nicht lange leer stehen. Bereits am 20. August wird mit der US-Amerikanerin Susan Goethel-Campbell die nächste Künstlerin als „Artist in Residence“ erwartet. Auf deren Holzschnitt-Arbeiten dürfen die Kunstfreunde in Diemelstadt und Um-gebung bereits gespannt sein. (sim)

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