In der Corona-Krise zeigt sich, wo die wahren Freunde sind

Kutschen-Ponys sagen Danke für Braunser Futterspende

Braunser Viehmarkt-Freunde organisieren über Kuchenspende eine riesige Futterspende für die Ponys des Pony-Reit-Betriebes Kaiser. Stefan Kaiser, seine Frau Jeanette Kaiser und Großvater Anton Kaiser kommen schon seit Jahrzehnten nach Bad Arolsen. Anton Kaiser sogar seit über 60 Jahren. In braunsen freuen sie sich über die Heuspende für ihre 45 Ponys. Stefan Kaiser: "In der Not sieht man, wo die wahren Freunde sind." Die Menschen auf den Fotos stehen wegen der Corona-Krise nur in Familiengruppen zusmamen. Foto: Elmar Schulten
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Braunser Familien haben eine Futterspende für die 45 Reitponys der Familie Kaiser organisiert. Kaiser kommen seit Jahrzehnten zum Arolser Viehmarkt.

Das behördliche Verbot aller Volksfeste bis Ende August und damit auch des Arolser Kram- und Viehmarktes hat alle Schaustellerfamilien hart getroffen.

Bad Arolsen-Braunsen.  Allein die Familie Kaiser aus Rietberg, aus deren Pony-Betrieb noch ein Entenangeln, ein Crêpes-Stand, ein Blumenkohl- und Zuckerwattenstand und eine Achterbahn für Kinder hervorgegangen sind, hat in diesem Jahr mächtig zu knapsen. Die staatlichen Übergangshilfen können naturgemäß nicht alle Ausfälle kompensieren.

Umso schöner, dass sich mehrere Braunser Familien, die mit Familie Kaiser schon seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden sind, eine pfiffige Hilfsaktion ausgedacht haben.

Braunser Viehmarkt-Freunde organisierten eine riesige Futterspende für die Ponys des Pony-Reit-Betriebes Kaiser. Auf dem Kutschbock der 87-jährige Anton Kaiser.  

Die Frauen riefen zu Kuchenspenden auf und baten am Kuchenbuffet um Geldspenden. Innerhalb von nur zwei Stunden kamen so fast 1000 Euro zusammen. Davon wurden bei Landwirten in Elleringhausen und Braunsen 30 Rundballen mit Heu gekauft. Die Landwirte machten einen guten Preis und spendeten ihrerseits weiteres Heu. Das Futter wurde mit einem 40-Tonner der Volkmarser Firma Heidemann zum Ponystall der Familie Kaiser nach Rietberg gefahren. Sowohl der Unternehmer als auch der Fahrer verzichteten auf Fuhrlohn.

Überwältigt von der Hilfsbereitschaft

Von so viel Hilfsbereitschaft zeigte sich gestern Stefan Kaiser überwältigt: „so etwas haben wir noch nie erlebt. In Zeiten der Not sieht man, wo die wahren Freunde sind.“ Als Zeichen des Dankes hatte Seniorchef Anton Kaiser seine Kutsche mit zwei flinken Shetland-Ponys mitgebracht. Damit kutschierte der 87-Jährige die Spender durch die Braunser Gemarkung. 

Die Tiere brauchen den Auslauf. Auch, wenn nun keine Volksfeste stattfinden, werden sie täglich von Familie Kaiser trainiert. Das angestammte Kutschengespann war im Herbst mit 45 Jahren gestorben. Deshalb hatte Anton Kaiser zwei Vierjährige für den Auftritt beim Arolser Viehmarktsfestzug trainiert. Mit ihnen wollte er unbedingt im August nach Arolsen kommen. Umso glücklicher war er gestern über den Ausflug nach Braunsen. 

Mit dem Wassereimer versorgt Emily Pieler die Ponys.

Nach dem ersten gelungenen Futtertransport planen die Braunser einen zweiten: 20 Rundballen Stroh spendet allein Landwirt Erich Schäfer. Der Erlös der gestrigen Kuchenspende wollen die Braunser ebenfalls in Heuballen umtauschen und zum Ponybetrieb Kaiser nach Rietberg bringen. Außerdem haben die Braunser der Familie Kaiser angeboten, ihre 45 Ponys im August wieder zum Weiden nach Braunsen zu bringen. Hier stehen die Reitponys jedes Jahr zwei Wochen vor Beginn des Viehmarktes. 

Braunsen noch enger zusammengewachsen

Thomas Achs, der seit Jahren regelmäßig beim Aufbau der großen Fahrgeschäfte hilft und auch sonst ein freundschaftliches Verhältnis zu vielen Schaustellern pflegt, will zusammen mit seiner Familie und vielen Nachbarn helfen, wo in der Krise Hilfe benötigt wird. Achs: „Wir haben das Gefühl, dass unser Dorf in der Corona-Krise noch enger zusammengewachsen ist. Alle helfen sich gegenseitig. Und Gunter Best organisiert regelmäßig Wohnzimmerkonzerte bei offenem Fenster.

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