Twistesee-Strandbad ab 1. Mai wieder geöffnet

Wie ein Kurzurlaub am Meer

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Bad Arolsen-Wetterburg. - Bis auf die großen Bäume am Strandbad ist nichts unverändert geblieben. Nach rund 19 Monaten Großbaustelle ist die Hauptattraktion am Twistesee nicht mehr wiederzuerkennen. Am 1. Mai öffnet die Gastronomie.

„Kleine Reise“ nennt Pächter Lukas Vonderscher sein Bistro im stählernen Strandbad-Gebäude. Zwischen Corten-Stahl-Fassade und Rundweg ist eine schicke Holzterrasse entstanden, auf der bei schönem Wetter die Urlauber und Tagesgäste Strandatmosphäre genießen sollen.

Gleich nebenan die Umkleiden, Duschen und Toiletten. Alles sehr ordentlich und robust zugleich, wie die Mitglieder im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am Dienstagabend bei ihrem Ortstermin feststellen konnten.

Mit Rollstuhl ans Wasser

Von der Terrasse geht der Blick auf den im Halbrund angelegten Sandstrand. Rund 1400 Kubikmeter feiner Spielsand wurden hier verbaut, dazu viele Tausend Stauden mit Strandhafer, Dünengras und manches Passende mehr. Der optische Eindruck ist fantastisch und sehr einladend.

Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen werden den Serpentinenweg zum Wasser zu schätzen wissen. Die vielfach diskutierte Rutsche soll noch bis Ende Mai geliefert und eingebaut werden.

Die Rutsche endet ungefähr dort, wo auch die Fundamente für die Strandbar angelegt sind. Das Holzhaus wird vom Pächter in den kommenden Wochen in Eigenregie gebaut.

Der erste Eindruck am fast fertigen Strandbad ist sehr einladend. Das Ingenieurbüro Müntinga und Puy, das mit seinem Entwurf das Rennen beim vorgeschalteten Architektenwettbewerb gemacht hat, überzeugt auch mit dem fertigen Ergebnis.

Das war auch nie wirklich in Zweifel gezogen worden. In der öffentlichen Diskussion ging es vielmehr vor allem um die Finanzierung des Projektes, das im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau Nordwal­deck abgewickelt wurde und auch aus dem europäischen Programm zur Tourismusförderung bezuschusst wurde.

Kostenkontrolle

So kommt es, dass die Stadt Bad Arolsen für den 2,18 Millionen Euro teuren Neubau mit Geländeumgestaltung nur 162200 Euro Eigenmittel aufbringen muss. Die Sanierung der alten Pyramidendächer hätte die Stadt komplett aus der eigenen Tasche finanzieren müssen und das wäre wahrscheinlich teurer ausgefallen.

Im Sinne einer möglichst umfassenden Kostenkontrolle hat das Stadtparlament schon vor Baubeginn einen Vergleich der Betriebs- und Folgekosten für die alten Strandbadgebäude und den Neubau von der Stadtverwaltung erarbeiten lassen.

Grünanlage pflegen

Jetzt, kurz vor Fertigstellung und nach Vorliegen der meisten Handwerkerrechnungen, hat der Magistrat diese Berechnung noch einmal aktualisiert und den städtischen Ausschüssen vorgelegt.

Daraus geht hervor, dass der größte Posten, rund 32500 Euro, sowohl beim alten Strandbad als auch in Zukunft allein für die Pflege der Grünanlagen und Liegeflächen anfällt.

Sanierung gespart

Für die reine Gebäudeunterhaltung kommen künftig knapp 6000 hinzu. Aber auch dieser Betrag ist in ähnlicher Höhe bereits früher angefallen.

Allein für den Neubau fallen kalkulatorische Zinsen von 2000 Euro pro Jahr an, außerdem eine kalkulatorische Abschreibung auf die Herstellungskosten abzüglich der Zuschüsse in Höhe von knapp 7000 Euro pro Jahr.

Als Einnahmen stehen Erlöse aus Mieten, Pachten und Kostenerstattungen von knapp 6000 Euro dagegen.

Unterm Strich kostet der Strandbadbetrieb die Stadt jedes Jahr rund 47000 Euro. Beim alten Strandbad bewegte sich dieser Betrag um die 40000 Euro, wobei die fälligen Sanierungskosten noch hinzugekommen wären.

Bei der Diskussion dieser Zahlen im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung monierte der Stadtverordnete Jörg Engelhard, dass streng genommen auch die bereits in den Vorjahren von der Stadt gezahlten Zuschüsse im Rahmen des Stadtumbaus Nordwaldeck zu den Bauvorhaben der Nachbarstädte gezählt werden müssten.

Dem widersprach Bürgermeister Jürgen van der Horst: „Da gibt es keinen direkten Zusammenhang. So ist die Systematik beim Stadtumbau.“

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