Ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger meldet Fund

Längst vergessene Landwehr in Waldstück bei Schmillinghausen

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Der Warburger Bodendenkmalpfleger Peter Kirschbaum hat bei Schmillinghausen und bei Neu-Berich uralte Landwehranalgen entdeckt. Sie bestehen aus einer Kombination von Wall und Graben.  

Bad Arolsen-Schmillinghausen.  Peter Kirschbaum hat eine längst vergessene Landwehranlage in einem Waldstück bei Schmillinghausen entdeckt. 

Kirschbaum hat schon als Pfadfinder gelernt, mit offenen Augen durch den Wald zu laufen. So hat er schon manche spannende Sache entdeckt. Und weil sich bei ihm Neugier mit historischem Wissen vereint, ist er als amtlich bestellter, ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger im Landkreis Höxter unterwegs.

In Volkmarsen war der Warburger an der Entdeckung und Freilegung der Mikwe im Haus Steinweg 24 beteiligt. Bei Lütersheim stieß er in der Nähe der Hollenkammern auf steinzeitliche Ritzbilder und die „Venus von Lütersheim“.

Nun war Kirschbaum im Wald zwischen Schmillinghausen und Rhoden unterwegs und er ist sich sicher, eine mittelalterliche Verteidigungsstellung gefunden zu haben, eine so genannte Landwehr, die in keiner Karte verzeichnet ist.

Die Landwehranlage schließt sich an einen Hohlweg an, der aus dem Dorf Schmillinghausen hinaus führt. Zur Wehranalge gehört ein Wall zur heutigen Bundesstraße, dahinter ein Graben, aus dessen Erdaushub wahrscheinlich der Wall gebaut wurde.

Auf der anderen Seite des Graben stiegt das Gelände wieder in in Richtung Wald an. Nach Einschätzung von Peter Kirschbaum eine ideale Anlage, um den Verkehr auf der alten Heerstraße zu beobachten und mögliche Angriffe rechtzeitig zu erkennen und abzuwehren.

Dass der Graben von Menschenhand gemacht ist, erkennt der erfahrene Bodendenkmalpfleger aus den von Menschenhand angeordneten Seiten zur Verstärkung des Walls. Nach einigen hundert Metern macht der Graben ein Knick in Richtung Wald. Für Kirschbaum steht fest: „All das ist nicht natürlichen Ursprungs, sondern von Menschen gemacht.“

Ähnliche Gräben und Wallanlagen hat er auch schon in seiner westfälischen Heimat entdeckt, in Wülmersen und Meimbressen, zum Beispiel, oder zwischen Volkmarsen und Breuna, am Escheberg.

Auch am Wald zwischen Neu-Berich und Lütersheim verläuft so ein Graben unmittelbar am Waldrand. Alte Grenzsteine markieren hier die uralte Grenze zwischen der Grafschaft Waldeck und dem kur-kölnischen Volkmarsen. Gründe zur Markierung und Befestigung der Grenzen hat es schon zu allen Zeiten gegeben. Wer mit offenen Augen durch den Wald geht, kann eine Menge davon wiederentdecken.

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